Da hat er sich aber ein dickes Ei in sein Social-Media-Nest gelegt: Am Sonntagabend hatte der vor allem durch seine Teilnahme an einer Casting-Show bekannt gewordene Rocksänger Martin Kesici auf seiner Facebook-Seite seiner vermeintlichen Freude über den Aufmarsch von Hooligans in Köln Ausdruck verliehen und prompt einen kleinen sogenannten Shitstorm provoziert. Einen Tag später rudert er nun zurück und hat den Post von seiner Seite genommen - und eine Rechtfertigung hinterlassen.

"Endlich gehen die Deutschen gegen die Salafisten auf die Straße. Wurde auch Zeit. Schönen Abend" - So hatte sich der Sänger am Wochenende über den Aufmarsch der Hooligans in Köln geäußert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seiner Statusmeldung am Sonntagabend hatte sich aber längst gezeigt, dass es sich bei der angemeldeten Demonstration mitnichten um friedlichen Protest gegen islamische Extremisten handelte, sondern dass hier ein alkoholisierter, auf Schlägereien und Gewalt abonnierter Mob unterwegs war.

Klar, dass da auch seine Fans ihrer Verwunderung und ihrem Ärger über Kesicis Post - mit teilweise drastischen Worten - Luft machten. Ob der Sänger einfach nur eine unbedachte, missverständliche Äußerung machte oder tatsächlich tiefe Sympathien für die Hooligan-Szene hegt, lässt sich nicht sagen. Seine Rechtfertigung liest sich allerdings etwas halbgar. Eine klare Distanzierung von seinem Post bleibt Kesici schuldig, stattdessen ergeht er sich in allgemeinen Phrasen zu Toleranz. Und auch die Fans bemängeln diesen Eiertanz: "Das war ganz klar ein "Ja!" zu HoGeSa. ... Wer eine solche Veranstaltung gutheißt, braucht nicht zu jammern, wenn er zu Recht in die rechte Ecke gestellt wird." (dh)

Hier die Richtigstellung im Wortlaut:

"Hallo an alle.

Ich möchte hier etwas richtigstellen: Ich distanziere mich natürlich von jeder Form von Gewalt. Egal von welcher Seite sie ausgeht. Ich unterstütze weder Nazis/Rechte noch andere Extreme Gruppierungen. Ich habe meinen missverständlichen Post gelöscht, weil ich nicht möchte, dass es heißt, ich sympathisiere mit Nazis/Radikalen Linken oder anderen Radikalen Gruppen. Ich bin für Toleranz, für offenen Dialog und für den gesellschaftlichen Einsatz gegen alle Gruppen, die durch radikale Mittel ihre Meinung durchsetzen wollen. Sorry an alle Fans die sich auf den Schlips getreten fühlen.
Ich muss an dieser Stelle leider auch den Hinweis setzen, dass ich weitere Beleidigungen und Diffamierungen von meinem Anwalt prüfen lassen muss, da ich wie oben beschrieben, nicht in eine radikale Ecke gedrängt werden möchte.
Metal is the law!"