Im Streit um den Text der Liedes "Marionetten" von den Söhnen Mannheims bekommt Xavier Naidoo Unterstützung von einem prominenten Kollegen.

Xavier Naidoo verteidigt sein umstrittenes Lied "Marionetten" weiter gegen den Vorwurf des Rechtspopulismus.

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In dem politikerkritischen Song gehe es "um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen", teilte der Musiker der Popgruppe Söhne Mannheims am Dienstag in seiner ersten Stellungnahme seit Beginn des Streits mit.

Michael Mittermeier kritisiert "extreme Hetze"

Comedian Michael Mittermeier kritisierte unterdessen "Hass und extreme Hetze" gegen Naidoo. "Der Song "Marionetten" ist schlimmstenfalls ein mittelmäßiger Kabarett-Text", meinte der 51-Jährige am Dienstag.

In seinem Facebook-Post sprach Mittermeier außerdem von einer "Hexenjagd" auf Naidoo, die "schon groteske Züge angenommen" habe.


Ebenfalls auf Facebook hatte sich Naidoo selbst zuvor geäußert und von einer bewussten Überzeichnung gesprochen: "Das mag missverständlich gewesen sein."

Naidoo ist Mit-Autor des Lieds "Marionetten", in dem es über Politiker unter anderem heißt: "Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter."

Der Text hatte zu massiver Kritik geführt. Am Montagabend hatte die Band mehr als drei Stunden lang mit Vertretern der Mannheimer Stadtspitze über das Lied diskutiert.

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Die Söhne Mannheims teilten nach dem Treffen mit Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) mit, sie seien "traurig über die entstandenen Irritationen".

Söhne Mannheims veröffentlichen Statement

"Wir verurteilen insbesondere die Vereinnahmung unserer Musik durch Feinde der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit und bekräftigen die Freiheit der Kunst und Meinungsäußerung", betonte die Gruppe am Dienstag in einem eigenen Statement.

"Hurensöhne Mannheims": Satiriker covert seine Songs - in radikaler Form.


Auf ihrer derzeit laufenden Tournee spielt die Band das umstrittene Lied nicht. Als Grund nennt sie "musikalische Motive".

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Diskussionen um Texte und Interviews von Naidoo gegeben. Kritiker warfen ihm unter anderem Populismus vor.

Der für den Eurovision Song Contest (ESC) verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte den Sänger 2015 nach scharfer Kritik doch nicht für den Wettbewerb nominiert. (dh/dpa)

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Xavier Naidoo: Engelsstimme und Teufelswerk?

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