Michael Stipe wird runde 60: Das machen er und seine R.E.M.-Kollegen heute

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Zwischen 1980 und 2011 verkaufte die Alternative Rock-Band R.E.M. weltweit knapp über 85 Millionen Alben und gehörte damit zu den erfolgreichsten ihres Genres. Vor etwas mehr als acht Jahren trennten sich die Musiker rund um Frontmann Michael Stipe, der am Samstag (4. Januar) seinen 60. Geburtstag feiert. So geht es ihm und seinen Ex-Kollegen heute. © spot on news

Ex-R.E.M.-Frontmann Michael Stipe ist nach der Trennung der Band auf vielerlei Pfaden unterwegs. Musikalisch versuchte er sich seit 2017 als Solo-Künstler. 2018 und 2019 brachte er die Songs "Future, If Future" und "Your Capricious Soul" auf den Markt. Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag erscheint am 4. Januar die Single "Drive to the Ocean". Zudem unterrichtet Stipe seit 2014 im Steinhardt Department of Art and Art Professions der New York University.
Michael Stipe ist außerdem leidenschaftlicher Fotograf. Bereits in seiner Jugend fotografierte er Bands wie Ramones und Queen. 2018 veröffentlichte er unter dem Titel "Volume 1" Teile seiner Fotografien in einem Bildband. Das Foto zeigt Stipe im Oktober des vergangenen Jahres in Rom. Dort stellte der Star, der die Umweltschutzbewegung „Extinction Rebellion“ unterstützt, sein zweites Buch mit Fotografien vor, "Our Interference Times: A Visual Record".
Auch als politischer Aktivist tat sich der Künstler, der sich selbst als "Queer" bezeichnet, bereits hervor. 2016 unterstützte er die Präsidentschafts-Kandidatur des US-Demokraten Bernie Sanders. Das Foto zeigt ihn bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in New Haven, Connecticut im April 2016. 2018 nahm Stipe zudem am "March For Our Lives" teil, bei dem Demonstranten härtere Waffengesetze in den USA forderten.
R.E.M.-Bassist Mike Mills ist auch nach dem Ende der Band musikalisch äußerst aktiv. Er schreibt weiterhin Songs und spielt mit unterschiedlichen Bands. Er ist außerdem, ebenso wie sein R.E.M.-Kollege Peter Buck, Teil von The Baseball Project. Mit mehreren anderen Künstlern gab Mills seit 2010 immer wieder Konzerte, unter anderem in London, Sydney, Chicago, Los Angeles und New York.
Als großer Fan der Band Big Star schrieb er 2014 die Texte für das Booklet der nochmals veröffentlichten Alben "#1 Record" und "Radio City", die zum ersten Mal in den Jahren 1972 und 1974 auf den Markt kamen. Das Bild zeigt Mike Mills 2017 mit Schauspieler Dane Andrew in Palm Desert, Kalifornien.
Schlagzeuger Bill Berry, der auch Gitarre, Bassgitarre und Klavier spielen kann, verließ die Band R.E.M. bereits 1997, um Bauer zu werden. 1995 brach er auf der Bühne im Schweizerischen Lausanne zusammen, ein Hirn-Aneurysma war geplatzt. Musikalisch ist Berry seit seinem Ausstieg aus der Band nur noch sporadisch aktiv. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Golfer. Das Bild zeigt R.E.M. mit Bill Berry in der hinteren Reihe 1995 in Berlin.
Peter Buck ist seit dem Ende von R.E.M. konstant musikalisch aktiv geblieben. Der Gitarrist veröffentlichte 2012 sein selbstbetiteltes erstes Solo-Album, 2014 und 2015 folgten Album Nummer zwei und drei. Mit der Supergroup Filthy Friends und einem Nebenprojekt namens Arthur Buck, an dem er mit Joseph Arthur zusammenarbeitet, nahm Buck ebenfalls Singles auf.
Nach dem Ausstieg von Bill Berry 1997 wurden R.E.M. immer wieder von unterschiedlichen Schlagzeugern unterstützt, die allerdings nie offiziell Teil der Band wurden. Bill Rieflin war einer von ihnen. Der in Seattle geborene Musiker war in seiner Karriere bereits für unterschiedliche Bands tätig. 2012 spielte er für die Aufnahmen von Robbie Williams' Album "Take The Crown" das Schlagzeug. Seit 2013 ist er immer wieder mal Mitglied der Band King Crimson.
Neben Bill Rieflin waren auch Ken Stringfellow und Scott McCaughey teilweise als Ersatz für Bill Berry im Einsatz. Beide sind immer wieder Teil unterschiedlicher Bandprojekte. Stringfellow trat 2014 erneut als Teil des Reunion-Projekts von Big Star in Erscheinung. Er veröffentlichte auch Solo-Material und ist als Produzent tätig. McCaughey formte mit Peter Buck The Baseball Project.
Obwohl fast alle Bandmitglieder von R.E.M. bis heute musikalisch aktiv sind, scheint eine Wiedervereinigung zur Zeit unwahrscheinlich. Ende 2017 sagte Frontmann Michael Stipe der "Welt am Sonntag": "Dieses Kapitel ist abschlossen. Ein Comeback wird es nie geben." Und auch Mike Mills schätzte eine "Reunion" als "kontraproduktiv" ein. "Wir waren wie Haie - immer in Bewegung. Um in dieser Branche relevant zu bleiben, musst du das sein", sagte er.