Musiker, Moderator, Vater: Das Leben von Rainhard Fendrich

Songs wie "Es lebe der Sport", "Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk" oder "Macho, Macho" machten ihn in den 80ern bekannt. Noch immer steht Rainhard Fendrich, der am 27. Februar seinen 65. Geburtstag feiert, auf der Bühne. Der Österreicher ist vielen auch als Moderator von "Herzblatt" bekannt. Ein Rückblick. © spot on news

Am 27. Februar 1955 wurde Rainhard Fendrich in Wien geboren. In seiner Jugend begann er Gitarre zu spielen und sang im Chor. Mit 10 Jahren kam er in ein Internat, mit 15 fing er an, eigene Lieder zu texten. Später nahm er Gesangs- und Schauspielunterricht.
Anfang der 80er startete die Karriere des Österreichers. Zuerst trat er in diversen Theatern auf und erhielt bald darauf seinen ersten Plattenvertrag. Vor allem Liebschaften, die nicht so ganz funktionieren wollten, thematisierte Fendrich in seinen Songs. 1981 wurde "Strada del sole" zum österreichischen Sommerhit.
Andrea Senator heiratete er 1984, die beiden haben zwei Söhne. Das Paar musste aber auch einen Schicksalsschlag verkraften: Eine gemeinsame Tochter starb im Alter von 17 Monaten nach einer Viruserkrankung.
Das Album "Ich wollte nie einer von denen sein" verkaufte sich gut, Fendrich schwamm weiter auf der Erfolgswelle. Auch das zweite Album mit Hits wie "Schickeria" und "Oben ohne" traf den Nerv der Zeit. Er galt als der neue Superstar des Austropop.
1985 spielte Fendrich (r.) neben Hanno Pöschel und Olivia Pascal erstmals in einem Film mit. Für "Coconuts – Immer Ärger mit der Kohle" lieferte er zudem den Titelsong. Im Jahr darauf war er erneut als Schauspieler zu sehen. Dann wartete der endgültige musikalische Durchbruch…
Jahre, nachdem er in Österreich bereits zum Star reifte, schaffte er es auch, sich in Deutschland und der Schweiz einen Namen zu machen. Der Song "Macho, Macho" schoss auf Platz zwei der deutschen Charts.
Zudem stand er weiterhin für Musicals auf der Bühne, wie hier für "Chicago". Auch Kooperationen mit anderen Stars seiner Zeit kamen zusammen, darunter Wolfgang Ambros oder Reinhard Mey. Zudem moderierte er einige Sendungen im ORF. 1993 gelang ihm ein weiterer Coup…
Fendrich übernahm die Moderation der beliebten ARD-Sendung "Herzblatt". Zur 200. Sendung gab es für ihn und Assistentin Susi Müller (Mitte) Besuch von "Herzblatt"-Urgestein Rudi Carrell (r.). Die 90er brachten Fendrich einen Erfolg nach dem nächsten ein. 1994, 1995 und 2000 wurde er mit der Romy ausgezeichnet. Sein Album "Blond" verkaufte sich ebenfalls stark.
Mit seinen Musikerkollegen Wolfgang Ambros (r.) und Georg Danzer (l.) trat er zudem bis 2006 als Austria 3 auf. Nur kurze Zeit darauf, 2007, starb Danzer an Lungenkrebs. Zum Konzert, das Fendrich ihm zu Ehren gab, erschienen über 200.000 Menschen.
Vor allem in Österreich trat er häufig als Moderator auf, etwa bei der "Millionenshow", "Deal or No Deal" oder "Sing and Win!". Zudem gab er diverse Benefizkonzerte.
2006 sorgte er für einen Eklat, als der Sänger und Moderator beim Kauf von Kokain erwischt wurde und daraufhin zugab, über die Jahre hinweg regelmäßig Konsument gewesen zu sein. Er machte einen Entzug und zahlte 37.000 Euro Strafe.
Nachdem Fendrich und seine Frau sich 2004 scheiden ließen, fand er in der Musicaldarstellerin Ina Nadine Wagler erneut die große Liebe. Nach der Hochzeit 2010 brachte sie 2011 einen Sohn auf die Welt. Doch das Glück hielt nicht lange. Im Jahr darauf folgte die Trennung, 2016 dann die Scheidung.
Wer rastet, der rostet: Mit jetzt 65 Jahren steht Fendrich noch immer regelmäßig auf der Bühne und bringt neue Musik heraus, wie zuletzt das Album "Starkregen" (2019). Nachdem er bereits 2002 ein Musical auf die Bühne brachte, startete 2017 sein neues Musical "I am from Austria", das bis 2019 zu sehen war.