Rammstein: Die größten Skandale der Bandgeschichte

Seit 25 Jahren sorgen Rammstein mit ihren Videos, Bühnenshows und Texten regelmäßig für Schlagzeilen - und einmal landeten sie dafür sogar im Gefängnis. Die größten Aufreger im Überblick. © spot on news

Schon der Name "Rammstein" ist eine Provokation - er bezieht sich auf die Ramstein Air Base in der Nähe von Kaiserslautern, bei der es 1988 während einer Flugschau zu einem schlimmen Unglück mit 70 Todesopfern und fast 1000 Verletzten gekommen war.
Der Name war so skandalös, dass die Band lange sogar abgestritten hatte, sich nach dem tragischen Unglück benannt zu haben. Das zweite "M" im Namen war übrigens einfach ein Fehler.
Eigentlich sorgte fast jedes Video der Band für Aufsehen - ob ein brutaler Banküberfall oder explizite Sexszenen gezeigt wurden, die Schlagzeilen waren Rammstein sicher. Hier sehen wir Gitarrist Paul Landers mit Zielscheibe auf der Brust beim Videodreh zu "Ich Will".
In einem Fall befand sogar Sänger Till Lindemann im Nachhinein, dass sie zu weit gegangen waren: 1998 hatten sie für das Video zum "Stripped"-Cover Ausschnitte aus Leni Riefenstahls NS-Propaganda-Film über die Olympischen Sommerspiele 1936 verwendet.
Kein Skandal, aber beim Echo 2005 sorgten Rammstein erneut für Aufsehen: Die Band tauchte in den Fat Suits auf, die sie auch im Video zu "Keine Lust" tragen. Ihre Rede bei der Preisverleihung lautete passenderweise: "Wir wollten uns bedanken, aber eigentlich haben wir keine Lust."
... nämlich als Lindemann auf der Bühne tat, als hätte er sich tatsächlich in Brand gesetzt. Keyboarder Flake eilte ihm daraufhin mit einem Feuerlöscher zu Hilfe - dessen Flüssigkeit den Brand aber noch verstärkte. Wie der "Rolling Stone" schreibt, wurde diese Showeinlage wieder gestrichen, nachdem viele Fans danach ernsthaft schockiert waren.
Auch diese Showeinlage sorgte für Ärger: Lindemann simuliert mit Flake zum Song "Bück Dich" Analsex. Das hatte Folgen...
Zum Schluss besamte Lindemann Flake und das Publikum mit einem überdimensionierten Dildo, aus dem Likör-Ejakulat spritzte. Zu viel für Amerika: Im US-Bundesstaat Massachusetts verbrachten die beiden wegen der Nummer eine Nacht im Knast.
Rammstein und Dildos: Das "Liebe ist für alle da"-Album, das zeitweise auf dem Index stand, beinhaltete in der Limited Deluxe Edition sogar sechs Dildos. Das sollte dazu einladen, das "Pussy"-Video nachzuspielen.
Das "Liebe ist für alle da"-Album hatte gleich noch einen Skandal: Das Video zu "Pussy" wurde in einem Bordell mit professionellen Pornodarstellern gedreht und feierte seine Premiere auf einem niederländischen Erotikportal.
Nicht nur ihre Bilder, auch ihre Texte sorgen für Gänsehaut: 2004 thematisierten die Skandalrocker im Song "Mein Teil" Kannibalismus - inspiriert durch Armin Meiwes, den sogenannten "Kannibalen von Rotenburg". Obwohl er nie namentlich genannt wird, reichte Meiwes Klage gegen die Band ein, weil er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah.
Nicht zu vergessen natürlich der letzte Aufreger, als sich Rammstein im Video zu "Deutschland" als KZ-Häftlinge mit Galgenstrick inszenierten. Der Aufschrei war mal wieder laut – und die Aufmerksamkeit war der Band sicher. Sie können es immer noch.