Schillernd, mysteriös, einzigartig: David Bowies Leben in Bildern

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Mehr als 40 Jahre lang bereicherte David Bowie die Welt mit seiner Kunst. Mit 26 Studioalben und knapp 140 Millionen verkauften Tonträgern zählt der schillernde Künstler aus Großbritannien zu den erfolgreichsten Musikern der Historie. Am 8. Januar wäre er 73 Jahre alt geworden. © spot on news

David Robert Jones kommt 1947 im Londoner Stadtteil Brixton zur Welt. Sein Vater ist Marketingleiter eines Kinderhilfswerks, die Mutter Kellnerin. Trotz abgesicherter Verhältnisse ist der Umgangston im Elternhaus rau, wie der Sänger später in einem Interview betont. "Nicht, dass es brutal zugegangen wäre, aber ich hatte eine bestimmte Art britischer Eltern: Sie waren unterkühlt und man nahm sich nicht oft in den Arm."
In den 50er Jahren steigen Bowies Eltern sozial auf und ziehen um. Er selbst wird zum Statussymbol und trägt stets die beste Kleidung. Eine besondere Beziehung baut er zu seinem Halbbruder Terry auf, der rebellischer ist und von den Eltern stets schlechter behandelt wird.
Durch seinen Halbbruder und seinen Vater kommt der junge Brite mit Musik in Kontakt. Terry nimmt ihn zu Konzerten im Londoner Szene-Viertel Soho mit, im Alter von 15 Jahren singt Bowie unter dem Künstlernamen Dave Jay in der Gruppe The Kon-Rads. Der Erfolg bleibt allerdings aus und Bowie nimmt 1964 seine erste eigene Single auf, "Liza Jane". Es folgen weitere musikalische Band-Experimente.
Durch die Zusammenarbeit mit einem Pantomimen entwickelt der junge Musiker seine vielfältige künstlerische Ausdrucksweise, für die er später bekannt wird. Er legt sich in Anlehnung an den US-Pionier Jim Bowie zudem einen neuen Künstlernamen zu: David Bowie. 1967 erscheint sein Debüt-Album "David Bowie" – das floppt. Erst 1969, als Bowie "Space Oddity" schreibt, beginnt sein Höhenflug.
Der Durchbruch gelingt Bowie im Jahr 1971 mit dem Album "Hunky Dory" und den darauf enthaltenen Songs "Changes" und "Life on Mars?".
Bowie legt sich daraufhin ein Alter-Ego zu: Ziggy Stardust. Mit dem Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars" tourt er bis 1973 umher. Ein weiterer Grund für seinen Erfolg ist seine theatralische Bühnenshow mit ihren provozierenden, homoerotischen Zügen.
In einem Interview schwindelt Bowie und gibt sich als homosexuell aus, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren mit Angela Barnett verheiratet ist. Mit ihr bekommt er den gemeinsamen Sohn Duncan Jones.
Nachdem Bowie sein Alter-Ego 1973 auf der Bühne "sterben" lässt, widmet er sich der Arbeit als Produzent für andere Künstler und zieht nach New York. Dort entsteht sein erster Nummer-eins-Hit in den Vereinigten Staaten, "Fame". Der Song, den er mit John Lennon aufgenommen hat, ist auf dem Album "Young Americans" enthalten und war ursprünglich nicht zur Veröffentlichung gedacht. Im Anschluss folgt ein weiterer Image-Wechsel.
Nach Stationen in der Schweiz und Frankreich zieht Bowie, der mittlerweile Maßanzüge trägt, mit Iggy Pop nach West-Berlin. Dort macht er einen Drogen-Entzug und produziert die Alben "Low" und "Heroes". Die gleichnamige Single aus Letzterem wird zu einem von Bowies größten Hits und handelt von zwei Liebenden, die an der Berliner Mauer beschossen werden.
In den 1980ern feiert der Brite auch als Schauspieler Erfolge. In "The Elephant Man" (Foto) spielt er am Broadway, im Film "Begierde" ist er neben Susan Sarandon und Catherine Deneuve zu sehen. Musikalisch tendiert seine Musik zum publikumsfreundlichen Pop-Sound. 1981 erscheint "Under Pressure", eine Zusammenarbeit mit Queen, das Album "Let's Dance" von 1983 wird sein größter Erfolg.
Anschließend geht es privat und beruflich bergab. Bowie lässt sich von Angela scheiden und übernimmt das alleinige Sorgerecht für seinen Sohn. Seine Alben "Tonight" und "Never Let Me Down" gelten als seine schlechtesten. Lediglich mit einzelnen Singles erzielt der Musiker Erfolge, etwa mit "This is not America" mit der Band Pat Metheny. Schließlich wird Bowie Teil der Band Tin Machine (Foto), deren Erfolg aber ausbleibt.
In den 90ern kehrt das private Glück zurück: Bowie heiratet 1992 das somalische Supermodel Iman Abdulmajid, seine Schaffenskrise erklärt er als beendet. Er bringt in dieser Zeit mehrere Alben heraus, die allerdings nur mäßig erfolgreich sind. Seine Konzerte ziehen hingegen weiterhin Tausende von Menschen in die Hallen und Arenen.
Im Februar 1997 wird dem Musiker eine große Ehre zuteil: Er erhält einen Stern auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood. Privat freut er sich drei Jahre später wieder über Nachwuchs: Im August 2000 kommt seine Tochter Alexandria Zahra zur Welt.
Neben seinem musikalischen Erfolg weist David Bowie auch eine lange Karriere als Film-Schauspieler vor. In "Basquiat" verkörpert er 1996 neben Dennis Hopper die Rolle des Andy Warhol, 2001 spielt er sich selbst in "Zoolander" (Foto) neben Ben Stiller und Owen Wilson.
2003 beginnt Bowie mit "A Reality Tour" seine bis dato längste Tournee. Nach seinem Auftritt beim Hurricane Festival 2004 in Norddeutschland erleidet er allerdings einen Herzinfarkt - und muss die Tournee abbrechen. In Hamburg wird ihm ein Stent eingesetzt, es wird ruhig um den Musiker. Erst zehn Jahre später bringt er mit der Single "Where Are We Now" und dem Album "The Next Day" neues Material auf den Markt - mit großem Erfolg.
"The Next Day" erreicht als Bowies erstes Album die Spitze der deutschen Charts und führt in 40 Ländern gleichzeitig die Hitparaden an. 2016 landet er mit "Blackstar", das an seinem 69. Geburtstag erscheint, erneut einen Erfolg. Das Album erreicht als erstes Bowie-Album die Nummer eins der US-Billboard 200 und thront auch hierzulande auf Platz eins. Das Foto zeigt Bowie mit seinem Sohn Duncan.
Völlig überraschend verstirbt Bowie nur zwei Tage nach der Veröffentlichung von "Blackstar" in seinem New Yorker Penthouse an den Folgen einer Leberkrebserkrankung. Er wird 69 Jahre alt. Die Krankheit hatte der Brite vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Sein Leichnam wird eingeäschert und auf der indonesischen Insel Bali verstreut.