Vicky Leandros: Von der ESC-Siegerin zum international erfolgreichen Schlagerstar

Vicky Leandros wurde in den 1960er-Jahren in Deutschland zum Star und gewann in den 70er-Jahren den Eurovision Song Contest für Luxemburg. Doch auch ihrer Heimat Griechenland blieb sie immer verbunden. Am 23. August feiert die Sängerin ihren 68. Geburtstag. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Vicky Leandros wird am 23. August 1952 als Vassiliki Papathanasiou in Paleokastritsa auf der griechischen Insel Korfu geboren. Weil ihr Vater, der Sänger Leo Leandros, auch in Deutschland Karriere machen will, ziehen die Eltern dorthin. Vicky Leandros bleibt zunächst bei ihrer Großmutter und kommt dann erst 1958 nach.
Schon von klein auf nimmt die Griechin Gesangsstunden, spielt Gitarre und tanzt Ballett. Bereits 1965, da ist sie gerade 13 Jahre alt, veröffentlicht sie ihre erste Single "Messer, Gabel, Schere, Licht", mit ihrem Vater als Komponist, Manager und Produzent.
1967 darf die damals 15-Jährige dann mit dem Lied "L'amour est bleu" für Luxemburg beim Eurovision Song Contest antreten. Sie wird Vierte – und der Song weltweit einer der größten Hits des Jahres.
1970 geht ihre TV-Show "Ich Bin", für die sie 1971 die Bronzene Rose von Montreux erhält, in 13 europäischen Ländern auf Sendung. Für die TV-Show nimmt sie den Künstlernamen ihres Vaters an - aus Vicky wird Vicky Leandros.
1972 tritt sie ein weiteres Mal für Luxemburg beim Eurovision Song Contest an und wird dieses Mal mit "Après Toi" Erste. Der Song wird in sieben Sprachen übersetzt und weltweit etwa sechs Millionen Mal verkauft.
In den frühen 70ern veröffentlicht Leandros ihren Song "O Kaimos ("Ich hab' die Liebe geseh'n), der ein großer Hit wird und sich über 500.000 Mal verkauft. 1973 gelingt ihr auch mit "Die Bouzouki klang durch die Sommernacht" ein großer Erfolg.
1974 nimmt die Sängerin "Theo, wir fahr'n nach Lodz auf" und erreicht damit zum ersten Mal die Spitze der deutschen Charts. Der Schlager verkauft sich in dem Jahr über 400.000 Mal und ist bis heute ihr erfolgreichster Hit in Deutschland.
Im Jahr 1975 geht es für Vicky Leandros nach Übersee: In Nashville und Miami nimmt sie ihr englischsprachiges Album "Across the Water" auf. Sie unterschreibt einen Millionen-Vertrag mit CBS Records, doch schon kurze Zeit später zieht es sie zurück nach Europa.
1976 veröffentlicht sie "Ich liebe das Leben", bis heute neben "Theo, wir fahr'n nach Lodz" ihr erfolgreichstes Lied in Deutschland.
In den späten 70ern ebbt ihr Erfolg in Europa etwas ab und so nimmt sie ein spanischsprachiges Album auf, das in Lateinamerika populär wird. Vor allem die zweite Single "Tu Me Has Hecho Sentir" ist erfolgreich und bis heute ihr bekanntestes spanisches Lied.
1979 wird sie schwanger und nimmt eine 18-monatige Auszeit von der Musik. Im Juni 1980 kommt ihr Sohn Leandraki (Bild) zur Welt, dessen Vater Ivan Zissiadis sie 1982 heiratet. Vier Jahre später lässt sich das Paar aber wieder scheiden.
1981 meldet sie sich mit den Alben "Love is Alive" und "Ich gehe neue Wege" zurück, 1982 gelingt ihr mit der Single "Verlorenes Paradies" ein weiterer Charterfolg.
Nach ihrem Album "Eine Nacht in Griechenland", das 1985 in Deutschland erscheint, nimmt sie sich nochmals eine Auszeit, um sich auf ihr Privatleben zu fokussieren. Dieses Mal dauert die Auszeit etwas länger: Erst 1988 meldet sich Leandros mit "Ich bin ich" zurück.
1986 heiratet sie ihren zweiten Ehemann, Enno Freiherr von Ruffin, mit dem sie zwei Töchter hat: Milana (geboren 1985) und Sandra (geboren 1986). 2005 lassen sich die beiden nach 19 Ehejahren scheiden.
1990 veröffentlicht Vicky Leandros ihr Album "Starkes Gefühl", das in Deutschland aber nicht besonders erfolgreich wird. In den frühen Neunzigern erzielt sie vor allem in Griechenland Charterfolge, mit Alben wie "Prosexe" (1991) und "Andres" (1993).
Zwischen 1995 und 1998 arbeitet Leandros an drei Alben mit Jack White, die jeweils wieder in den deutschen Charts vertreten sind. Mit ihrer deutschen Version des Titanic-Titellieds "Weil mein Herz Dich nie mehr vergißt" gelingt ihr 1998 ihr größter Charterfolg seit 1982.
Auch mit ihrem selbstkomponierten Album "Jetzt!" gelingt Vicky Leandros im Jahr 2000 ein größerer Erfolg. Nicht nur in Deutschland ist das Album in den Charts, auch in Kanada, China, Japan, Belgien und Südafrika schafft sie es in die Hitparaden.
2003 nimmt sie ein weiteres Album auf: "Vicky Leandros singt Mikis Theodorakis". Im selben Jahr erhält sie von der griechischen Regierung eine Ehrung für ihr Engagement für die griechische Kultur und Musik im Ausland und von der griechisch-orthodoxen Kirche einen Orden für ihre Arbeit mit Kindern in Afrika.
2005 veröffentlicht Vicky Leandros ein weiteres erfolgreiches Album: "Ich bin wie ich bin". Im selben Jahr wird ihr in Griechenland der "Woman of the Year"-Award verliehen.
2006 startet die Sängerin eine Jubiläumstournee durch Europa und bewirbt sich für eine dritte Teilnahme am Eurovision Song Contest, diesmal für Deutschland. In der Vorauswahl kann sie sich jedoch nicht gegen Texas Lightning durchsetzen.