Tschüss "Metalheads": In Wacken spielten in den vergangenen Tagen rund 120 Bands vor 75.000 Heavy-Metal-Fans. Rettungsdienste und Polizei hatten wenig zu tun bei dem weltweit größten Metal-Festival. Die Vorbereitungen fürs nächste Jahr laufen bereits.

Nach 72-stündigem Heavy-Metal-Marathon in Wacken ist wieder Ruhe in die kleine schleswig-holsteinische Gemeinde eingekehrt. Bis spät in die Nacht zum Sonntag schallten dort noch Akkorde über das 250 Hektar große Gelände, bevor sich zahlreiche "Metalheads" Richtung Heimat verabschiedeten. Mehr als 75.000 von ihnen waren zum weltweit größten Heavy-Metal-Festival gekommen und verwandelten den Ort für drei Tage in das Epizentrum harter Musik.

Vorverkauf für W:O:A 2017 bereits gestartet

"Ich glaube, wir haben das wieder gerockt", sagten die Veranstalter Thomas Jensen und Holger Hübner zufrieden gegenüber der "Deutschen Presse Agentur". Auch bei den teils weit angereisten Fans bedankten sich die Veranstalter: "THANX FOR YOUR SUPPORT METALHEADS!!!"

Jensen verriet schon die ersten Bands fürs nächste Jahr: Beim 28. W:O:A sollen unter anderem die Bands Avantasia und Powerwolf am Start sein. Der Ticketvorverkauf für W:O:A 2017 hat bereits begonnen.

Auftakt mit Iron Maiden und den "Wacken Firefighters"

Diese Woche findet wieder das Kult-Festival für Metal-Fans statt.

Musikalisches Highlight des 27. Wacken Open Air war gleich zu Beginn der Auftritt der britischen Kultband Iron Maiden. Die Metal-Legenden feierten am Donnerstagabend auf der (noch nicht zerstörten) Kuhweide vor zehntausenden Zuschauern den Abschluss ihrer Welttournee "The Book Of Souls World Tour". Auch einen sportlichen Höhepunkt lieferten die Hardrocker. Mit einigen Roadies traten sie einen Tag vor ihrer Bühnenshow in einem inoffiziellen Fußball-Freundschaftsspiel gegen den FC Wacken der 1800-Seelen-Gemeinde an.

Neben Iron Maiden begeisterten auch die Bands Blind Guardian, Bullet For My Valentine, Foreigner, Ministry sowie Twisted Sister die aus aller Welt angereiste Wacken-Community. Mehr als 120 Bands sorgten auf acht Bühnen für die passende Festival-Stimmung. Darunter auch die kultigen "Wacken Firefighters". Traditionell eröffnete die örtliche Feuerwehrkapelle mit Blasmusik inoffiziell die Metal-Party. Tausende Headbanger waren am Mittwochabend zum Schunkeln aufs Gelände geströmt.

Fans feiern Schlammschlachten

Am Freitag hatten die 75.000 Fans noch Glück mit dem Wetter, der Samstag begann mit einem heftigen Gewitter und der Warnung, Fans sollten erst einmal in den Autos warten. Zum Mittag gab es Entwarnung und die Show konnte weitergehen. Besonders am dritten Festivaltag sorgten dunkle Wolken, Donner und Starkregen für düstere Wetterstimmung. Der Starkregen sorgte für schlammige Campingplätze und ein matschiges Festivalgelände - samt Schlammschlachten der Besucher. Die ließen sich die gute Stimmung durch Nässe und Matsch nicht nehmen.

"Das mit dem Wetter hier kennen wir doch schon lange. Natürlich ist es noch entspannter, wenn die Sonne scheint, aber auch von den matschigen Böden lassen wir uns die Laune nicht verderben.", erklärte einer der Besucher gegenüber den "Ruhr Nachrichten".

Viel Matsch und ein halbes Ohr

Auch der Rettungsdienst zog ein positives Fazit. Die Polizei registrierte 176 Diebstähle und 57 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Festival sei insgesamt ruhig verlaufen. Auch die Anzahl der medizinischen Einsätze sei "Wacken-typisch", sagte ein Sprecher.

Zu einem Unglück kam es am Freitag auf dem Campingplatz, als zwei Männer versuchten, eine Feuerwerksrakete aus einer Flasche heraus zu zünden. Die Rakete fiel um und explodierte beim Versuch der beiden, sie wieder aufzustellen, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden die 50 und 51 Jahre alten "Metalheads" schwer verletzt - einer davon verlor bei dem Unfall ein halbes Ohr. Beide kamen mit dem Rettungshubschrauber in Kliniken.

Neues Sicherheitskonzept funktionierte ohne Probleme

Unter dem Aspekt der Sicherheit besuchte Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) das Festival am letzten Tag. Als Reaktion auf die jüngsten Gewalttaten in Ansbach, München und Würzburg waren die Sicherheitsbestimmungen auf dem Open Air verschärft worden.

Zum ersten Mal waren Rucksäcke und Taschen auf dem Festival-Gelände verboten. Die Polizei zeigte zudem mehr Präsenz. Studt lobte die gute Zusammenarbeit mit den Organisatoren.© dpa