Neonazi Gerd Honsik stellt sich hinter Xavier Naidoo. Der in die Kritik geratene Musiker sei "politisch verfolgt" und solle weiter seine Lieder "wider die westlichen Werte" singen.

Xavier Naidoo ist um einen Fan reicher: Der strafrechtlich verurteilte Holocaustleugner Gerd Honsik hat dem Musiker eine "Ballade" gewidmet. Er veröffentlichte das Gedicht "Endkampf um Mittelerde" auf YouTube.

Xavier Naidoo bekommt Rückendeckung - zumindest sowas in der Art.


Honsik war 2010 wegen Wiederbetätigung (Betätigung im nationalsozialistischen Sinn) zu vier Jahren Haft verurteilt, 2011 jedoch aufgrund der guten sozialen Integration in seiner Wahlheimat Spanien und seines Alters (damals 69) frühzeitig aus der österreichischen Haft entlassen worden.

"Die folgende Ballade widme ich dem politisch verfolgten Sänger Xavier Naidoo", sagt Honsik in dem Video zur Einleitung und stellt seinem Text "einen Widerspruch" voran: "Sing deinen Song, Naidoo, wider die westlichen Werte! Bleibe Lug und Trug auf der Fährte, Sohn Deutschlands Du!"

Naidoo war zuletzt wegen seines Textes zu "Marionetten" in die Kritik geraten. Der 45-Jährige verteidigte das Lied gegen den Vorwurf des Rechtspopulismus.

"Marionetten" sei eine Überzeichnung

In dem politikerkritischen Song gehe es "um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen", sagte Naidoo.

Das Lied sei eine bewusste Überzeichnung. "Das mag missverständlich gewesen sein", schrieb Naidoo auf Facebook. (ank)

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