Zum 50. Todestag: So hat Jimi Hendrix die Rockmusik geprägt

Fünfzig Jahre ist es her: Am 18. September 1970 starb Jimi Hendrix, einer der bekanntesten Gitarristen der Welt, tragisch im Alter von 27 Jahren. Der Gitarrist ist noch heute eine Inspiration für viele Künstler. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Hendrix kam im November 1942 in Seattle auf die Welt. Schnell setzte sich bei James Marshall der Spitzname Jimi durch. Nachdem sein Vater Al (li.) bei der Army gewesen war und nach seiner Heimkehr keinen Job fand, verarmte die Familie. Häusliche Gewalt und Alkoholkonsum sollen an der Tagesordnung gestanden haben. Schließlich trennten sich die Eltern.
Jimi Hendrix wuchs von da an bei seinem Vater auf. Seine beiden jüngeren Bruder ereilte ein anderes Schicksal: Joey wurde zur Adoption freigegeben und Leon musste in ein Waisenhaus. Jimi Hendrix flüchtete sich von da an in die Musik. Er brachte sich das Gitarrespielen selbst bei.
Seine erste richtige – nicht gebrauchte – Gitarre bekam der Ausnahmemusiker schließlich nach einem Konzert mit seiner ersten Band geschenkt. Während sein Interesse an der Rockmusik immer größer wurde, lief es in der Schule nicht so gut. Wegen schlechter Noten musste Hendrix die Schule verlassen. Auch bei der Army wurde er danach vorzeitig entlassen.
Danach schlug sich Hendrix als Gitarrist durch. Sein erstes großes Engagement bekam er (li.) bei den Isley Brothers (Bild), danach spielte er in der Tourband von Little Richard. Mit seinen Musikerkollegen eckte Hendrix immer wieder an: Er fühlte sich oft überlegen und wollte sein Ding durchziehen.
1965 gründete der Musiker schließlich seine erste eigene Band Jimmy James and the Blue Flames. Hendrix schien sich endlich verwirklichen zu können. Bei Konzerten in Clubs konnte er schließlich eine wichtige Person in seinen Bann ziehen: Linda Keith, die damalige Freundin von Keith Richards.
Über sie lernte Hendrix den Rolling-Stones-Manager Andrew Loog Oldham und den Produzenten Seymour Stein kennen. Doch diese hatten kein Interesse an Hendrix. Linda Keith gab aber nicht auf. Schließlich sah der Bassist Chas Chandler (li.) ebenso einen Star in Hendrix und überzeugte ihn, mit nach London zu kommen und dort seine Karriere zu starten.
Dank Chandler erhielt Hendrix einen Plattenvertrag. Chandler selbst übernahm das Management des Gitarristen. Seinen bisherigen Künstlernamen Jimmy James legte Hendrix ab. Von da an trat er als Jimi Hendrix auf. An seiner Seite: der Schlagzeuger Mitch Mitchell (li.) und E-Bassist Noel Redding (re.). Gemeinsam bildete das Dreiergespann die Band The Jimi Hendrix Experience. Hendrix begann auch zu singen.
Die Gruppe tourte durch Europa und konnte durch Konzerte und Fernsehauftritte zu erster Bekanntheit gelangen. Vor allem die Briten schätzten die wilde Musik: Der erste Song "Hey Joe" schaffte es auf Platz vier der britischen Charts. Das Album "Are You Experienced" schaffte es sogar auf Platz zwei.
Erst nach dem Erfolg in Europa kehrte Hendrix in seine Heimat, die USA, zurück. Dort legte die Band beim Monterey Pop Festival in Kalifornien einen legendären Auftritt hin. Hendrix zündete nach neun Songs seine Gitarre an. "Man opfert die Dinge, die man liebt", soll er seine Aktion danach begründet haben. Viel blieb von der Gitarre nicht übrig…
Obwohl es für die Band um Hendrix kaum hätte besser laufen können, trennte sie sich 1969 und Hendrix stellte eine neue Band zusammen. Der mittlerweile weltberühmte Gitarrist sorgte nicht nur mit seiner Musik für Schlagzeilen. Er soll häufig Drogen und Alkohol konsumiert haben und psychisch labil gewesen sein.
Den letzten Auftritt seines Lebens hatte Hendrix auf der kleinen Insel Fehmarn in Deutschland. Am 6. September 1970 spielte er beim Love-and-Peace-Festival (Bild), nur zwölf Tage darauf starb er in London. Heute erinnert dort ein Gedenkstein an den Musiker.
Hits wie "Hey Joe", "Purple Haze" oder "The Wind Cries Mary" sind bis heute unvergessen. Die Musikzeitung "The Rolling Stone" ernnante Hendrix zum besten Gitarristen aller Zeiten. Viele Auszeichnungen erhielt der Ausnahmekünstler allerdings erst posthum, wie etwa 1994 einen Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame.
Die innovative und wilde Spielweise von Hendrix inspiriert bis heute Gitarristen auf der ganzen Welt. Seine einzigartigen Gitarrenklänge prägten das Musikverständnis verschiedenster Musiker und Musikrichtungen.
Vor allem in der Rockszene der 70er ist der Einfluss Hendrix deutlich zu spüren gewesen. Erfolgreiche Gitarristen wie Ritchie Blackmore von Deep Purple (Bild, 1984), Jimmy Page von Led Zeppelin oder Alvin Lee wurden von der Spielweise des Rockstars inspiriert.
Doch auch Genre-übergreifend färbte Hendrix‘ Stil ab: Jazzmusiker wie Miles Davis oder John McLaughlin (Bild, 2014) zählten zu seinen Bewunderern.
Bevor Lemmy Kilmister selbst bekannt wurde, war er mit Hendrix unterwegs. Als Roadie heuerte er in London bei Hendrix an, der noch einen Helfer suchte. Später gründete Kilmister die erfolgreiche Rockband Motörhead. Über Hendrix sagte Kilmister in einem Interview mit dem britischen Kerrang!-Radio: "Er war ein guter Kerl, aber immer absolut stoned."
Auch Singer-Songwriter John Mayer ließ sich von Jimi Hendrix inspirieren. So gab er etwa im Jahr 2014 bei einem Konzert Hendrix‘ Song "All Along The Watchtower" zum Besten und bewies dabei sein einmaliges Fingergeschick an der Gitarre.
Auch Größen wie Eric Clapton oder Lenny Kravitz (Bild) gaben seine Lieder zum Besten. Kravitz erzählte in einem Interview mit der "New York Times", dass er ein riesiger Fan von Hendrix sei. Er sei schon als Kind sein Idol gewesen und habe ihn inspiriert.
Sie wurden mit Jimi Hendrix groß und ließen sich von seiner Musik beeinflussen. Die Red Hot Chili Peppers sind Hendrix-Fans, allen voran Hillel Slovak (2.v.l.), der bereits verstorbene Gitarrist der Band. In seinem Kinderzimmer soll vor allem die Musik der Rocklegende gelaufen sein. Die Red Hot Chili Peppers coverten auch Songs von Hendrix.
Auch heute noch lieben Musiker die Musik von Hendrix. Superstar Lady Gaga beispielsweise outete sich als Fan, als sie ein Jimi-Hendrix-Shirt trug. Auch die britische Band The Cure zählt zu seinen Fans aus dem Musikgeschäft. Auf dem ersten Album der Band, "Three Imaginary Boys" (1979) findet sich eine Coverversion von Jimi Hendrix‘ "Foxy Lady". Hier im Bild zu sehen: Robert Smith (li.) und Simon Gallup von The Cure.