Zum 55. Geburtstag: Veronica Ferres und ihr leiser Sprung nach Hollywood

Veronica Ferres ist aus der Filmbranche nicht wegzudenken – und ihre Darbietungen sind nicht nur in deutschen Produktionen zu sehen. Die Schauspielerin war auch schon an zahlreichen US-Filmprojekten beteiligt. Anlässlich ihres 55. Geburtstags am 10. Juni 2020 blicken wir auf ihre Karriere zurück. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Veronica Ferres wurde 1965 in Solingen, Nordrhein-Westfalen, als Tochter des Kohle- und Kartoffelhändlers Peter Ferres geboren. Sie wuchs dort auf dem Hof ihrer Eltern auf. Ihre Kindheit war jedoch alles andere als einfach.
In der Schule hatte Ferres mit Mobbing zu kämpfen. Sie litt zu jener Zeit an Gewichtsschwankungen und fing an, sich an ihren Unterarmen zu ritzen. Dass sie irgendwann eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands würde, hatte sie damals vermutlich noch nicht geahnt.
Nach dem Abitur und einem abgebrochenen Studium widmete sich Ferres zunächst einer Karriere am Theater, ehe es für sie in den 90ern Richtung Fernsehen ging. 1992 erregte sie erste internationale Aufmerksamkeit, als sie in Helmut Dietls satirischer Komödie "Schtonk!" (Foto) mitwirkte, die im gleichen Jahr für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert worden war.
Ihr Weg Richtung Hollywood ging weiter: 1995 mimte Ferres in der deutsch-US-amerikanisch-österreichischen Produktion "Katharina die Große" (Foto) die Geliebte des Zaren. Die Hauptrolle in dem Historiendrama hatte niemand Geringeres als Catherine Zeta-Jones inne.
Die Aufmerksamkeit deutscher Zuschauer erspielte sich Ferres in den 90ern unter anderem in Dietls "Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" (1997, Foto). Regisseur Sönke Wortmann überließ Ferres zuvor die Hauptrolle in "Das Superweib" (1996), die ihr wahrlich auf den Leib geschnitten war.
Den nächsten Schritt auf der Hollywood-Karriereleiter machte Ferres im Jahr 1999, als sie zusammen mit John Malkovich (Mitte) für "Ladies Room" (Foto) vor der Kamera stand – nicht die einzige gemeinsame Produktion mit dem US-Schauspieler…
Im Jahr 2000 folgte zwar nur eine TV-Mini-Serie. Der internationale Cast von "Les Misérables – Gefangene des Schicksals" (Foto) umfasst aber durchaus große Namen aus dem Film-Business: John Malkovich, Gérard Depardieu, Charlotte Gainsbourg und viele mehr. 2013 stand sie für "Casanova Variations" schließlich ein drittes Mal mit Malkovich vor der Kamera.
Ebenfalls 2013 drehte Ferres den internationalen Kinofilm "Hectors Reise und die Suche nach dem Glück" mit Simon Pegg (Mitte), Toni Collette, Rosamund Pike (li.) und Jean Reno. Ein Jahr zuvor spielte die Wahl-Münchnerin zudem in "Der Teufelsgeiger" mit. Deutsche Unterstützung erhielt sie hier von David Garrett und Helmut Berger, der Rest des Hauptcasts war fremdsprachig.
2015 stand sie gemeinsam mit Nicolas Cage im Mystery-Thriller "Pay the Ghost" (Foto) von Regisseur Uli Edel vor der Kamera.
Mit Michael Shannon (li.) und Gael Garcia Bernal machte sie gemeinsame Sache im Vulkan-Katastrophenfilm "Salt and Fire" (2016) von Werner Herzog. Der Thriller spielt in der Salzwüste Boliviens auf 4.200 Metern Höhe.
Während es schauspielerisch restlos erfolgreich für Ferres lief, brauchte sie in Sachen Liebe mehrere Anläufe. So war sie von 1990 bis 1999 mit Helmut Dietl liiert, der ihr damals zu ihren ersten Filmrollen verhalf.
Es folgte eine langjährige Ehe mit dem Werbemanager Martin Krug. Die beiden waren von 2001 bis 2010 verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter.
Seit 2009 ist Ferres mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer, bekannt aus "Die Höhle der Löwen", zusammen. Die beiden gaben sich 2014 das Jawort.
Veronica Ferres liegt neben der Schauspielerei auch Wohltätigkeitsarbeit am Herzen. Ob für Kinderhospize, Kinderdörfer, Frieden im Nahen Osten, gegen Kindesmisshandlung, Aids oder Tuberkulose – die Schauspielerin will sich für vieles einsetzen.
Ihre heutigen 55 Jahre sieht man Ferres keineswegs an. Ihr frisches Aussehen kommt jedoch nicht von ungefähr. "Ich tue viel dafür. Ich lebe gesund und steige jeden Morgen auf den Crosstrainer oder gehe laufen", erklärte sie 2014 im Interview mit "Bild". Außerdem ist sie Fan der sogenannten Steinzeit-Diät, in der man vollends auf Zucker, Getreide und Milchprodukte verzichtet.