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Alice Schwarzer: Ihre Thesen, ihre Erfolge, ihr Leben

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Ein Leben für den Feminismus: Alice Schwarzers Kämpfe gegen die Unterdrückung der Frau in Bildern. © top.de

Im Herbst 1975 erschien Alice Schwarzers Buch "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen", in dem Frauen über Liebe und Sexualität aus ihrer Sicht berichten. So etwas gab es vorher noch nie.
1977 erschien die erste "EMMA", Schwarzers eigene Frauenzeitschrift. Bis heute ist das Blatt voll und ganz in ihrer Hand – es gab 2008 mal einen Versuch, den Chefposten weiterzugeben, aber der scheiterte.
1985, im Streitgespräch mit Heiner Geißler, CDU. Zu der Zeit war Schwarzer schon lang berühmt – und umstritten. Die Befreiung von Geschlechternormen passte vielen nicht ins Weltbild.
Schwarzer ist "für Chancengleichheit für Frauen und Männer und gegen jede Rollenzuweisung im Namen des biologischen Geschlechts", heißt es auf ihrer Webseite. Also jeder wie er will? Nicht ganz ...
Ihre Kampagnen in der "Emma" sorgten auch für Gegenwind, wie hier zum Thema Recht auf Abtreibung. Auch Schwarzers "PorNO"-Kampagne gegen Pornografie provoziert seit 1987 Diskussionen.
Auch für ihre Position zum Islam steht sie in der Kritik. In der "Emma" bezeichnete sie das Kopftuch 2003 als "Flagge der islamistischen Kreuzzügler".
Die Sicht auf den Islam ist ein Thema, bei dem sich Angela Merkel und Alice Schwarzer widersprechen. Ansonsten stecken sie gerne freundschaftlich die Köpfe zusammen. "Ich bin stolz auf sie", sagte Schwarzer 2017 der "NoZ".
Alice Schwarzer gehört zu den berühmtesten Personen Deutschlands. Hier werden sie und Günther Jauch 2004 für ihre spannende Quizrunde im "WWM"-Promispecial mit einem Bambi geehrt.
2005 bekam sie von Jürgen Rüttgers das Bundesverdienstkreuz verliehen. Als Feministin gar nicht so einfach - radikale Feministinnen warfen ihr vor, sich damit der "Männergesellschaft" angebiedert zu haben.
In der 2011 erschienenen Biografie "Lebenslauf" reißt Schwarzer erstmals ihr eigenes Liebesleben an und berichtet von Beziehungen mit Männern und Frauen.
Für Aufsehen sorgte auch Schwarzers journalistische Begleitung des Kachelmann-Prozesses für "Bild" 2011.
Alice Schwarzer ist und bleibt auch mit 74 Jahren eine streitbare Figur, der man trotz aller Radikalität nicht die Errungenschaften absprechen kann, die sie für Frauen erkämpft hat.
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