Nach Antisemitismus-Vorwürfen gegen Pink-Floyd-Star Roger Waters hat die ARD Konsequenzen gezogen: Zu ihr gehörende Sender werden die Konzerte des Musikers im Sommer 2018 nicht präsentieren. Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg kritisiert die Entscheidung.

Roger Waters gehört zu den bekanntesten Musikern der Gegenwart, als Mitglied der Band Pink Floyd ist er in die Musikgeschichte eingegangen. Im Sommer 2018 will der Brite im Rahmen seiner aktuellen Tour in Deutschland spielen. Doch nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn verzichten Sender der ARD wie WDR, NDR und RBB darauf, die Konzerte zu präsentieren.

"Hier klar Position zu beziehen, ist für den RBB ein wichtiges Signal, auch an die jüdischen Gemeinden in Berlin und Brandenburg", wird Intendantin Patricia Schlesinger unter anderem von "Tagesspiegel.de" zitiert.

Konzertveranstalter kritisiert Entscheidung

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg nannte die Entscheidung der Sender im Gespräch mit dem "Mannheimer Morgen" "lächerlich".

Zwar habe Roger Waters eine bedenkliche Meinung zu Israel. Sein "Recht auf Meinungsfreiheit" wolle er ihm aber nicht bestreiten.

"Wenn die Öffentlich-Rechtlichen einen Beitrag leisten möchten, fände ich es beispielhaft, wenn vor allen Beiträgen über Luther oder Wagner-Aufführungen auf die teilweise blutrünstigen antisemitischen Theorien dieser Herren hingewiesen würde."

Da gäbe es seiner Meinung nach Nachholbedarf. Das künstlerische Werk von Waters sei hingegen "weder antisemitisch noch anti-jüdisch".

Roger Waters hat immer wieder mit seiner Anti-Israel-Haltung wegen der Palästinenserpolitik für Schlagzeilen gesorgt. So rief er unter anderem andere Künstler in der Vergangenheit dazu auf, nicht in Israel aufzutreten. (cf)

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