Atze Schröder: Ein Leben als Kunstfigur

Seit mehr als 20 Jahren begeistert Atze Schröder die deutsche Comedywelt – und das als reine Kunstfigur. Denn seine wahre Identität hält der Komiker seit Beginn seiner Karriere unter Verschluss. Ob am 27. September dennoch gefeiert wird? Zumindest die Kunstfigur des anonymen Darstellers kann sich über ihren 54. Geburtstag und viele erfolgreiche Jahre im Show-Business freuen. Ein Rückblick. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Wer hinter der Kunstfigur Atze Schröder steckt, ist bis heute nicht öffentlich bekannt. Aufdeckungsversuche blockt der Komiker mithilfe seines Anwalts ab. Seiner Karriere tut das keinen Abbruch. Wie alles begann? Mit seiner legendären Locken-Perücke und der 80er-Jahre-Sonnenbrille trat Atze Schröder in den Neunzigern im Hamburger Schmidt-Theater und dem "Quatsch Comedy Club" auf.
Seiner fiktiven Biografie zufolge wurde Atze Schröder in Essen-Kray geboren, war in seiner Jugend begeisterter Kunstturner und sogar Jugendmeister. Er absolvierte eine Ausbildung zum Tanzlehrer und studierte temporär Soziologie, ehe er in den Neunzigern schließlich Komiker wurde.
Ein Karriere-Schritt, der sich auszahlen sollte: Im Jahr 2000 bekam Atze Schröder mit "Alles Atze" seine eigene TV-Show bei RTL. Bis 2007 spielte er darin erfolgreich neben Heike Kloss, die seine Freundin Biene mimte, sich selbst - einen Kioskbesitzer aus Essen.
Auch mit Live-Programmen wie "Nur so geht's" (1998), "Goldene Zeiten" (2003), "Mutterschutz" (2007), "Schmerzfrei" (2011) oder "Richtig Fremdgehen" (2014) konnte Atze Schröder über die Jahre hinweg glänzen.
Kein Wunder also, dass Atze Schröder in seiner bisherigen Karriere schon zahlreiche Preise einheimste. 2003 gewann er mit seiner TV-Show "Alles Atze" den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Sitcom" (Bild). Über den Deutschen Comedypreis freute er sich bislang fünfmal. Von 2002 bis 2007 moderierte er die Veranstaltung sogar.
Atze Schröder hat aber noch mehr Eisen im Feuer: 2004 veröffentlichte er seinen eigenen Comic mit dem einfach gehaltenen Namen "Atze Schröder - Der Comic". 2013 folgte ein Buch mit dem Titel "Und dann kam Ute". Drei Jahre später erschien der Roman "Der Turbo von Marrakesch".
Der Komiker, der durchweg Ruhrdeutsch spricht, hat es im Laufe seiner Karriere zu einem absoluten Kult-Spruch gebracht. Denn nicht nur die Sonnenbrille sowie die Perücke gehören zu ihm. Auch die Aussage "Ja nee, is' klar!" ist längst ein Markenzeichen geworden, das er bei seinen Auftritten häufig auf dem T-Shirt trägt.
Wer im Fernsehen glänzt, kann auch Kino: Auf Atze Schröder trifft das zu. 2004 war er in "7 Zwerge - Männer allein im Wald" zu sehen, 2006 in der Fortsetzung "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug". 2008 übernahm er in "U-900" sogar eine der Hauptrollen (Bild).
Comedy ist und bleibt sein Ding: Seit September 2019 tritt Atze Schröder als Moderator des Comedyformats NightWash auf. Damit tritt er in die Fußstapfen von deutlich jüngeren Künstlern wie Luke Mockridge oder Tahnee Schaffarczyk, die den Job ebenfalls einmal übernommen hatten.