(jv/sist) - Er pöbelt, er motzt, er bringt Teenies reihenweise zum Heulen - Dieter Bohlen ist nicht gerade zart besaitet: Außer, es geht an das eigene Ego.

Der Pop-Titan verklagt jetzt nämlich die Bundesrepublik Deutschland wegen Verletzung der Menschenrechte. Ein Sprecher des Bundesjustizministerium bestätigte in Berlin einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

Grund für das skurrile Gerichtsdrama: Die Werbe-Plakate der Zigarettenmarke Lucky Strike. Die machen sich nämlich ein bisschen über Bohlens Buch "Hinter den Kulissen" lustig, aus dem mehrere Passagen geschwärzt werden mussten, nachdem einige Promis klagten.

Beleidigt ist Bohlen darüber natürlich nicht: "Ich verstehe doch Spaß", erklärte Bohlen der "Bild"-Zeitung. "Aber der hört bei mir als Nichtraucher auf, wenn ein Tabakkonzern auf meine Kosten Werbung macht."

Und wenn ein Dieter Bohlen klagt, dann lässt er sich natürlich auch nicht so einfach abspeisen. Das Landgericht Hamburg und das Oberlandesgericht gaben ihm noch Recht, doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil wieder auf, die Verfassungsbeschwerde wurde zurückgewiesen.

Dieter muss nun die Bundesrepublik auf Schadensersatz verklagen. Immerhin steht ihm dabei Ernst August von Hannover bei. Der klagte ebenfalls gegen Lucky Strike. Eines deren Werbeplakate zeigt eine zerknautschte Zigarettenschachtel und textet: "War das Ernst? Oder August?"

Damit spielt es auf zwei körperliche Auseinandersetzungen des Prinzen an. Laut "Bild" argumentieren seine Anwälte, die Werbung würde ihn als "brutalen Schläger" an den "sozialen Pranger" stellen.​ Die Zigarettenwerbung gefährde sein Privatleben, so der Gatte von Caroline von Monaco.

Nach Angaben des Ministeriumssprechers wurde die Bundesregierung von dem Gerichtshof inzwischen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Dabei geht es zunächst um die Frage, ob die Klage ihrer Auffassung nach überhaupt zulässig sei und sich die Straßburger Richter damit befassen müssen. Die Frist dazu laufe am 5. Mai ab.