Brian Johnson wird 72: Das Leben eines Rock-Giganten

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Brian Johnson ist Mitglied einer der legendärsten Bands aller Zeiten: AC/DC. 1973 von Malcom Young und seinem Bruder Angus gegründet, erlebte die Band einen kometenhaften Aufstieg. Als Frontsänger Bon Scott starb, trat er auf die Bildfläche: Brian Johnson. Heute wird die Legende 72 Jahre alt. Deshalb blicken wir auf das Leben und die unglaubliche Karriere des Vollblut-Rockers. © spot on news

Brian Johnson wurde am 5. Oktober 1947 in Dunston, Newcastle, geboren. Als Kind spielte er im Schultheater und sang im Chor, wodurch er seine kreative Ader entdeckte. Als Teenager verfiel er Ende der 50er Jahre dem Rock ´n´ Roll – und diese Liebe hält bis heute.
Johnson war erst 15 Jahre alt, als er mit der Band The Gobi Desert Canoe Club als Sänger in lokalen Clubs auftrat. Frontmann wurde er aus reiner Not, da er kein Geld hatte, um sich Gitarre oder Schlagzeug zu kaufen. Doch die Band hielt sich nicht lange und er gründete die Band USA, die später in Gordie umbenannt wurde.
Johnson hatte in den frühen 70er Jahren einige Auftritte als Vorgruppe der Band Fraternity. Dort lernte er auch Bon Scott kennen (Foto, l.), den Sänger von AC/DC. Eine Begegnung, die für Johnson alles verändern sollte. Denn Scott sprach später mit seinen Bandkollegen oft über ihn und schwärmte von dessen Talent.
Die Rock-Band AC/DC wurde 1973 von den Brüdern Angus und Malcolm Young gegründet. Zunächst verpflichteten sie Colin Burgess am Schlagzeug, Larry Van Kriedt als Bassist und Dave Evans als Sänger. Doch diese Konstellation hielt nicht lange – 1975 wurden Burgess und Kriedt durch Phil Rudd und Mark Evans ersetzt.
Allerdings änderte sich die Bandbesetzung bereits 1974, noch vor dem erscheinen des ersten Albums "High Voltage": Sänger Dave Evans musste Bon Scott weichen. 1979 erschien das erfolgreiche Album "Highway to Hell", das in die Rockgeschichte einging und sich 32 Wochen in den britischen Charts hielt.
Kurz nach der Veröffentlichung von "Highway to Hell" wurde die Band erschüttert: Frontsänger Bon Scott verstarb am 19. Februar 1980 an einer Alkoholvergiftung im Auto seines Freundes. Er wurde nur 33 Jahre alt.
AC/DC brauchte einen neuen Frontmann – und da erinnerten sich die Bandmitglieder an den oft erwähnten Brian Johnson. Er überzeugte und wurde neuer Sänger. 1980 erschien schließlich das Album "Back in Black" – das bis heute erfolgreichste AC/DC-Album. Allein in den USA ging es mehr als 22 Millionen Mal über den Ladentisch.
Am 29. Juni 1980 in Namur, Belgien, trat Johnson erstmals live mit der Band auf. Sein Markenzeichen: eine Ballonmütze. Die hatte ihm einst sein Bruder geschenkt, damit bei seiner früheren Arbeit in einer Autofabrik seine Haare nicht verklebten. Bis heute trägt er sie bei fast jedem Gig.
1981 erschien das Album "For Those About to Rock". Musikkritiker Tom Graves schrieb in seiner Rezension: "Das ist ein weiteres Meisterwerk aus der Brian-Johnson-Ära." 1988 folgte das Album "Blow Up Your Video" – im selben Jahr wurden AC/DC in die "ARIA Hall of Fame" aufgenommen.
Nach Ende der 1988-Tour nutzten AC/DC das Jahr 1989 zum Schreiben neuer Songs. 1990 meldete sich die Band schließlich mit dem Album "The Razors Edge" und der Hit-Single "Thunderstruck" zurück. Mehrere Platinauszeichnungen und eine Top-10-Platzierung krönten ihr Comeback.
2003 markierte den Höhepunkt der Bandgeschichte: Die Band wurde in die "Rock and Roll Hall of Fame" in Cleveland aufgenommen. Zu diesem Anlass gaben AC/DC ihre Hits "Highway to Hell" und "You Shook Me All Night Long" zum Besten.
Ein weiterer Schicksalsschlag der Bandgeschichte: Im September 2014 wurde bekannt, dass Malcolm Young aufgrund eines Schlaganfalls an Demenz leide und deshalb AC/DC endgültig verlassen müsse. Ersetzt wurde er durch seinen Neffen Steve Young. Im Jahr 2017 dann der Schock: Der Musiker verstarb mit 64 Jahren.
Im Februar 2014 begaben sich AC/DC auf eine Hallentournee durch die USA. Allerdings musste die im März abgebrochen werden. Der Grund: Sänger Brian Johnson hätte permanente Taubheit gedroht, wenn er die Tour nicht gestoppt hätte. Axl Rose, Sänger der Band Guns n’ Roses, sprang anschließend für die restlichen Konzerte ein.
Brian Johnson ist weiterhin Mitglied von AC/DC. Aber wegen seines Hörschadens kann er nicht mehr live auftreten. Im Studio arbeitet er allerdings weiterhin mit. Seither hat man wenig bis nichts von dem 72-Jährigen gehört – außer gelegentlicher Verlautbarungen, dass er gerne wieder ans Mikro zurückkehren würde.
An Ruhestand ist generell nicht zu denken: Seit 2017 ist Johnson Teil des Serienformats "Life On the Road". Dort reist der Sänger um die Welt und trifft Freunde und Kollegen aus der Musikwelt, um mit ihnen über ihr Leben zu plaudern. Ob er jemals wieder auf die Bühne zurückkehren kann, ist ungewiss.