Mit dem Song "Stress ohne Grund" hat Bushido eine Welle der Empörung losgetreten. Reue zeigt der Rapper jedoch nicht.

Zwar erkennt Bushido offenbar die Tragweite des Skandals. "Ich bin vielleicht ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen", gesteht der Rapper in einem am 15. Juli geführten Interview mit dem Nachrichtensender N24. "Aber ich würde mich jetzt auf keinen Fall entschuldigen", betonte Bushido. Einen Aufruf zur Gewalt könne er in seinem heftig kritisierten Song nicht erkennen: "Wenn ich überhaupt schieße, dann mit Wörtern und mit nichts anderem."

Vielmehr freut sich der Musiker über die Aufmerksamkeit für seinen Song: "Aus Geschäftsmann-Perspektive war das super. Wir sind in den Trends auf Platz eins." Das Video zu "Stress ohne Grund", das auf einigen Video-Portalen mittlerweile gesperrt wurde, habe binnen 48 Stunden über 1,2 Millionen Klicks gesammelt, so Bushido. "Das wird alles super, da kann sich keiner beschweren."

Aber selbst im Handel regt sich inzwischen Widerstand gegen den umstrittenen Song. So hat ein Saturn-Markt in Hürth eine für 15. Juli angesetzte Autogrammstunde mit Shindy, der zusammen mit Bushido auf der Single zu hören ist, kurzfristig abgesagt. Der Geschäftsführer der Saturn-Filiale sagte "Bild.de": "Wir haben die Autogrammstunde mit Shindy abgesagt, weil wir uns in aller Deutlichkeit von den textlichen Inhalten des Songs 'Stress ohne Grund' distanzieren und nicht in Verbindung damit gebracht werden wollen." Shindy bezeichnete die Absage auf Twitter als "Paranoia".

Das Stück "Stress ohne Grund" enthält unter anderem schwulenfeindliche Parolen und Hetze gegen Prominente wie Klaus Wowereit, Oliver Pocher und Claudia Roth. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien stimmt kommende Woche über ein Indizierungsverfahren ab. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit hat inzwischen Anzeige gegen den Musiker erstattet. Grünen-Geschäftsführer Volker Beck verurteilte das Stück als Aufruf zum Mord. Und Schlagersänger Heino forderte, Bushido müsse in seiner "kriminellen Energie dringend gestoppt werden". (cgs)