Charlie Sheen: Was macht eigentlich der "Hollywood-Rüpel"?

Charlie Sheen schaffte es immer wieder mit seinen Drogen- und Alkoholexzessen in die Schlagzeilen. Zuvor machte ihn die Sitcom "Two and a Half Men" zum bestbezahlten Serien-Schauspieler der Welt. Am 3. September 2020 feiert Sheen seinen 55. Geburtstag. Was macht der Skandal-Schauspieler heute? © 1&1 Mail & Media/spot on news

Charlie Sheen wurde am 3. September 1965 als Carlos Irwin Estévez in New York geboren. Er ist der jüngste Sohn des Schauspielers Martin Sheen. Nicht nur beruflich trat er in die Fußstapfen seines Vaters, auch dessen Künstlernamen Sheen übernahm er.
Schon als Jugendlicher hielt sich Sheen nicht gerne an Regeln. Kurz vor seiner Abschlussprüfung an der Santa Monica High School in Kalifornien wurde er 1983 wegen schlechter Noten und unentschuldigter Fehltage von der Schule geschmissen.
Doch das war für den jungen Rebellen kein Problem. Bereits mit 13 Jahren begleitete er seinen Vater zum Set von "Apocalypse Now" (Bild) und beschloss, ebenfalls Schauspieler zu werden. Zusammen mit seinen Schulfreunden Rob Lowe, Sean und Chris Penn drehte er Super-8-Filme.
Seinen ersten Aufritt vor der Kamera hatte er 1974 an der Seite seines Vaters Martin (re.) im Fernsehfilm "Die Hinrichtung des Soldaten Slovik".
Das war nicht das einzige Mal, dass Charlie Sheen zusammen mit seinem Vater in einem Film mitspielte. In "Wall Street" (1987) mimte er den Börsenmakler Bud Fox, der in einen kriminellen Insiderhandel verwickelt wurde. Martin Sheen verkörperte auch im Film seinen Vater, Carl Fox.
Großen Anklang bei Publikum und Kritikern fand Charlie Sheen durch die Hauptrolle im Anti-Kriegsfilm "Platoon" aus dem Jahr 1986. Der Film spielte mehr als 138 Millionen US-Dollar ein und ist damit der dritterfolgreichste Film, der den Vietnamkrieg thematisiert. Außerdem gewann der Streifen vier Oscars.
Ein kurzer Auftritt bleibt bis heute unvergessen: In "Ferris macht blau" (1986) ist Sheen als Drogensüchtiger in einer Polizeiwache zu sehen. Um den Entzug so glaubhaft wie möglich darstellen zu können, hatte er zuvor 48 Stunden nicht geschlafen.
Doch Charlie Sheens eigentliches Metier sind Komödien. In "Die Indianer von Cleveland" (1989) mimte er Rick "Wild Thing" Vaughn (mi.).
Seine bis dahin bekannteste Rolle war die des Topper Harley in der Slapstick-Komödie "Hot Shots! – Die Mutter aller Filme" (1991). Darin werden zahlreiche Action- und Kriegsfilme wie etwa "Top Gun" oder "Rocky" auf den Arm genommen.
1993 folgte mit "Hot Shots! Der zweite Versuch" die erfolgreiche Fortsetzung. Parodiert wurde auch hier fleißig – vor allem Sylvester Stallone in "Rambo 2 – Der Auftrag" diente als Vorlage.
Seine Slapstick-Liebe bewies Charlie Sheen auch in den Jahren 2003, 2006 und 2013. In den Jahren wirkte er im dritten (Bild), vierten und fünften Teil der "Scary Movie"-Filmreihe mit. In den Filmen werden Horror-Streifen parodiert.
Sein größter Coup gelang Charlie Sheen im Jahr 2003: Er ergatterte die Rolle des Charlie Harper in der CBS-Sitcom "Two and a Half Men". Die Serie wurde nicht nur ein riesiger Erfolg, sondern machte aus Sheen den bestbezahlten Fernsehstar der USA und sogar den bestbezahlten Serien-Schauspieler der Welt.
Die Figur des Frauenhelds Charlie Harper ist dem exzentrischen Schauspieler auf den Leib geschneidert. Seine Leistung brachte ihm von 2006 bis 2009 vier Emmy-Nominierungen sowie zwei Golden-Globe-Nominierungen ein.
Doch der Höhenflug fand ein bitteres Ende: Nachdem er öffentlich den Produzenten Chuck Lorre (3.v.li.) beleidigt hatte, gab Warner Bros. Television im März 2011 die Entlassung von Charlie Sheen bekannt. Dadurch wurde die Produktion der achten Staffel nach 16 Folgen eingestellt – geplant waren eigentlich 24.
Doch nicht nur die Beleidigung spielte bei der Kündigung eine Rolle. Charlie Sheen wurde am Set auch immer wieder durch seinen Drogenmissbrauch auffällig. Es kam, was kommen musste: Charlie Harper starb einen Serientod, Ashton Kutcher (mi.) nahm daraufhin in der neuen Hauptrolle Walden Schmidt seinen Platz ein.
Das nächste Angebot ließ nicht lange auf sich warten. Kurz danach erhielt Sheen die Hauptrolle in der Fernsehserie "Anger Management", die von 2012 bis 2014 ausgestrahlt wurde. Die Serie handelt vom ehemaligen Baseball-Spieler Charlie Goodson.
So erfolgreich die Schauspielkarriere von Charlie Sheen auch ist, sein Privatleben ist bei weitem nicht so rosig. Als Sheen 19 Jahre alt war, wurden er und seine High-School-Freundin Eltern einer Tochter. Danach war er mit Schauspielerin Kelly Preston (Bild) verlobt. Die Beziehung ging jedoch in die Brüche, nachdem er ihr 1990 in den Arm geschossen hatte.
Wenig später ging er eine Beziehung mit der ehemaligen Pornodarstellerin Ginger Lynn ein. 1995 heiratete er das Model Donna Peele (Bild), um sich nur fünf Monate später wieder scheiden zu lassen.
1996 prügelte Sheen seine Freundin und Pornodarstellerin Brittany Ashland bewusstlos. Die Folge: Der Schauspieler wurde zu einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden verurteilt. Auch seine nächste Ehefrau Denise Richards (Bild) verließ ihn 2006 nach vier Jahren Ehe wegen Gewaltandrohungen.
Es folgten noch weitere Skandale mit Frauen. Aber auch sein Drogenmissbrauch machte Sheen immer wieder Probleme. Eine mutmaßliche Überdosis 1998 öffnete ihm die Augen. Für Entziehungskuren und Aufenthalte in Drogenkliniken musste er immer wieder seine Karriere unterbrechen.