Daniel Radcliffe: Der ewige Harry Potter

Auch acht Jahre nach Erscheinen des letzten "Harry Potter"-Films verbinden die meisten Menschen den Namen Daniel Radcliffe noch immer mit dem berühmten Zauberlehrling. Dabei hat der talentierte Schauspieler sich mittlerweile zu einem echten Charakterdarsteller entwickelt. Seine beachtliche Kariere in Bildern. © spot on news

Mit dem Start der Verfilmung der "Harry Potter"-Reihe, basierend auf den Weltbestsellern von Joanne K. Rowling, wurde der damals 12-jährige Daniel Radcliffe über Nacht zum Megastar. "Harry Potter und der Stein der Weisen" hieß der erste Film, welcher das Leben des in London geborenen Schauspielers gehörig umkrempeln sollte.
Mit ihm betraten noch zwei weitere Nachwuchstalente die Kinderstar-Bühne: Emma Watson und Rupert Grint, welche die Rollen von Hermine Jean Granger und Ron Weasley verkörperten.
Der vierte Teil "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" kam 2004 in die Kinos. Was damals von den Fans keiner ahnte: Um dem Druck stand zu halten, trank Daniel Radcliffe bereits vor den Dreharbeiten Alkohol. Oft erschien er sogar betrunken am Set. Zum Glück zog er noch rechtzeitig die Notbremse und gilt seit über sechs Jahren als trocken.
Das australische Filmdrama "December Boys" (2007) war Radcliffes erster Versuch, das Zauberlehrling-Image abzuschütteln. Doch selbst in den überwiegend positiven Kritiken wird sein Name weiterhin mit Harry Potter in Bezug gebracht. So schreibt das Kinomagazin "Cinema": "Vor allem 'Harry Potter'-Darsteller Daniel Radcliffe beweist, dass er das Talent für Charakterrollen besitzt – auch wenn es ungewohnt ist, ihn mit behaarten Beinen oder einer Zigarette in der Hand zu sehen."
Es mussten offenbar drastischere Maßnamen her, um sich vom "harmlosen Kindchenschema" zu lösen. Und so hatte Daniel Radcliffe mit Peter Shafers "Equus" 2007 sein Theater-Debüt, in dem er teils nackt einen psychisch kranken Stalljungen spielte. Die Medien reagierten erwartungsgemäß irritiert.
Mit dem letzten Film der "Harry Potter"-Reihe "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2" ging 2011 eine Ära zu Ende. Das hartnäckige Zauberlehrling-Image ließ sich allerdings anschließend nicht so einfach wegzaubern.
Dass Radcliffe sich in Sachen Schauspielerei vermehrt Independent-Produktionen zuwandte, interessierte seine mehrheitlich minderjährigen Anhänger nicht. Er ist und bleibt ihr "Harry Potter"-Idol. Wo immer er auch auftaucht, sind die Fans – wie hier im Jahr 2010 – sofort zur Stelle.
Im Gegensatz zu vielen anderen Kinderstars, blieben bei Daniel Radcliffe Skandale, öffentliche Abstürze und andere Eskapaden weitgehend aus. Bodenständigkeit ist ihm wichtig. So ist er seit 2012 mit Schauspielkollegin Erin Darke glücklich liiert.
2013 spielte Radcliffe in der Horror-Thriller-Komödie "Horns" die Hauptrolle. Seine Verkörperung eines jungen Mannes, der eines Tages mit Hörnern aufwacht samt der Gabe, dass ihm alle Menschen ihre dunkelsten Geheimnisse anvertrauen, stieß bei Kritikern wie Zuschauern auf durchwachsene Reaktionen.
Daniel Radcliffe als aggressiver Skinhead – die vielleicht größtmögliche Anti-Figur zu Harry Potter. In "Imperium" (2016) mimt er einen FBI-Agenten, der Undercover in der rechtsextremen Szene ermittelt. In Interviews gab Radcliffe hinterher an, dass er große Probleme gehabt habe, diese Rolle zu spielen, da er sich mit ihr nicht identifizieren konnte.
Im gleichen Jahr kommt auch "Swiss Army Man" in die Kinos. Radcliffe spielt darin eine Leiche, deren Kommunikation sich einzig auf Flatulenz-Geräusche beschränkt – seine bislang vermutlich schrägste und auch gewöhnungsbedürftige Rolle.
Radcliffe bleibt dem Theater treu – wie hier mit dem Stück “The Lifespan of A Fact", aufgeführt im Oktober 2018 in New York. Schauspielerisch setzt er weiter auf ungewöhnliche Produktionen statt auf Blockbuster und hält sich zudem vom Medienrummel fern. Dass er weder bei Facebook aktiv ist, noch einen Instagram-Account führt, ist übrigens eine bewusste Entscheidung, wie er in einem Interview mit der "Cosmopolitan" offenbarte: "Ich habe nicht die mentale Stärke dafür."
Daniel Radcliffe im Sommer 2019: Acht Jahre nach "Harry Potter" besitzt er immer noch ein geschätztes Vermögen von umgerechnet 97 Millionen Euro. Ein Teil seines Geldes setzt er für gute Zwecke ein, so gilt er als einer der Hauptunterstützer des "Trevor Projekt", eine US-Non-Profit Organisation, die ein 24-Stunden-Krisentelefon für Jugendliche mit Suizid-Gedanken anbietet.