Deutsche Synchronsprecher: Diese Stars hörten sich plötzlich anders an

Sie ist untrennbar mit der Figur aus dem Film verbunden: Die deutsche Synchronstimme der Hollywood-Stars. Doch wie bei Sylvester Stallone, der am 6. Juli seinen 74. Geburtstag feiert, kann der Sprecher auch einmal wechseln. Diese Schauspieler haben nicht mehr ihre gewohnte Synchronstimme. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Action-Star Sylvester Stallone feiert in diesem Jahr seinen 74. Geburtstag. Er machte die Filmreihen "Rambo" und "Rocky" auch in Deutschland zu Kultstreifen. Einen nicht geringen Anteil daran hatte auch sein Synchronsprecher.
Die charakteristische deutsche Stimme des Schauspielers gehörte lange Zeit zu Thomas Danneberg. Neben Stallone übernahm er auch die von John Travolta, Terence Hill, Arnold Schwarzenegger und vielen mehr. Im Action-Film "The Expendables" (2010) sprach er Schwarzenegger und Stallone sogar in derselben Szene. Danneberg beendete seine Arbeit 2019 wegen gesundheitlicher Probleme.
Auf Danneberg folgte niemand Geringeres als Jürgen Prochnow. Der "Das Boot"-Darsteller lieh Stallone seine Stimme für seine letzten Projekte "Creed II – Rocky’s Legacy" und "Rambo: Last Blood" von 2019. Dabei ist Prochnow kein Unbekannter im Stallone-Kosmos: Der Schauspieler vertonte bereits die ersten beiden "Rocky"-Teile in den 70er Jahren.
Die nächste, markante Stimme in Hollywood: Die von Oscar-Preisträger Denzel Washington. Er wurde im Deutschen seit 1991 von Leon Boden vertont. Washingtons letzter Film mit Bodens Stimme war "The Equalizer 2" von 2018, doch leider können die Studios bei künftigen Projekten nicht mehr auf Boden zurückgreifen...
Der Kieler Schauspieler, Regisseur und Sprecher verstarb im April 2020 im Alter von 61 Jahren überraschend an den Folgen einer Krebserkrankung. Boden synchronisierte unter anderem auch Jason Statham, Laurence Fishburne und Will Smith.
Auch die deutsche Stimme von Enfant terrible Johnny Depp erkennen Fans nach nur wenigen Worten - in seiner Rolle als Captain Jack Sparrow in "Fluch der Karibik" musste er jedoch zunächst auf seinen Stamm-Sprecher verzichten.
Denn David Nathan, der viele weitere Filme von Depp synchronisierte, wurde nach Unstimmigkeiten mit Disney durch Marcus Off ersetzt. Doch weil auch Off sich mit Disney verkrachte, kehrte Nathan für die weiteren Filme ab Teil vier als Johnny Depps Stimme zurück.
Natürlich darf auch seine deutsche Version nicht fehlen: Den berühmten nasalen Klang von Tom Hanks, darunter in seinen Oscar-prämierten Rollen "Philadelphia" und "Forrest Gump" prägte jahrelang...
... der Synchronsprecher Arne Elsholtz. Neben Hanks lieh er auch Bill Murray, Kevin Kline oder Jeff Goldblum seine Stimme. Elsholtz, meist mit Zigarette und Weißwein im Tonstudio, verstarb 2016 mit 71 Jahren. Er teilte sich gegen Ende die Arbeit mit seinem ebenso bekannten Kollegen Joachim Tennstedt, der seit Elsholtz' Tod häufig die Synchronisation von Tom Hanks' Stimme übernimmt.
Genau wie die akribische Vorbereitung auf seine Rollen ist auch die deutsche Stimme von Matt Damon von großer Genauigkeit geprägt. Das hörte man sowohl bei Damons erstem bekannten, bereits verstorbenen Sprecher Matthias Hinze, als auch bei seinem Nachfolger.
Der Berliner Simon Jäger ist seit Hinzes Tod der feste deutsche Sprecher des Hollywood-Stars. Dazu gehörte auch Damons letzte Rolle als Carroll Shelby in "Le Mans 66". Jäger synchronisiert außerdem Heath Ledger und Josh Hartnett.
Liam Neeson ist für die Zuschauer eng verknüpft mit seiner deutschen Stimme: Von 1994 bis zu seinem Tod 2019 verpasste der Schauspieler und Synchronsprecher Bernd Rumpf dem "96 Hours"-Star das prägnante Timbre. Rumpfs Nachfolger wurde Bernd Vollbrecht, der unter anderem im Finale der "Star Wars"-Saga die Stimme von Liam Neeson synchronisierte.
Rumpf war auch die bekannte deutsche Stimme von Alan Rickman – natürlich besonders als Professor Severus Snape aus den "Harry Potter"-Filmen in Erinnerung geblieben.