Dr. Dre wird 55: Sein Weg aus dem Ghetto in den Hip-Hop-Olymp

Zahlreiche Rapper, unter anderem Snoop Dogg und Eminen, haben Dr. Dre ihren Ruhm zu verdanken. Als Rapper und Produzent scheffelte er Millionen, verstrickte sich aber auch in Drogen-Eskapaden und Schießereien. Heute wird der Musiker 55 Jahre alt. Ein Rückblick. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Geboren wurde Dr. Dre am 18. Februar 1965 in Kalifornien als André Romelle Young. Seine Eltern ließen sich früh scheiden, neue Eheschließungen brachten neue Halbgeschwister mit ins Haus. Darunter Brüderchen Warren Griffin III., der später als Rapper Warren G. Karriere machen sollte.
Für die Schule interessierte sich der junge André herzlich wenig, er lebte ganz für die Musik – und die Frauen: Mit 16 Jahren wurde er zum ersten Mal Vater. Erfolg hatte er von Anfang an. Zunächst Mitte der 80-er als DJ in einem Nachtclub, in dem er unter dem Künstlernamen Dr. Dre auftrat. Bereits seine erste Single "Surgery“, die er mit der Gruppe “World Class Wreckin' Cru“ aufnahm, verkaufte sich 50.000 Mal.
Bald verließ er die Crew und wollte mehr in Richtung Gangster Rap gehen. Zusammen mit Eazy-E und Ice Cube gründete er die Hip-Hop-Crew “N.W.A“. Später erweiterte sich die Gruppe. Dr. Dre war von Anfang an für die Produktion der Stücke zuständig. Von links: MC Ren, DJ Yella, Eazy-E und Dr. Dre.
Das erste Album war wenig erfolgreich, mit “Straight Outta Compton“ gelang den Rappern 1988 dann der Durchbruch. Ein Jahr darauf musste Dr. Dre einen Schicksalsschlag verkraften: Er verlor seinen Buder Tyree bei einer Straßenschießerei. Hier ein Konzert von 1989.
Der Rapper und Produzent erhielt Aufmerksamkeit: Rapper “The D.O.C“ (Bild) beauftragte Dr. Dre 1989 damit, sein erstes Album zu produzieren.
Weil sich Dr. Dre bei einem Fernsehinterview 1989 falsch von der Moderatorin portraitiert fühlte, schwor er Rache und verprügelte sie auf einer Party in Hollywood. Die Strafe: 2.500 US-Dollar und zwei Jahre auf Bewährung. 1991 löste sich „N.W.A“ wegen interner Streitigkeiten auf.
1992 gründete er das Rap-Label "Records" und wurde im Zuge dessen auf den damals noch unbekannten Snoop Doggy Dog (heute Snoop Dogg) aufmerksam. 1992 erschien mit “The Chronic“ Dr. Dres erstes Solo-Album, in dem auch Snoop Dogg zu hören ist. Für die Singe “Let Me Ride“ erhielt er 1994 einen Grammy Award.
Dr. Dre entwickelte nach und nach seinen Stil des G-Funk. Während der 90-er begann der heute 50-Jährige mit Rap-Größen wie Tupac, Nate Dogg oder Tha Dogg zusammenzuarbeiten.
Ende der 90-er und in den 2000-ern konzentrierte sich Dre auf seine Produzententätigkeit und verhalf unter anderem 50 Cent und Eminem (r.) zum Durchbruch. 2001 erhielt er als “Produzent des Jahres“ einen Grammy Award. Für seine Solo-Platte “2001“ gab es sechsmal Platin.
Diss-Tracks gehören zum Rap-Alltag: Seine musikalischen Gegner zogen ihn oft mit alten Bildern aus seinen Anfangszeiten auf, auf denen er Lippenstift und Glitzer-Fummel trägt. Hier ist er (links) mit der Electro-/Hip-Hop-Band World Class Wreckin’ Cru zu sehen.
2008 musste der Rapper und Produzent den Tod seines zweitältesten Sohnes André Young Jr. verkraften. Er starb an einer Überdosis.
2004 kündigte Dre sein Album “Detox“ an, elf Jahre später erklärte er, dass ihm die Platte nicht gefalle und sie deshalb niemand zu hören bekommen solle. Als Entschädigung gab es 2015 das bislang letzte Solo-Werk “Compton“, passend zu dem Spielfilm “Straight Outta Compton“, der im gleichen Jahr in die Kinos kam und Dres Geschichte aus dem Ghetto zum Weltruhm erzählt. Die Filmszene zeigt von links: MC Ren (Aldis Hodge), DJ Yella (Neil Brown Jr.), Eazy-E (Jason Mitchell), Ice Cube (O Shea Jackson, Jr.) and Dr. Dre (Corey Hawinks).
Seit 1996 ist Dr. Dre glücklich mit Nicole Young verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, insgesamt hat er noch fünf weitere von anderen Frauen. Übrigens: Das Magazin “Rolling Stone“ listete den jetzt 50-Jährigen auf Rang 56 der 100 größten Musiker aller Zeiten.