Emma Bunton wird 45: Die Spice Girls im Wandel der Zeit

Kaum zu glauben, dass Emma Bunton am 21. Januar bereits ihren 45. Geburtstag feiert. So scheint es doch, als sei es erst gestern gewesen, dass "Baby Spice" gemeinsam mit den anderen Spice Girls der Welt beigebracht hat, was Frauenpower bedeutet. Wie hat sich die britische Girl-Group im Laufe der Zeit verändert? © 1&1 Mail & Media/spot on news

Allerdings war der Weg bis zu dem Hit steinig. 1994 gründete sich die Band nach einem Zeitungsaufruf von Bandmanager Bob Herbert und dessen Sohn Chris. Man fand fünf Frauen und gründete die Band Touch. Unter ihnen waren auch die späteren Spice Girls Victoria Adams, Geri Halliwell und Melanie Brown (v.l.n.r.). Die anderen beiden gecasteten Damen harmonierten aber nicht mit der Gruppe.
Nach einigen Umstellungen und Austritten fand die Band einige Monate später schließlich auch Mel C (re.) und Emma Bunton (3.v.l.). Die Spice Girls waren geboren. Die Band wechselte daraufhin das Management, stahl ihre Master-Aufnahmen aus den Verwaltungsbüros und machte sich auf die Suche nach einer neuen Produktionsfirma.
1995 erhielten sie einen Plattenvertrag bei dem großen britischen Label Virgin Records und fingen an, an ihrem Debütalbum zu arbeiten. Die erste Single "Wannabe" erschien am 8. Juli 1996 und wurde prompt zum Hit. Bis heute gilt der Song als die meistverkaufte Single einer Girl-Band.
Auch das Debütalbum verkaufte sich rekordmäßig. Es wurden Vergleiche zu den Beatles laut. Man sprach von der "Spicemania". Die ganze Welt schien verrückt nach der britischen Girl-Band. "Sporty Spice", "Ginger Spice", "Posh Spice", "Scary Spice" und "Baby Spice" (v.l.n.r.), wie sie das britische Magazin "Top of the Pops" taufte, eroberten die Welt im Sturm.
Die weiteren Singles aus dem Album "Spice", "Say You’ll Be There" und "2 Become 1", wurden ebenfalls zu Charterfolgen und festigten den Ruf der Britinnen als echte Popikonen. Nur neun Monate nach dem ersten Album folgte das Album "Spiceworld".
Plötzlich waren die Spice Girls omnipräsent. 1997 hatte die Band mehr als 20 Werbeverträge, feierte mit dem Film "Spiceworld – Der Film" einen Kassenschlager und beherrschte weiterhin die Charts. Zwar kritisierten einige die mediale Überpräsenz der Frauen, doch ihr Erfolgskurs hielt weiter an.
1998 schien die Band auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen zu sein. Wenige Monate nach Beginn der Welttournee, die von Februar bis September des Jahres angesetzt war, gab Geri Halliwell (2.v.li.) am 31. Mai 1998 ihren Austritt aus der Girl-Group bekannt. Sie hatte zuvor einige Konzerte - angeblich krankheitsbedingt - versäumt.
Halliwell gab an, unter Erschöpfung zu leiden. Allerdings ließ sie durch ihren Manager auch “Differenzen zwischen [der Band]” als Grund nennen.
Bis heute halten sich die Gerüchte hartnäckig, dass sie sich damals mit Bandkollegin Mel B (l.) zerstritten hat. Halliwells Austritt bei den Spice Girls war eine der größten Schlagzeilen des Jahres 1998.
Die übrigen vier Spice Girls beendeten die Tour wie geplant. Während Aufnahmen für ein Live-Album aufgrund Halliwells Ausstieg nicht verwendet werden konnten, nahm die Band während der Tournee weitere Songs auf. Zu Weihnachten veröffentlichten sie mit “Goodbye” einen weiteren Nummer-eins-Hit.
Im November 2000 erschien ihre dritte Platte “Forever”. Der neue R&B-Sound konnte allerdings nicht mehr an die vorherigen Erfolge anknüpfen. Geplante Single-Auskopplungen wurden gecancelt, 2001 gaben die Spice Girls bekannt, eine Pause einlegen zu wollen.
Daraufhin konzentrierten sich die einzelnen Mitgliederinnen auf ihre Solokarrieren. Auch ohne ihre Bandkolleginnen waren die fünf Sängerinnen, hier Geri Halliwell, in Großbritannien erfolgreich. Allerdings blieb ein vergleichbarer internationaler Erfolg, wie einst mit den Spice Girls, aus.
"Baby Spice" Emma Bunton veröffentlichte 2001 ihr erstes Soloalbum, das es auf Platz vier der britischen Charts schaffte. Ihre erste Single "What Took You so Long?" landete sogar an der Spitze. Es folgten drei weitere Alben bis 2019.
2006 nahm die Sängerin außerdem bei "Strictly Come Dancing", dem britischen Pendant zu "Let's Dance", teil. Sie erreichte den dritten Platz.
Melanie Browns Solokarriere verlief schleppend. Die Single "Word Up" gilt sogar als die Single eines Spice Girls, die sich am schlechtesten in den Charts geschlagen hat. Stattdessen widmete sich Mel B zunehmend dem Musical und Fernsehen.
Wie Bunton nahm auch sie an "Strictly Come Dancing" teil. Dort wurde sie 2007 Zweite. Außerdem fungierte sie in zahlreichen TV-Shows als Jurorin, darunter bei "America's Got Talent", "The Voice Kids“ (Australian) und "The X Factor“ (UK).
Die erfolgreichste Solokarriere verbucht Melanie C für sich, die bis heute sieben Soloalben veröffentlicht hat. Ihr Debütalbum "Northern Star" verkaufte sich mehr als 1,4 Millionen Mal. Mit dem Song "First Day of My Life" erreichte sie in Deutschland 2005 sogar Platin.
Zuletzt ging Melanie C 2019 auf Welt Pride Tour, zusammen mit der Dragqueen-Gruppe Sink The Pink. Sie sagt, sie habe währenddessen viel über sich, die LGBTQ+-Community und die Kunstform Drag gelernt.
Am wenigsten Erfolg mit ihrer Karriere als Solosängerin hatte wohl "Posh Spice" Victoria. Ihr Soloalbum "Victoria Beckham" erreichte Platz zehn der Albumcharts. Nach zwei veröffentlichten Singles, die es beide nicht über Platz sechs der Charts hinaus schafften, endete ihre Gesangskarriere.
Die mediale Aufmerksam blieb ihr trotzdem erhalten. Nicht zuletzt, weil die Sängerin 1999 mit David Beckham einen der wohl berühmtesten Fußballer dieser Zeit geheiratet hatte. Hier ist das Paar 2001 auf der Couch von "Wetten, dass..?" zu sehen.