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Meryl Streep, Halle Berry, Adele & Co.: Diese Promi-Reden sorgten für Aufsehen

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Für ihre künstlerische Leistung werden internationale Promis regelmäßig mit Preisen wie dem Oscar oder Golden Globe ausgezeichnet. Und manche Dankesreden der Celebrities blieben besonders in Erinnerung – wir blicken zurück auf Worte unter Tränen, große Aufreger und Statements, von denen man heute noch spricht. © top.de

Am 27. März 1973 wurde Marlon Brando für seine schauspielerische Darstellung im US-amerikanischen Spielfilm "Der Pate" als Mafiaboss Don Vito Corleone mit einem Oscar ausgezeichnet. Doch anstatt seiner trat Ureinwohnerin Sacheen Littlefeather auf die Bühne und nahm seinen Preis NICHT entgegen. Als stellvertretende Sprecherin Brandos erklärte Sacheen, dass Marlon mit dieser Geste auf die unterdrückten Bürgerrechte der Indianer aufmerksam machen wolle und auf die Protestaktionen, die seit Ende Februar 1973 am Wounded Knee m US-Bundesstaat South Dakota stattfanden.
1994 gewann Schauspielerin Anna Paquin im Alter von elf Jahren den Oscar als "Beste Nebendarstellerin" für ihre Rolle als Flora McGrath im Filmdrama "Das Piano". Das Besondere an der Rede der späteren "X-Men"-Darstellerin? Nachdem sie ihren Preis entgegengenommen hatte, stand sie rund 25 Sekunden auf der Bühne, schnappte mehrfach nach Luft und brachte kein Wort heraus. Doch als sich die kleine Anna endlich besonnen hatte, bedankte sie sich nervös bei ihren Kollegen für die Zusammenarbeit und dafür, wie liebevoll sich das Team am Set um sie kümmerte – einfach süß!
Es war wohl das glücklichste, tränenreichste und peinlichste Ereignis in Gwyneth Paltrows beruflicher Karriere! Für die Rolle der Viola De Lesseps in "Shakespeare in Love" nahm Gwyneth 1999 den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen und trug dabei eine rosafarbene Robe von Ralph Lauren. Dass sie wirklich den Preis gewann, war für die damals 26-Jährige offenbar so überwältigend, dass sie während der gesamten Rede stotterte und hektische Flecken im Gesicht bekam. Bis heute ist ihr dieser Auftritt unangenehm, den meisten hat es aber zutiefst gefallen.
Damit hatte Halle Berry wohl nicht gerechnet. 2002 gewann sie, als erste afroamerikanische Schauspielerin überhaupt, den Oscar als Beste Hauptdarstellerin in "Monster's Ball". Bis heute ist sie die erste und einzige afroamerikanische Frau in dieser Kategorie, die diesen Preis entgegennehmen durfte! Eine Ehre, die Berry damals sehr zu schätzen wusste und während ihrer zutiefst bewegenden Rede immer wieder mit Glückstränen zu kämpfen hatte.
Es war DAS Ereignis bei der ZDF Fernsehpreisverleihung im Jahr 2008: Marcel Reich-Ranicki weigerte sich, den Ehrenpreis für sein Lebenswerk anzunehmen. Nachdem ihn Moderator Thomas Gottschalk auf der Bühne empfing, stellte sich der Literaturkritiker vor das Publikum und erklärte: "Meine Damen und Herren, ich habe in meinem Leben, […] viele Literaturpreise bekommen, […]. Es hat mir keine Schwierigkeiten bereitet, für die Preise zu danken […]. Heute bin ich in einer ganz schlimmen Situation. […] Ich möchte niemanden kränken […]. Aber ich möchte auch ganz offen sagen: 'Ich nehme diesen Preis nicht an." Reich-Ranicki wollte sich nicht als Teil der Preisgekrönten des Abends sehen, weil ihm das öffentlich-rechtliche Programm zu schwach sei und somit auch der Preis.
Ganz schön frech: Bei den MTV Video Music Awards 2009 sahnte Taylor Swift den Preis für "Best Female Video" ab. Einer schien ihr das jedoch ganz und gar nicht zu gönnen: Kayne West! Während die Sängerin, damals gerade einmal 20 Jahre alt, ihre Dankesrede hielt, stürmte der Rapper auf die Bühne, schnappte sich ihr Mikro und rief entschlossen: "Taylor, ich freue mich für dich und lasse dich auch aussprechen, aber Beyoncé hat eines der besten Videos jemals! Jemals!" – zurück blieb eine verdutzte Taylor, der plötzlich die Worte fehlten.
Er ist für Skandale bekannt: Liam Gallagher holte bei den Brit Awards 2010 als einziger den Preis "Best Album of 30 Years" für das Album "(What's the Story) Morning Glory?" seiner Band "Oasis" ab. Was er davon hielt? Seine kurze Rede wurde vom Sender stumm geschaltet. Richtig begeistert dürfte der Sänger allerdings nicht gewesen sein, denn danach warf er erst das Mikrofon und dann den Preis ins Publikum. Rüpel bleibt eben Rüpel.
Manchmal ist einfach der Wurm drin! Bei den 68. Golden Globe Awards verhaspelte sich Andrew Garfield an dem Wort "inspiringly" – und das direkt dreimal hintereinander. Nach einer kurzen Schock-Sekunde fing sich der Schauspieler jedoch, lachte kurz, klatsche, bedankte sich beim Publikum und sagte das Wort dann gleich noch zwei Mal korrekt nacheinander, nur um sicher zu gehen. Das Publikum hatte er mit dieser coolen Reaktion ganz klar auf seiner Seite.
2013 erhielt sie den Golden Globe in der Kategorie "Best Original Song" für "Skyfall" gewann - und Adele war ordentlich überrascht. Genau das machte sich auch in ihrer Rede bemerkbar. Neben gefühlt zehn beherzten Ausrufen von "Oh mein Gott" erklärte sie: "Eigentlich bin ich nur gekommen, um mit meiner Freundin endlich mal wieder auszugehen. Wir sind frisch gebackene Mütter. Ich habe das überhaupt nicht erwartet! Es ist sehr verrückt hier zu sein. Danke, dass ich Teil dieses Abends sein darf, wir haben uns bepisst vor lachen." Mit diesem sympathisch-verrückten Auftritt hatte definitiv auch das Publikum seinen Spaß.
Caitlyn Jenners Danksagung bei den ESPY Awards 2015 war gleich doppelt besonders. Es war nicht nur ihr erster öffentlicher Bühnen-Auftritt seit ihrer Verwandlung von Bruce Jenner zur Frau, für die sie an diesem Abend den "Arthur Ashe Courage Award" bekam, sondern auch ein bewegender Aufruf für die Akzeptanz von Transgender. "Wir sind alle unterschiedlich. Das ist nicht schlimm. Das ist sogar gut!" erklärte sie. Ihre Emotionen hatte sie gut im Griff. Erst als sie ihrer versammelten Familie – dem Kardashian-Jenner-Clan – dankte, flossen auch bei Caitlyn die Tränen.
Jessica Alba sorgte für einen starken Auftritt bei den "Teen Choice Awards 2016", als sie mit Angehörigen von Schusswaffenopfern bei der Preisverleihung auftauchte. "Mehr als je zuvor müssen wir jetzt innehalten, unsere Gefühle zulassen und uns fragen: "Was passiert hier eigentlich?"", erklärte sie und zählte auch all jene Städte auf, in denen es zu Amokläufen, Anschlägen und Polizeiübergriffen mit Todesfolge kam. Ein starker Auftritt mit deutlichen Worten.
Bei den Golden Globes 2017 gewann Schauspielerin Meryl Streep den Preis für ihr Lebenswerk. Eine Auszeichnung hätte sie auch für ihre Dankesrede erhalten sollen. Denn Streep sprach ein besonders heikles Thema an: Donald Trump und seine Politik. Dabei machte sie deutlich, was geschehen würde, wenn Trump tatsächlich alle illegalen Ausländer aus den USA verbannen würde und erklärte: "Hollywood ist voll von Außenseitern und Ausländern. Und wenn ihr uns alle rauswerft, habt ihr nichts mehr zu gucken außer Football und Martial Arts, was alles andere als Kunst ist. Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt führt zu Gewalt. Wenn die Mächtigen ihre Stellung benutzen, andere herunterzumachen, verlieren wir alle." Für ihre emotionale Ansprache bekam Meryl Streep Standing Ovations von ihren Kollegen.
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