Von brav zu scharf: Die Wandlung von Helene Fischer

Kurz vor Jahresende, am 25. Dezember, ist Helene Fischer wieder im Fernsehen zu sehen. Mit der "Helene Fischer Show" bekam sie 2011 ihr eigenes TV-Format - und hatte es damit ein Jahr nach ihrem Megaerfolg "Atemlos durch die Nacht" endgültig auf den Schlagerthron geschafft. Atemlos lässt sie auch so manchen Fan zurück. Nicht umsonst wurde sie in einer Playboy-Umfrage zur heißesten Sängerin Deutschlands gewählt. Doch bevor die Schlager-Queen gesanglich wie optisch erblühte, war sie ein ziemliches Mauerblümchen. © spot on news

Florian Silbereisen im weißen Anzug und mit gewohnt blonder Tolle erkennen wir auf den ersten Blick. Doch die Dame neben ihm? Es ist die damals 20-jährige Helene Fischer, die ein Operetten-Medley zum Besten gibt. Es war das Jahr 2005 und Fischers erster großer Auftritt in der Show "Hochzeitsfest der Volksmusik".
Auch ein Jahr später hätte man sie nur schwer mit ihrem heutigen "Ich" verwechseln können. Ihre Bühnenpräsenz wirkte brav und zurückhaltend, genau wie ihr Lächeln. Nichtsdestotrotz machte sie mit dem Erscheinen ihres ersten Albums “Von hier bis unendlich” den ersten Schritt auf der Karriereleiter.
Helene in unschuldigem Weiß! Nichts könnte wohl besser passen als dieses Outfit, das sie 2006 zu Weihnachtsshow der Volksmusik wählte.
Aber nicht nur ihre Kleider und deren Farbwahl waren zu dieser Zeit bieder. Auch in Sachen Frisur hatte die damals 21-Jährige (hier mit dem Sänger Semino Rossi) noch Nachholbedarf. Die hochgesteckten Haare samt gerade gezirkeltem Pony hinterließen einen doch recht konservativen Eindruck.
2008 kommt dann langsam Schwung in die Kiste. Mit zunehmendem Erfolg passte sie sich den Erwartungen des Publikums und den Anforderungen der Unterhaltungsbranche an. Bei der Benefiz-Gala von Jose Carreras bekam ihr Bühnenoutfit ein leichtes Glitzer-Tuning und die Haare Locken verpasst. Die waren aber schon kurze Zeit später wieder platt …
Mit dem Bob bekam ihr Styling mehr Pep. Modetechnisch trat Helene Fischer aber auf der Stelle. Wer sich das jetzt fragt, ja, diese Plissee-Falten kommen uns doch bekannt vor. Die gelbe Robe trug sie so ähnlich bereits ein Jahr zuvor auf der Jose-Carreras-Gala. Doch dieses Mal sang Helene in der ZDF-Fernsehshow "Willkommen bei Carmen Nebel".
2009 erschien ihr viertes Album “So wie ich bin” und Helene endgültig mit kurzen Haaren. Immer öfter sah man sie jetzt in Rot und …
... Schwarz! Von der Unschuld vom Lande war nicht mehr viel übrig - auch wenn das Feuer zwischen ihr und Violinist David Garrett hier nicht wirklich überzuspringen scheint.
2011 hatte die Schlagerprinzessin schon wesentlich mehr Feuer. In "Die Helene Fischer Show - Ein traumhafter Abend mit vielen Stars" tanzte sie eng mit Semino Rossi.
Was sie an Haaren eingebüßt hatte, gewann Helene Fischer an Muskeln hinzu. In ihren Shows und Tourneen baute sie immer mehr Akrobatik-Elemente ein, durch die sie sich körperlich veränderte. Hier sieht man sie beim Training mit dem Schweizer Sportaerobic-Weltmeister Nick Beyeler.
Dennoch war sie zu jener Zeit noch nicht der "Vamp", zu dem sie später werden sollte. Beim “Frühlingsfest der 100.000 Blüten” etwa zeigte sich Fischer – wie zu Beginn ihrer Karriere – in unspektakulärem Grau. Dekolleté? Fehlanzeige!
Mit der Veröffentlichung des Hits “Atemlos durch die Nacht” stürmte Fischer nicht nur die Charts, sondern verabschiedete sich endgültig vom "Helenchen". "Atemlos" war weit über die Schlagerbranche hinaus ein Erfolg. Nun wandelte sich Fischer merklich. Die Outfits ähnelten zunehmend denen ihrer US-Kolleginnen.
Sie zeigte mehr Haut und gab sich bei ihren Shows lasziver. Auch die Musik wurde generalüberholt – ihr Schlager wurde merklich elektronischer.
Auch in diesem Jahr wird Helene Fischer zur Weihnachtszeit mit ihren Tänzerinnen und Tänzern in einer 180-minütigen Show in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen und ihre größten Hits zum Besten geben.
"Die Helene Fischer Show" läuft am 25. Dezember um 20:15 Uhr im ZDF. Mit dabei sind Gäste wie Roland Kaiser, Howard Carpendale, Josh Groban, Andreas Gabalier und Mark Forster.