Iris Berben wird 70: Die Karriere der ewig jungen Schauspielerin

Es ist kaum zu glauben: Iris Berben feiert am 12. August ihren 70. Geburtstag. Die Schauspielerin ist eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Film- und Fernsehlandschaft, hat mehr als 100 Filme gedreht und ist in Dutzende Rollen geschlüpft. Wir blicken auf ihre ungewöhnliche Karriere zurück. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Iris Berben wächst in den 50er Jahren in Hamburg als Tochter eines Gastronomen-Ehepaars auf. Ihre Schulkarriere verläuft nicht ganz glatt: Sie wird von mehreren Schulen und Internaten verwiesen und beendet ihre Schullaufbahn ohne Abitur.
1968 feiert die gerade 18-jährige Iris Berben mit "Die Detektive" ihr Kinodebüt. Im selben Jahr dreht sie "Der Mann mit dem Glasauge" und kurz darauf spielt sie die Hauptrolle in "Das Alibi".
Ende der 1960er Jahre ist Berben mit dem israelischen Sänger Abi Ofarim liiert. Nach dem Sechstagekrieg 1967 reist sie erstmals nach Israel. Bis heute engagiert sie sich gegen Rechtsextremismus.
Neben Franco Nero und Jack Palance spielt Berben Anfang der 1970er eine Rolle im Italowestern "Zwei Companeros".
1971 kommt Iris Berbens Sohn Oliver, heute ein erfolgreicher Filmproduzent, zur Welt - wer sein leiblicher Vater ist, ist bis heute nicht bekannt. Die Rolle des Vaters übernimmt Iris Berbens Lebensgefährte Gabriel Lewy, …
… ein israelischer Geschäftsmann, mit dem die Schauspielerin von 1974 bis 2006 liiert ist.
1978 wird Iris Berben an der Seite von Ingrid Steeger in "Zwei himmlische Töchter" einem breiteren Publikum bekannt. Im selben Jahr zieht sie sich für den Playboy aus.
Zusammen mit Diether Krebs dreht sie in den 80ern die Comedy-Reihe "Sketchup".
Ab 1987 spielt sie die Evelyn von Guldenberg in der erfolgreichen Serie "Das Erbe der Guldenbergs", hier an der Seite von Christiane Hörbiger.
Mit Hannelore Elsner spielt Berben 1998 in dem Drama "Andrea und Marie".
Von 1994 bis 2013 ist sie in der "Rosa Roth"-Reihe als TV-Kommissarin zu sehen.
Im Jahr 2000 ist Berben in "Ein mörderischer Plan" zu sehen, zwei Jahre später spielt sie im Horrorfilm "Fahr zur Hölle, Schwester!" mit.
Im Jahr 2007 spielt sie die Hauptrolle in Carlo Rolas dreiteiligem Filmdrama "Afrika, mon amour". Während der Dreharbeiten in Kenia verletzt Berben sich am Fuß, als sie am Set aus einem Pferdesattel steigen will. Am Set lernt sie außerdem ihren jetzigen Lebensgefährten Heiko Kiesow kennen.
2008 erhält Iris Berben bei der Verleihung des Adolf-Grimme-Preises eine besondere Ehrung - eine von vielen Auszeichnungen, die die Schauspielerin in Empfang nimmt. Unter anderem darf sie vier Romys, drei Bambis, drei Goldene Kameras und mehrere Ehrenpreise ihr Eigen nennen.
Nicht nur für ihre schauspielerische Leistung wird Iris Berben vielfach prämiert, auch für ihr soziales Engagement erhält sie im Laufe der Jahre einige Ehrungen: unter anderem 1997 das Bundesverdienstkreuz, 2004 den Women's World Award, 2009 die Auszeichnung für Zivilcourage, 2013 den Europäischen Kulturpreis "Pro-Humanitae" und 2019 die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold. Es ist ihr stets ein Anliegen, sich für Toleranz und Mitmenschlichkeit einzusetzen und gegen Antisemitismus einzustehen.
2010 wird Iris Berben an der Seite von Schauspieler Bruno Ganz zur Präsidentin der Deutschen Filmakademie gewählt, das Amt übt sie zwischen 2013 und 2019 alleine aus.
2015 spielt sie mit Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Palina Rojinski und Elyas M'Barek in der deutschen Liebeskomödie "Traumfrauen" mit.
2018 ist Iris Berben an der Seite von Moritz Bleibtreu und Peter Kurth in der ZDF-Krimi-Miniserie "Die Protokollantin", die für das Cannes International Series Festival nominiert war, zu sehen.
Seit 13 Jahren der Mann an ihrer Seite: 2007 lernt Iris Berben den zehn Jahre jüngeren Stuntman Heiko Kiesow während Dreharbeiten kennen. "Seine Grundeinstellung zum Leben. Seine Haltung seiner Familie, seinen Freunden gegenüber. Er ist ganz gerade. Keine Spiele, kein Kräftemessen. Und wir können so wunderbar albern sein miteinander. Er ist das Fazit meines bisherigen Lebens", sagt Berben zum Zehnjährigen über ihren Partner.
Im Jahr 2020 wird der gebürtigen Detmolderin wenige Monate vor ihrem 70. Geburtstag nochmal eine große Ehre zuteil: Vom Bundesland Nordrhein-Westfalen wird sie Anfang Juli für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet.