Etwas mehr als vier Monate sind seit dem erschreckenden Suff-Auftritt von Jenny Elvers-Elbertzhagen bei Bettina Tietjens Talkshow "DAS!" im NDR vergangen. Nach einer freiwilligen Entziehungskur spricht die Schauspielerin nun erstmals offen über das ganze Ausmaß ihrer Sucht. Offenbar hatte sie zum Schluss jeden Lebensmut verloren.

(lug) - Wie ein Strohfeuer verbreitete sich im September 2012 ein Video im Netz. Es zeigte Jenny Elvers-Elbertzhagen im NDR-Talk "Das!" bei Bettina Tietjen. Offensichtlich stark angeheitert gab sie wirre Worte von sich, kritzelte etwas Undefinierbares auf ein Blatt Papier, das eine Schmuck-Kette darstellen sollte. Ein trauriger Auftritt.

Knapp zwei Tage später begab sich die Schauspielerin in eine Entzugsklinik. Ihr Ehemann und Manager Goetz Elbertzhagen erklärte öffentlich, seine Frau habe ein ernstes Alkoholproblem. Das schien sie auch selbst begriffen zu haben. Ein wichtiger Schritt für jeden Suchtkranken auf dem Weg zur Besserung.

Wie steinig dieser Weg jedoch ist, wird nun in einem Interview deutlich, dass Elvers-Elbertzhagen der Zeitschrift "Gala" gegeben hat. "Ich wollte mich zu Tode trinken", lautet das erschreckende Bekenntnis der Schauspielerin. Ihr Zustand zum Zeitpunkt, in dem sie die Klinik betrat, muss noch schlimmer gewesen sein, als man es nach dem Lall-Auftritt im TV ohnehin schon vermutete.

Angeblich habe der behandelnde Arzt zu ihr gesagt, sie habe noch sechs bis acht Wochen zu leben, wenn sie so weitermache wie bisher. Die Gründe für den Absturz sind offenbar psychischer Natur. Im Interview spricht Elvers-Elbertzhagen über Depressionen und Schlaflosigkeit, die sie nach wie vor plagen: "Ich nehme jeden Tag Schlaftabletten. Mal habe ich mit dem einen Präparat experimentiert, mal mit einem anderen. Wenn das nicht mehr gewirkt hat, dann hat es eben in der Kombination mit Alkohol gewirkt."

Irgendwann habe sie nur noch mit einem morgendlichen Glas Prosecco funktioniert, "an guten Tagen Champagner". Die Sucht nahm ihren Lauf. Immerhin ist sich die 40-Jährige der Ernsthaftigkeit ihrer Situation bewusst und steht inzwischen zu ihrer Sucht.

Auch, dass es mit dem Klinik-Aufenthalt nicht ausgestanden ist und eine Rückfallgefahr allgegenwärtig ist, scheint sie begriffen zu haben: "Ich träume oft von Alkohol. Ich träume mit einem schlechten Gewissen davon, dass ich etwas getrunken habe. Dass ich bewusst rückfällig werde, davor habe ich Angst. Dass ich sage: Ihr könnt mich alle mal! Ich ergebe mich dem!"

Die Voraussetzungen für ein künftiges Leben ohne Alkohol hat sie sich nun selbst geschaffen. Auch ihr Ehemann unterstützt sie nach Leibeskräften. Es bleibt zu hoffen, dass sie von diesem Weg nun nicht wieder ab kommt. Elvers-Elbertzhagen selbst ist zuversichtlich: "Eigentlich bin ich ein lebensbejahender Mensch. Das Gefühl möchte ich wieder aktivieren."

Am 4. Februar strahlt RTL ein Gespräch aus, in dem Elvers-Elbertzhagen mit Frauke Ludowig ausführlich über ihre Sucht, den Entzug und die Unterstützung durch ihre Familie spricht.