Jochen Busse wird 80: Das waren seine Kollegen bei "7 Tage, 7 Köpfe"

Schauspieler und Kabarettist Jochen Busse, der am 28. Januar stolze 80 Jahre alt wird, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Einer seiner größten Erfolge war der satirische Wochenrückblick "7 Tage, 7 Köpfe", der von 1996 bis 2005 über die TV-Bildschirme flimmerte. Das waren die Stars der beliebten Fernsehshow. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der gebürtige Iserlohner Jochen Busse - hier 2002 bei der letzten Aufzeichnung von "7 Tage, 7 Köpfe" - brauchte viel Mut, um sich seinen Berufswunsch zu erfüllen. Noch vor dem Abitur verließ er die Schule und stürzte sich in ein Bühnenabenteuer. Seither spielte er sowohl den eiskalten Bösewicht, als auch den humorvollen Kriminalassistenten, zum Beispiel in der ZDF-Krimiserie "Mordkommission".
Bei "7 Tage, 7 Köpfe" fungierte er während der gesamten Laufzeit als Moderator. Zeitgleich war er erfolgreich in der RTL-Serie "Das Amt" zu sehen. Mit nunmehr 80 Jahren steht Busse weiterhin auf der Bühne. Zuletzt feierte er im August 2020 in Berlin gemeinsam mit Kollegin Maike Bollow (l.) den Neustart des Stücks "Komödie. Stadt. Strand." - nach einer erzwungenen Corona-Pause.
Erfinder von "7 Tage, 7 Köpfe" war jedoch nicht Busse, sondern Kabarett-Legende Rudi Carrell (hier 1997 mit Gaby Köster). Der niederländische Showmaster lebte ab 1965 zeitweise in Deutschland und baute sich eine einzigartige Karriere auf. Unter anderem die Sendungen "Am laufenden Band" und "Herzblatt" machten ihn in den 70er und 80er Jahren deutschlandweit bekannt und beliebt.
Auch Filme und Lieder drehte und sang Carrell. Das Fernsehen war sein größtes Hobby, erst spät widmete er sich auch dem Golfspielen. 2006 starb die Moderatorenlegende im Alter von 71 Jahren in Bremen an Lungenkrebs. Das Foto zeigt ihn ein Jahr zuvor in Hamburg.
Er gehörte nur knapp ein Jahr lang zum Ensemble der Comedy-Show. Karl Dall saß zwischen 1996 und 1997 mit am Tisch der Sendung und verließ sie aufgrund von Differenzen mit Rudi Carrell. Wie viele seiner Kollegen war auch der Hamburger ein Multitalent. Einen Namen machte er sich nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer zunächst im Radio - in der Sendung "Musikladen" von Radio Bremen.
Später wechselte er auch ins Fernsehen und war beispielsweise in der Sendung "Verstehen Sie Spaß?" immer wieder Teil des Programms. Seine eigene RTL-Show "Dall-As" wurde zum Erfolg. Legendär wurde sein Spruch "Na, sing schon mal, damit wir es hinter uns haben", den er zu Roland Kaiser sagte. Im November 2020 verstarb Karl Dall mit 79 Jahren infolge eines Schlaganfalls. Das Foto zeigt ihn im selben Jahr.
Zum Premierenensemble von "7 Tage, 7 Köpfe" zählte auch die junge Bärbel Schäfer. Die gebürtige Bremerin machte zunächst eine Ausbildung zur Hotelkauffrau und studierte dann Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Germanistik und Kunstgeschichte. Ihre TV-Karriere begann sie als Praktikantin beim WDR, bundesweit bekannt machte sie ihre eigene Talkshow "Bärbel Schäfer" bei RTL, die sie zwischen 1995 und 2002 moderierte.
Es folgten Stationen bei der ARD, RTLzwei und N24. Seit 2009 hat Bärbel Schäfer ihr eigenes Radio-Talkformat beim Sender hr3, für das sie mit Gästen aus unterschiedlichen Lebensbereichen plaudert. Neben ihrer Arbeit fürs Fernsehen und Radio ist Schäfer auch erfolgreiche Buchautorin. 2018 stattete sie der Frankfurter Buchmesse einen Besuch ab (Foto).
Lediglich in den ersten Monaten der Sendungsaufzeichnung bei RTL war auch der Film- und Literaturkritiker Hellmuth Karasek in Rudi Carrells Show mit von der Partie. Das Foto zeigt ihn 1996 ungefähr zur selben Zeit. Der während des Zweiten Weltkriegs aus Schlesien geflohene Journalist wurde bundesweit durch die ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett" bekannt.
Seine Karriere als Journalist begann bereits früher bei der "Stuttgarter Zeitung". Es folgten Stationen bei einigen der bekanntesten deutschen Printmedien wie "Die Zeit", "Der Spiegel", "Der Tagesspiegel", "Die Welt" und "Berliner Morgenpost". Er verstarb 2015 aufgrund eines Gallengangkarzinoms und wurde 81 Jahre alt. Das Foto zeigt ihn im selben Jahr in der Sendung "Verstehen Sie Spaß?".
Ebenfalls nur in der ersten Staffel war Milena Preradovic (l.) Teil von "7 Tage, 7 Köpfe". Die Journalistin und Moderatorin hat serbische und österreichische Wurzeln und studierte Jura im bayerischen Passau. Teil der Medienlandschaft wurde sie durch ein Volontariat bei der Presseagentur teleschau in München, später arbeitete sie unter anderem für Antenne Bayern, Tele 5 und RTL.
Am bekanntesten wurde Preradovic durch ihre Moderation der RTL-Sendung "Punkt 12", die sie zwischen 1992 und 1997 präsentierte. Heute arbeitet die Journalistin auch hinter den Kulissen, beispielsweise von 2009 bis 2018 als Medientrainerin bei Servus TV. 2020 geriet sie mit ihrer Youtube-Show "Punkt.Preradovic" in die Kritik. Darin sollen Falschinformationen zur Corona-Pandemie verbreitet worden sein. (Foto: 2005)
Mike Krüger gilt wohl zu Recht als einer der bekanntesten deutschen Komiker. Der gebürtige Ulmer studierte zunächst Architektur, trat aber schon als Student regelmäßig auf Bühnen auf. 1975 widmete er sich komplett einer Karriere als Kabarettist und Sänger. Einer seiner größten Hits, "Der Nippel", schaffte es bis auf Platz eins der deutschen und österreichischen Charts. Im Fernsehen wurde er durch seinen Auftritt in der Sendung "Am laufenden Band" von Rudi Carrell bekannt.
Es folgten neben seinen "Supernasen"-Filmen mit Thomas Gottschalk und dem Engagement bei "7 Tage, 7 Köpfe" als Teil der Stammbesetzung Erfolge mit der "Mike Krüger Show", "Punkt Punkt Punkt", "Frei Schnauze" und "Krügers Woche". Heute sieht man ihn seltener in der Öffentlichkeit. Zuletzt nahm er an der Trauerfeier für Jan Fedder in Hamburg im Januar 2020 teil (Foto).
Gaby Köster wollte zunächst Erzieherin werden, entschied sich aber schnell dazu, ihre Ausbildung hinzuwerfen und ihr Glück als Künstlerin zu suchen - zunächst als Musikerin und Malerin. Ihr wahres Talent als Komödiantin zeigte sie dem TV-Publikum in der Sendung "RTL Samstag Nacht". Die leidenschaftliche Kölnerin gehörte wie Mike Krüger zum Stammensemble von "7 Tage, 7 Köpfe".
Außerdem feierte sie ab 1999 mit der Hauptrolle in ihrer Comedy-Serie "Ritas Welt" einen großen Erfolg. Anfang 2008 erlitt Gaby Köster einen schweren Schlaganfall und trat erst drei Jahre später wieder in der Öffentlichkeit auf. Ihre Autobiografie "Ein Schnupfen hätte auch gereicht – Meine zweite Chance" wurde 2017 verfilmt. Ihre Karriere als Komikerin beendete der Schicksalsschlag jedoch weitestgehend. Das Foto zeigt sie 2019 beim 24. RTL-Spendenmarathon "Wir helfen Kindern".
Der Nordrhein-Westfale Bernd Stelter ist ein echter Karnevalist. Nach einem Volkwirtschaftsstudium begann er seine Karriere mit witzigen Chansons und beim Radio. 1990 trat er in der Sendung "Glücksrad" zum ersten Mal im Fernsehen auf und war danach nicht mehr aus der TV-Landschaft wegzudenken. Für Stelter war "7 Tage, 7 Köpfe" der endgültige Durchbruch.
Wie Gaby Köster spielte auch Bernd Stelter die Hauptrolle in seiner eigenen Sitcom - "Bernds Hexe". Seine große Leidenschaft blieben jedoch seine Bühnenprogramme, mit denen er bis heute durch die Bundesrepublik tourt. Das Foto zeigt ihn im September 2019 bei einem Auftritt im Rahmen seiner Show "Hurra ab Montag ist wieder Wochenende" in Köln.
Ein weiterer Teil des Teams war Comedian Kalle Pohl. Der Dürener ist eigentlich Polizeihauptwachtmeister und studierter Gitarrenprofi. Ursprünglich trug er seine Witze nicht selbst vor, sondern schrieb die Texte für Stars der Szene wie Harald Schmidt und seine spätere "7 Tage, 7 Köpe"-Kollegin Gaby Köster. Zum Team der Show von Rudi Carrell stieß Pohl ein Jahr nach deren Premiere 1997.
Pohl erhielt 2003 ebenfalls von RTL eine eigene Sitcom. "Kalle kocht" wurde allerdings zum Misserfolg und schnell abgesetzt. Fortan wechselte der Komiker auf die Theaterbühne und gab dort 2007 sein Debüt in dem Stück "Norman, bist du es?". Seither widmet er sich hauptsächlich dieser Arbeit, tritt aber gelegentlich weiterhin im Fernsehen auf. (Foto: 2011 in der Show "Immer wieder Sonntags")