Joseph Vilsmaier ist tot: Diese preisgekrönten Filme bleiben - und einer kommt noch

Der Münchner Filmemacher Joseph Vilsmaier ist tot. Er starb am 11. Februar im Alter von 81 Jahren. Er begann seine Karriere als Kameramann und lieferte als Regisseur preisgekrönte Werke wie "Schlafes Bruder" und "Comedian Harmonists" ab. Sein letzter Film kommt Ende des Jahres ins Kino. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Große Trauer in der deutschen Filmszene. Der Münchner Filmemacher Joseph Vilsmaier ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Er hinterlässt drei erwachsene Töchter, Theresa, Josefina und Janina, mit der er Mitte Januar noch eine Veranstaltung in München besuchte (Foto).
Vilsmaiers Töchter stammen aus seiner Ehe mit der tschechisch-deutschen Schauspielerin und Regisseurin Dana Vávrová. Sie starb 2009 im Alter von 41 Jahren. Das Paar hatte 1986 geheiratet. Die Kinder sind ebenfalls in der Filmbranche tätig.
Vilsmaier begann seine Karriere als TV-Kameramann und stand für zahlreiche "Tatort"-Folgen hinter der Kamera. 1989 folgte seine erste Regiearbeit mit fast 50 Jahren: "Herbstmilch". Ehefrau Dana (Foto) spielte neben Werner Stocker die Hauptrolle. Der Film war mit mehr als zwei Millionen Kinobesuchern ein großer Erfolg in seinem Erscheinungsjahr.
Die Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" (1995) sorgte international für Aufsehen. Vor der Kamera glänzte einmal mehr seine Ehefrau Dana (Foto) und unter anderem André Eisermann und Ben Becker. Der Film wurde als bester fremdsprachiger Film für den Golden Globe nominiert und ging 1995 sogar ins Rennen um den Oscar.
1997 folgte "Comedian Harmonists", mit Kai Wiesinger (v.l.), Max Tidoff, Ulrich Noethen, Heinrich Schafmeister, Heino Ferch und Ben Becker. Der Film über die historische Gesangsgruppe kam bei Kritikern und Publikum gleichermaßen gut an.
"Der letzte Zug" (2006) mit Sibel Kekilli (r.) bekam anfänglich gemischte Kritiken. Der Film handelt vom Schicksal einiger Berliner Juden, die 1943 mit dem Zug nach Auschwitz gebracht wurden. 2007 erhielten Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová beim Bayerischen Filmpreis den Spezialpreis der Jury.
Großes Medieninteresse herrschte bei den Dreharbeiten zum Film "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" (2008), der auf der gleichnamigen literarischen Figur basiert. Michael "Bully" Herbig (3. v. l.) mimte darin den Boandlkramer.
Franz-Xaver Kroetz spielte die Titelfigur, den Brandner Kaspar, Lisa Maria Potthoff war als Nannerl zu sehen. Vilsmaiers Tochter Theresa spielte einen Begleitengel. Beim Bayerischen Filmpreis wurde "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" in der Kategorie "Spezialpreis" geehrt.
2010 nahm sich Joseph Vilsmaier einer besonderen Geschichte an: In "Nanga Parbat" geht es um die Sigi-Löw-Gedächtnisexpedition zum titelgebenden Berg im Westhimalaya, bei der 1970 Reinhold Messners (Foto, r.) Bruder Günther starb.
In "Nanga Parbat" sind Florian Stetter als Reinhold Messner und Andreas Tobias als sein Bruder Günther zu sehen. Allerdings sorgte der Film auch für Kritik. Er zeigte die Geschehnisse aus Sicht von Reinhold Messner, weswegen es Kontroversen bezüglich der Richtigkeit einiger Angaben gab. Die Todesumstände von Günther Messner sind seit damals umstritten.
Seine letzte Regiearbeit konnte Joseph Vilsmaier vor seinem Tod noch vollenden. Es handelt sich um die Komödie "Der Boandlkramer und die ewige Liebe", mit Eisi Gulp (v.l.), Michael "Bully" Herbig und Götz Otto.
In "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" trifft Amors Pfeil den Boandlkramer (Michael "Bully" Herbig). Der Liebestrunkene lässt sich auf einen Deal mit dem Teufel (Hape Kerkeling, l.) ein und bringt dadurch nicht nur den göttlichen Plan durcheinander - es droht sogar das absolute Chaos! Der Film erscheint am 5. November 2020 in den deutschen Kinos.