Klaus Kinski: Seine größten Wutanfälle

Kommentare60
Von
Mathias Heim

Heute vor 27 Jahren starb Klaus Kinski. 130 Filme drehte der Meister der Psycho-Figuren in seiner Karriere. Fast genauso bekannt wie für seine großen Rollen, ist der Schauspieler auch für seine cholerischen Ausfälle. Wir blicken zurück.

Ein großer Schauspieler war Klaus Kinski zweifellos. Ebenso sicher war seine Unberechenbarkeit bei Interviews und Dreharbeiten. Seine verbalen Entgleisungen waren seinerzeit berüchtigt und lassen einen noch heute ungläubig staunen und rätseln: echte Wutausbrüche oder pefekte Selbstinszenierung? Wir blicken an Kinskis 27. Todestag auf seine größten Eskapaden zurück.
Nicht nur die Dreharbeiten zu Werner Herzogs Film "Fitzcarraldo" waren legendär. Zahlreiche Verletze waren zu beklagen. Einmal wurde einem Kameramann die Hand abgerissen, ein andermal attackierte ein Urwaldvolk das Team. Neben den Strapazen im Regenwald von Brasilien, sorgten auch Kinskis Wutausbrüche für Wirbel.
"Diesmal schlag ich Dir in die Fresse, Du!", brüllte Kinski den Produktionschef an. Doch das Team konnte nur schweigend die Tiraden über sich ergehen lassen. Herzog gestand später, dass die am Film mitwirkenden Ureinwohner sehr ernst angeboten hätten, Kinsiki zu töten. Das stille Volk konnte das Geschrei nicht mehr ertragen.
Am Set von "Aguirre: Der Zorn Gottes" sträubte sich Klaus Kinski gegen die Regieanweisungen von Werner Herzog. Cholerisch brüllt der Schauspieler los: "Also drehen wir es jetzt! Los machen Sie die Kamera an und drehen Sie den Scheiß runter!"
Herzog fährt er an: "Sie sind ein Anfänger. Ein Zwergenregisseur sind Sie, aber nicht ein Regisseur für mich." Weil er sich über das Essen ärgerte, wollte er auch das Set verlassen. Regisseur Herzog bedrohte Kinski daraufhin mit einem Gewehr - nicht geladen, wie er später erzählte.
So ruhig wie hier im WWF-Club in der ARD sah man den Schauspieler nicht immer. In einem Interview mit einer ZDF-Reporterin in der Sendung "Drehscheibe" bezeichnete er die die Journalistin als "Analphabetin" und schimpfte über ihre Fragen. "Sie haben überhaupt kein Recht, mir über den Mund zu fahren. Ich spreche im Interview für Millionen von Menschen und nicht für Sie."
Und selbst auf Französisch verstand er es, flüssig zu fluchen. Weil sein Film "Paganini" von der Jury des Filmfestivals in Cannes abgelehnt wurde, flippte Kinski auf einer Pressekonferenz aus. Auf eine Frage hin, warf er beleidigt sein Mikro auf den Tisch und rief "Crétin, crétin, crétin" (frei übersetzt: Idiot). Den Anwesenden schleuderte er Fäkalausdrücke entgegen.
Sat.1-Moderator Armin Halle schien es in seiner Sendung "APF Blick" geradezu auf einen Ausbruch Kinskis anzulegen. Er spöttelte über Kinskis Karriere und setzte nach: "Warum haben Sie sich so unverschämt gegenüber unseren Kollegen in der NDR-Talkshow benommen?" Da hatte der Schauspieler bereits genug. Lediglich mit "Fuck you!" verabschiedete er sich vom Tisch und ging fluchend - "Asshole!" "Shit!" - aus dem Studio.
Der wies den Schauspieler darauf hin, dass Jesus sanftmütig gewesen sei und nicht gesagt habe "Halt deine Schnauze." Das brachte Kinski zur Weißglut: "Nein, er hat nicht gesagt: Halt die Schnauze – er hat eine Peitsche genommen und hat ihm in die Fresse gehauen! Das hat der gemacht. Du dumme Sau."