Regenbogen,Tränen und viel nackte Haut: Der Life Ball ist Geschichte. Einer ist sich dessen allerdings nicht ganz so sicher.

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20.000 Fans und 5.000 Gäste: Ein letztes Mal verwandelte sich der Wiener Rathausplatz in ein Meer aus knallbunten Feiernden im Kampf gegen HIV und AIDS.

Nach 27 Jahren und 26 Bällen ist Schluss. Schuld ist das schnöde Geld: Der Kampf um Sponsoren sei immer härter geworden, hatte Gery Keszler, Gründer und Organisator des Life Ball, vor wenigen Wochen mitgeteilt.

In seiner Ansprache am Samstagabend kämpfte er mit den Tränen. "Der Life Ball ist eine Erfindung von so vielen Herzen", sagte er. Das Ende der Veranstaltung sei nicht etwa eine Laune von ihm gewesen, er habe vielmehr keine andere Wahl gehabt.

Schon vorab hatte er in einer Videobotschaft verkündet, er sei traurig über das Ende des Life Ball, aber fühle sich auch erlöst.

Keszlers emotionale Rede beschloss kurz vor Mitternacht eine etwas ausufernde Eröffnungszeremonie. Unter dem Motto "Unified In Diversity" ("In Diversität vereint") erzählte diese die LGBT-Variante des Zauberers von Oz. Dianne Brill, Schauspielerin und Andy-Warhol-Muse, führte als weiße Hexe Glenda gemeinsam mit Zirkusdirektor Wurst durch die Zeremonie.

Wurst mit neuem Song und Artistinnen am Luster

Zu Beginn zogen schaurige Zirkusfreaks über den diesmal angeblich hellgrauen, aber tatsächlich eher weißen statt magentafarbenen Teppich in Richtung Bühne, die einem Zirkuszelt nachempfunden war.

Die Debütantinnen und Debütanten tanzten in Mohnblumenkostümen zu einer Choreographie der Tanzprofis Thomas Schäfer-Elmayer und Thomas Kraml.

Wurst, The Artist Formerly Known As Conchita, präsentierte alsbald seine neue Single "Hit me", einen gefälligen Popsong irgendwo auf der Skala zwischen "Rise Like A Phoenix" und einem Ganzkörper-Lackkostüm.

Mit Carmen Carrera ging es über die "Yellow Brick Road", Burlesque-Tänzerin Dita von Teese räkelte sich auf einem überdimensionalen Lippenstift, während die Comedian Harmonists "Roter Mohn" trällerten, und Amfar-Botschafterin Katie Holmes las pflichtschuldig ein paar Worte des Dankes von einem Zettel ab.

Russkaja-Sänger Georgij Makazaria glänzte als schauriger Zauberer von Oz, Schauspielerin Sunnyi Melles hatte sichtlichen Spaß an ihrem Auftritt als Wicked Witch Of The West.

Der wohl spektakulärste Moment war der Auftritt von Vivian und Lili Paul: Die Töchter von Roncalli-Mitgründer Bernhard Paul zeigten eine atemberaubende Artistik-Nummer an einem schwebenden Luster, bei der einem schon beim Zuschauen schwindelig wurde.

Die Modenschau wurde diesmal ausgerichtet von Christian Cowan. Ein Model durfte bei der letzten Ausgabe auf keinen Fall fehlen: Dagmar Koller, die schon beim ersten Life Ball 1993 dabei war.

Zum großen Finale sang Judy Garlands Tochter Lorna Luft "Somewhere Over The Rainbow".

Die Sterne stehen schlecht für die Zukunft

Damit ist der Wiener Life Ball Geschichte. Zumindest vorerst - Bürgermeister Michael Ludwig will die Veranstaltung unbedingt weiterführen, notfalls auch ohne Keszlers Unterstützung.

Doch das wird schwer: Die Marke Life Ball ist noch bis 2027 geschützt. Auch Keszlers internationale Kontakte würden fehlen.

Keszler selbst sagte, er werde sich in den kommenden Monaten mit der Stadt Wien zusammensetzen, um auszuloten, "was auf dem Erbe des Life Ball Gutes wachsen kann".

Eines steht jedenfalls fest: Der plausibelste Kandidat als potenzieller Nachfolger will nicht übernehmen. "Wir haben im Spaß darüber geredet, aber nein, ich mache es nicht", sagte Conchita Wurst der Austria Presse Agentur.

Schlechte Nachrichten hatte indes Astrologin Gerda Rogers: "Die Sterne sagen, es ist der letzte Life Ball." Gery Keszler sei ein Löwe-Mann. "Wenn der etwas sagt, dann bleibt das auch so."

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