Der US-Getränkekonzern Pepsi hat eine neue Werbekampagne mit Model Kendall Jenner nach Protesten zurückgezogen. Ein erst in dieser Woche veröffentlichter Spot wurde am Mittwoch vom Youtube-Kanal des Unternehmens entfernt.

Der Pepsi-Konzern sorgt mit seinem neuen Werbespot für Empörung. Darin war zu sehen gewesen, wie Model Kendall Jenner ein Foto-Shooting abbricht, um sich einer vorbeiziehenden Demonstration anzuschließen. Dabei drückt die Halbschwester von Reality-Star Kim Kardashian einem Polizisten eine Dose Pepsi-Cola in die Hand. Als er daraus trinkt, jubeln die Demonstranten, zu denen Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarben gehören.

Es hagelt Kritik

Es folgte reichlich Spott und Kritik in sozialen Medien wegen mangelnden Taktgefühls. Die Werbung banalisiere Protestbewegungen wie "Black Lives Matter" und verharmlose Polizeigewalt, hieß es in sozialen Medien. Viele Nutzer fühlten sich bei der Szene mit dem Polizisten an ein bekanntes Foto von der Festnahme einer schwarzen Aktivistin bei Protesten wegen des Todes eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse im vergangenen Jahr erinnert. Die Tochter des 1968 erschossenen Bürgerrechtsaktivisten Martin Luther King, Bernice King, twitterte: "Hätte Papa doch bloß von der Kraft von Pepsi gewusst."

Pepsi bringt den Weltfrieden

Entsprechend finden sich im Internet inzwischen diverse Parodien des Pepsi-Spots.

Pepsi habe eine Botschaft von Einigkeit, Frieden und Verständnis verbreiten wollen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des Unternehmens. "Wir haben offensichtlich das Ziel verfehlt, und wir entschuldigen uns. Es war nicht unsere Absicht, ein ernstes Thema zu verharmlosen." Die Inhalte der Kampagne würden entfernt.  © dpa