Die Showbiz-Legende wird 75: Was macht eigentlich Liza Minnelli?

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In eine Hollywood-Familie hineingeboren, hatte Liza Minnelli ihre ersten Auftritte bereits im Kindesalter. Später machte sie sich als Schauspielerin und Sängerin am Broadway einen Namen, mit "Cabaret" gelang ihr 1972 der weltweite Durchbruch. Am 12. März wird die Showbiz-Ikone 75. Und feiert ihr bewegtes Leben. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Liza Minnelli wurde am 12. März 1946 als Tochter zweier Hollywood-Legenden in Los Angeles geboren. Ihre Mutter Judy Garland gewann mit 17 Jahren einen Oscar für ihre Performance als Dorothy in "Der Zauberer von Oz" (1939). Fünf Jahre später spielte sie die Hauptrolle in dem Filmmusical "Meet Me in St. Louis", an dessen Set sie den Regisseur Vincente Minnelli kennenlernte. Sie benannten ihre Tochter Liza nach dem gleichnamigen Song von George Gershwin.
Liza Minnelli genoss als Kind den extremen Reichtum ihrer Eltern und verbrachte ihre Kindheit in der Glamour-Welt Hollywoods. Schon zu ihren frühen Kindergeburtstagen kamen berühmte Gäste wie Mia Farrow, Humphrey Bogarts Sprösslinge oder Bing Crosbys Kinder.
Mit zwei Jahren hatte sie an der Seite ihrer Mutter im Musicalfilm "Damals im Sommer" (Bild) ihren ersten Leinwandauftritt. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Minnelli am Set und blickte ihren Eltern über die Schulter, etwa bei den Dreharbeiten zu "Ein Amerikaner in Paris".
Nach der Scheidung ihrer Eltern 1951 wuchs sie zwar abwechselnd bei beiden Elternteilen auf, zog jedoch häufig um und ging auf etwa 20 verschiedene Schulen. Kein Wunder, dass die junge Liza Minnelli Halt im Gesangs-, Tanz- und Musikunterricht suchte.
Ihr großes Interesse fürs Tanzen wurde vor allem von den Filmen ihres Vaters und Tänzer Fred Astaires Auftritt in "Vorhang auf!" (1953) genährt. Ihre Eltern ermöglichten ihr bereits als Kind Tanzunterricht bei professionellen Choreografen, 1956 trat sie zum ersten Mal als Tänzerin neben ihrer Mutter Judy Garland im New Yorker Palace Theater auf.
Als Teenager brach Liza Minnelli die Schule ab, um in New York City ihrer Bühnenkarriere nachzugehen. Nach mehreren erfolglosen Vorsprechen landete sie 1963 schließlich eine Nebenrolle in der Off-Broadway-Adaption des Musicals "Best Foot Forward". Die Kritiker waren begeistert von der Darbietung der damals 17-Jährigen.
Zu dieser Zeit war auch die Beziehung zu ihrer Mutter wieder etwas enger und sie trat in deren kurzweiliger Fernsehsendung "The Judy Garland Show" (Bild) auf. Außerdem performten Mutter und Tochter im Londoner Palladium, wo Minnelli die Zuschauer mit ihrer unglaublichen Stimme beeindruckte. "Es war, als hätte meine Mutter plötzlich realisiert, dass ich gut bin", sagte sie einmal über diese Zeit.
1965 ergatterte Minnelli ihre erste Hauptrolle am Broadway: Unter der Regie von George Abbott spielte sie die junge Modezeichnerin Flora Meszaros im Musical "Flora the Red Menace". Das Stück legte den Grundstein für ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Musical-Duo John Kander und Fred Ebb. Außerdem gewann sie mit nur 19 Jahren ihren ersten Tony Award.
Im selben Jahr trat sie zum ersten Mal als Sängerin in einem Nachtclub auf - dem Blue Room des Shoreham Hotels in Washington D.C. Mit dieser Form der Live-Unterhaltung fühlte sie sich später am meisten verbunden. Im Herbst 1965 tourte sie durch die Vereinigten Staaten, Kanada, London und Paris.
1968 drehte sie die Komödie "Pookie" (Bild), in der sie die gleichnamige Außenseiterin spielte. Für ihre Darstellung erhielt sie zahlreiche Preise, etwa den italienischen David di Donatello, und wurde erstmals für den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert.
Während der Dreharbeiten zu ihrem nächsten Film "Tell Me That You Love Me, Junie Moon" (Bild) traf sie 1969 ein schwerer privater Verlust. Ihre Mutter Judy Garland verstarb im Alter von nur 47 Jahren infolge einer Überdosis. "Sie lebte acht Leben in einem", sagte Liza Minnelli später über ihre Mutter.
Es vergingen drei weitere Jahre, bis Liza Minnelli 1972 erstmals den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin" entgegennehmen durfte. Ihre Rolle der Sally Bowles im Film "Cabaret" (Bild), in dem sie mit Fritz Wepper zu sehen war, bescherte ihr zahlreiche weitere Preise und machte sie weltweit bekannt - und zu einer Ikone der frühen Schwulenszene.
Am Höhepunkt ihrer Karriere angekommen, folgte 1972 ihr großes Fernsehspecial "Liza with a 'Z'", angelehnt an Kander und Ebbs gleichnamiges Lied, in dem Minnelli die korrekte Aussprache ihres Namens erklärt. Für die Show gewann sie 1973 den Emmy Award in der Kategorie "Herausragende Einzelsendung".
Nach einigen weniger erfolgreichen Filmen spielte sie 1977 in Martin Scorseses Musical "New York, New York" (Bild) an der Seite von Schauspieler Robert De Niro (r.). Auch hier blieb der große Erfolg trotz Starensemble ebenfalls aus. Lediglich der Titelsong wurde durch Frank Sinatras Aufnahme zum Welthit. Minnellis Filmkarriere war zum Stillstand gekommen.
Am Broadway lief es wieder gut: Für ihre Performance in "The Act", ebenfalls von Martin Scorsese, erhielt sie 1978 ihren dritten Tony Award. 1981 gelang ihr mit der Komödie "Arthur" (Bild) nochmal ein Erfolg auf dem Bildschirm.
Minnelli war insgesamt vier Mal verheiratet, jedoch meist unglücklich. Von 1967 bis 1974 war Entertainer Peter Allen (Bild) der Mann an ihrer Seite, von 1974 bis 1979 Jack Haley Jr., der Sohn von Judy Garlands Filmpartner in "Der Zauberer von Oz".
Ende der 70er Jahre lernte sie ihren dritten Mann, Bildhauer Mark Gero, im Studio 54 kennen, in dem sie Stammgast war. Das Foto zeigt sie in dem Kultclub mit Bianca Jagger und Andy Warhol. Mitte der 80er trennte sich das Paar kurzzeitig und Liza Minnelli ließ sich wegen einer Alkohol- und Tablettensucht ins Betty Ford Center einweisen. Mutter wurde Minnelli nie. Sie erlitt jedoch fünf Fehlgeburten, wie sie 2002 offenbarte.
1987 versuchte Liza Minnelli sich an einem musikalischen Comeback in Form eines dreiwöchigen Gastspiels in der New Yorker Carnegie Hall. Es wurde zu einem künstlerischen Höhepunkt ihrer Karriere. Das Programm beinhaltete mehrere ihrer bekannten Musicalsongs sowie Jazzklassiker und Bühnenlieder.
Ab 1988 ging sie mit Frank Sinatra (l.) und Sammy Davis jr. (r.) auf eine Welttournee, die in Form zahlreicher TV-Specials festgehalten wurde. Es folgten mehrere Jahre, in denen Minnelli fast durchgehend auf Tour war. 1991 wurde sie noch vor den Rolling Stones zur bestverdienenden Bühnenkünstlerin des Jahres gekürt.
1992 ließ sie sich von Mark Gero scheiden, 2002 verliebte sie sich erneut - in den Filmproduzenten David Gest. Das Paar heiratete live im Fernsehen, ging jedoch bereits nach einem Jahr wieder getrennte Wege. Gest starb 2016 infolge eines Schlaganfalls in London.