Deutschlands wohl berühmtester Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki liegt mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Kritisch, gebildet und streitbar: So kennt man in Deutschland "Literaturpapst" Marcel Reich-Ranicki. Doch die Gesundheit des 93-Jährigen ist seit einiger Zeit angeschlagen. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass der 93-Jährige an Prostatakrebs erkrankt ist.

Nun liegt er mit einer Lungenentzündung in der Klinik. "Mir geht's schlecht", habe er mit schwacher Stimme in einem Telefongespräch mit der "Bild"-Zeitung gesagt. Wann er wieder nach Hause darf, sei offen.

Reich-Ranicki wurde 1920 als Sohn einer jüdischen Familie im polnischen Wloclawek geboren. 1943 konnte er mit seiner Frau Teofila aus dem Warschauer Ghetto fliehen. Seine Eltern starben in den Vernichtungslagern. Später kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als Literaturkritiker in verschiedenen Redaktionen von deutschen Zeitungen wie "Die Zeit". Einem breiteren Publikum wurde er durch die ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" bekannt. Legendär ist auch sein Auftritt, als er den deutschen Fernsehpreis ablehnte und sich mit dem Moderator Thomas Gottschalk stritt.

Seine Autobiografie "Mein Leben" hat sich bisher mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft und wurde 2009 mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt. Nach dem Tod seiner Ehefrau 2011 hat sich "MRR" aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. (com)