Nach Harvey Weinstein (65) scheint nun auch die Karriere von Terry Richardson vorbei zu sein: Der Condé Nast-Verlag hat die Zusammenarbeit eingestellt.

Der Name Terry Richardson (52) ist auch vielen Menschen außerhalb der Modebranche ein Begriff. Mit seinen provokanten Bildern im extremen "Porn Chic"-Stil sorgt der Fotograf seit Jahren für Schlagzeilen.

Davon profitierten auch jahrelang seine Arbeitgeber. So fotografierte er für die etabliertesten Modemagazine von "Vogue" bis "GQ" und die größten Marken, darunter Gucci, Levi's oder Hugo Boss.

Vor seiner Linse standen sie alle: Kate Moss (43), Lady Gaga (31), Rihanna (29), Miley Cyrus (24), Lindsay Lohan (31), Paris Hilton (36), Jared Leto (45) und sogar Barack Obama (56). Doch nicht wenige bereuten die Zusammenarbeit danach. Zum Beispiel Miley Cyrus, die das öffentlich bekundete. Richardson hatte sie splitterfasernackt und mit Gummiknüppel im Mund abgelichtet und ist auch für ihr "Wrecking Ball"-Video verantwortlich.

"Der Harvey Weinstein der Modebranche"

Die steile Karriere des Skandal-Fotografen dürfte nun nach einem Artikel des "Telegraph" ihr Ende gefunden haben. Darin wird Richardson der "Harvey Weinstein der Modebranche" genannt und die Frage gestellt, weshalb er trotz jahrelanger Missbrauchsvorwürfe weiterhin von der Branche gefeiert werde. Wie "Dailymail" berichtet, soll sich der Condé-Nast-Verlag daraufhin von Richardson getrennt haben. In einer internen Email wurde demnach angeordnet, jegliche Zusammenarbeit zu stoppen und seine Bilder zu ersetzen.

Schon seit Jahrzehnten wird Richardson von seinen Models sexueller Missbrauch vorgeworfen, was er stets abstritt. Jetzt ließ er durch eine Sprecherin mitteilen, dass er während der Aufnahmen mit den Models "manchmal in explizit sexueller Weise agiert" hätte: "Er ist ein Künstler, der für seine sexuell aufgeladenen Werke bekannt ist, natürlich waren viele der professionellen Interaktionen mit seinen Motiven auch explizit und sexuell, dem aber alle Beteiligten zugestimmt haben."

Uncle Terry

Zahlreiche Models und Stars wie Coco Rocha (29), Rie Rasmussen (39) oder Journalistin Jamie Peck werfen "Uncle Terry", wie er in englischsprachigen Medien oft schon zynisch genannt wird, schon seit Anfang der Nullerjahre unangemessenes, sexuelles Benehmen vor.

Immer wieder hörte und las man, der Fotograf würde während der Fotoshootings seine Macht ausnutzen, sich selbst ausziehen und die jungen Models unter Druck setzen, sich ebenfalls auszuziehen und während oder nach den Fotoshootings mit ihm oder anwesenden Personen Sex zu haben.

Er musste es nicht mal verstecken

Große Mühe gab sich Richardson nie, diese Arbeitspraktiken zu verstecken, es gibt zahlreiche Interviews, in denen er erzählt, wie oft es an seinen Sets zu sexuellem Kontakt kommt. Laut "Daily Beast" sagte er 2007 in einem Interview mit dem "Hint Magazine": "Wie ich immer sage: Es geht nicht darum wer du bist, es geht darum, wen du bläst. Ich habe nicht umsonst ein Loch in meiner Hose."

Dem "Guardian" erklärte er: "Ich bin kein Sexsüchtiger, aber ich habe ein Problem. Vielleicht ist es psychologisch. Ich war so ein schüchternes Kind und jetzt bin ich dieser mächtige Typ mit dem Ständer, der all diese Frauen dominiert." Damit dürfte nun Schluss sein. (mia)  © top.de

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