Die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegen Kevin Spacey haben weitere Konsequenzen: Regisseur Ridley Scott will alle Spacey-Szenen aus seinem neuen Kinofilm schneiden. Ein anderer Schauspieler soll ihn nun ersetzen. Für den 58 Jahre alten Oscarpreisträger scheint die Karriere am Ende.

Sechs Wochen vor dem geplanten US-Kinostart des Films "Alles Geld der Welt" ("All the Money in the World") sollen alle Szenen mit Kevin Spacey (58) herausgeschnitten werden.

Wie US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichten, will Regisseur Ridley Scott (79) Spaceys Rolle des Ölmilliardärs Jean Paul Getty in dem Entführungsdrama mit dem Schauspieler Christopher Plummer (87) nachdrehen.

Die Crew und Sony Pictures stünden einstimmig hinter der Entscheidung Scotts, Spacey zu ersetzen. Die Dreharbeiten würden sofort beginnen, um den Starttermin am 22. Dezember einhalten zu können. In Deutschland soll der Film kommendes Jahr in die Kinos kommen.

Der Film erzählt die Geschichte der spektakulären Entführung des reichen Erben John Paul Getty III. nach, der sich 1973 fünf Monate in der Hand skrupelloser Entführer befand. Sein Großvater hatte sich zunächst geweigert, das Lösegeld zu bezahlen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, schnitten die Mafia-Kidnapper Getty sogar das rechte Ohr ab. Weitere Stars des Films sind Michelle Williams und Mark Wahlberg.

Vorwürfe gegen Kevin Spacey wegen sexuellen Missbrauchs

Gegen den "House of Cards"-Star Kevin Spacey mehren sich die Vorwürfe der sexuellen Belästigung. Dem Portal "Buzzfeed" zufolge warf auch Harry Dreyfuss, Sohn des Schauspielers Richard Dreyfuss ("Der weiße Hai"), Spacey sexuelle Belästigung vor.

Der Vorfall soll sich im Jahr 2008 zugetragen haben, als Harry Dreyfuss 18 Jahre alt war. Mittlerweile werfen mehr als zehn Männer dem "House of Cards"-Star Spacey vor, ihnen gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein.

"Es geschah eines Nachts, als wir drei allein in Kevins Wohnung die Zeilen meines Vaters übten", schrieb Dreyfuss laut "Buzzfeed". "Mein Vater sah nichts, und ich habe ihm viele Jahre nichts von dem Vorfall erzählt. Stattdessen habe ich die nächsten neun Jahre damit verbracht, Leuten die Geschichte auf Partys zum Spaß zu erzählen."

Dreyfuss bezeichnete Spacey als "sexuelles Raubtier".

Angefangen hatte alles mit Vorwürfen des Schauspielers Anthony Rapp (46, "Star Trek: Discovery"), der über sexuelle Übergriffe durch Spacey berichtet hatte.

Spacey habe sich in therapeutische Behandlung begeben, erklärte eine Sprecherin.

Auch Netflix zieht Konsequenzen

Der Internet-Streamingdienst Netflix zog ebenfalls die Notbremse und trennte sich von Spacey. Am Set der Polit-Dramaserie "House of Cards" ist Spacey nicht mehr willkommen.

Netflix schloss ihn am Freitag von der weiteren Mitarbeit aus. In der Serie spielte Spacey den skrupellosen US-Präsidenten Frank Underwood.

"Netflix wird an keiner weiteren Produktion von 'House of Cards' beteiligt sein, bei der Kevin Spacey dabei ist", hieß es in der Mitteilung des Streamingdienstes.

Man wolle weiter mit der Produktionsfirma Media Rights Capital (MRC) über die Zukunft der Serie nachdenken. Dreharbeiten für die sechste Staffel der Serie liegen derzeit auf Eis. Die Serie hatte ohnehin nach dem Ende der sechsten Staffel enden sollen.

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© dpa