Thandie Newton ist durch Hits wie "Crash" oder "Mission: Impossible II" in der Filmszene ein bekannter Name. Doch für den Erfolg in Hollywood musste sie schreckliche Opfer bringen. Zu Beginn ihrer Karriere wurde sie von einem bekannten Filmemacher sexuell belästigt. Erst jetzt fand die 43-Jährige den Mut, damit an die Öffentlichkeit zu gehen – um junge Schauspielerinnen zu warnen.

"Er sagte mir, ich solle meine Brüste anfassen und mir dabei eine Szene vorstellen, in der ich Sex mit einem Mann habe", offenbarte sie im Interview mit dem US-Magazin "W". "Ich dachte mir damals, dass das schon ein wenig merkwürdig ist, aber da war noch eine Frau im Casting-Team und ich hatte schon vorher einige merkwürdige Sachen bei Vorsprechen machen müssen. Also habe ich es gemacht."

Obwohl sie sich anschließend oft Gedanken über diese Situation machte, versuchte sie diese zu vergessen und mit ihrem Leben normal weiterzumachen. Bis sie Jahre später bei einem Film-Festival auf einen Produzenten traf, der zu tief ins Glas geschaut hatte. Er sagte zu ihr: "Oh, Thandie – ich habe dich erst kürzlich auf diesem Band gesehen!"

Die Schauspielerin konnte sich nicht vorstellen, was er damit gemeint haben könnte, also hakten sie und ihr Ehemann Ol Parker (46) nach und erfuhren Schockierendes. "Der Produzent gestand, dass der Regisseur das Casting nach einer Poker-Runde in seinem Haus, all seinen Kumpels vorgespielt hat. Die seien voll darauf abgefahren und hätten sich währenddessen sogar einen runtergeholt", so Thandie weiter.

Die Schauspielerin geht nun damit an die Öffentlichkeit, weil solche Szenen keine Seltenheit in Hollywood sind. Sie will nicht, dass andere junge Schauspielerinnen glauben, dieses Verhalten oder diese Art von Vorsprechen seien okay.

"Ich war so naiv, als ich in diesem Beruf anfing. Doch das hat mir die Augen geöffnet. Wir müssen unsere Kinder vor solchen Dingen warnen. Ich habe selbst zwei schöne Töchter, eine ist 16 und eine elf Jahre alt. Wenn nur eine Person dieses Interview liest und deshalb nicht von einem Regisseur sexuell belästigt wird, dann hat es sich gelohnt, dass ich meine Story erzählt habe", erklärt sie.

Den Namen des berühmten Filmemachers wollte Newton allerdings nicht nennen. (rk)