Thorsten Schröder ist bekannt als Nachrichtensprecher im Fernsehen. Weniger bekannt ist seine sportliche Leidenschaft. Beim Ironman in Hamburg schaffte er die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii.

Thorsten Schröder hätte es am liebsten abends in der "Tagesschau" verkündet. Der ARD-Nachrichtensprecher hat sich für den weltberühmten Langdistanz-Triathlon auf Big Island qualifiziert. Stattdessen hat er es auf Facebook mitgeteilt: "Ich hoffe, werde die Tagesschau heute nicht durchgrinsen, denn ich habe gestern beim Ironman in Hamburg tatsächlich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii geschafft", lautete sein Post. In den Tagen danach bekam er 1700 Likes.

Ein wahrgewordener Traum

"Für mich ist ein Traum wahr geworden", erzählt Schröder ein paar Wochen später. Dabei könnte man die Umstände der Qualifikation für den Ironman am 14. Oktober fast als filmreif bezeichnen. "Ich werde im Dezember 50, gehöre damit seit diesem Jahr zur Altersklasse 50 bis 54. Ich habe mir natürlich größere Chancen ausgerechnet, mich in Frankfurt als jüngerer Starter in diesem Limit für Hawaii zu qualifizieren."

Doch die Rechnung ging nicht auf. 9:41:09 Stunden war der "Tagesschau"-Sprecher in der Mainmetropole unterwegs. Am Ende fehlten 93 Sekunden, um mindestens Elfter in seiner Altersklasse zu werden und sich für Hawaii zu qualifizieren. "In den Jahren zuvor hätte meine Zeit gereicht", stellt er zerknirscht fest.

Als Nachrücker nach Hawaii

Fünf Wochen danach folgte der nächste Anlauf. Diesmal in Hamburg. "Ich bin hier gestartet, weil es ein Heimspiel ist, was ich mir nicht entgehen lassen wollte. Aber es war auch als Backup gedacht, falls es in Frankfurt nicht geklappt hat."

Am Ende reichte es wieder nicht. Fünfter hätte Schröder werden müssen. Als Sechster seiner Altersklasse erreichte er in 9:45:42 Stunden das Ziel. Dieses Mal betrug der Abstand nur 26 Sekunden. Das war ein Tiefschlag. Aber lange musste sich Schröder nicht ärgern. "Als am Tag danach die Startplätze für Hawaii vergeben wurden, verzichtete jemand auf sein Startrecht", erzählt er. Als erster Nachrücker darf er nun doch zum Ironman.

Eine Wildcard lehnte er ab

Dabei hätte es der gebürtige Schleswig-Holsteiner auch leichter haben können. Man habe ihm schon vor Jahren eine Wildcard angeboten, sagt er. "Aber mein Ehrgeiz sagte mir: Du willst die sportliche Qualifikation schaffen." Das ist ihm nun gelungen. Sein Ziel für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den Marathonlauf über 42,195 Kilometer: als Tageslicht-Finisher in Kailua-Kona anzukommen. Dafür bleiben ihm rund zwei Stunden mehr Zeit als in Frankfurt oder Hamburg. Allerdings sind auf Hawaii Hitze und Wind eisenharte Gegner.

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