Die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" steht in der Kritik. Sogar Gesundheitsorganisationen warnen.

Als spannend, mitreißend und berührend wird der neueste Netflix-Hit "Tote Mädchen lügen nicht" seit Wochen gefeiert. Doch mittlerweile überwiegt die Kritik an der Darstellung psychischer Probleme in der Serie.

Die Serie steigt in ihrem Erzählstrang zu einem Zeitpunkt ein, an dem der Hauptcharakter Hannah Baker bereits tot ist – Hannah hat Suizid begangen. Über 13 Folgen und anhand von 13 Kassetten, die sie vor ihrem Tod aufgenommen hat, werden die Gründe für ihren Selbstmord erklärt. Ziemlich schnell stellt sich heraus, so viel kann man verraten, dass Hannah gemobbt wurde.

Keine Lösungen?

Dass ernste Themen wie Mobbing, sexuelle Gewalt und Depressionen in der Serie angesprochen und behandelt werden, finden viele Zuschauer gut. Sie machen die Serie aber nicht nur spannend, sondern psychologisch tatsächlich bedenklich. Zuschauer, die tatsächlich unter Selbstmordgedanken oder sexueller Gewalt leiden oder gelitten haben, könnten getriggert werden.

Den Machern wird nun vorgeworfen, keine möglichen Lösungen für diese Probleme aufgezeigt zu haben. Auch versucht keiner der in das Drama Involvierten sich psychologische Hilfe zu holen. Dafür werden Details zum Thema Suizid aufgezeigt. Die Befürchtung ist nun, dass das bei Betroffenen Nachahmungseffekte auslösen könnte.

Diskussionen auf Twitter

"Stranger Things"-Schauspielerin Shannon Purser hat bereits in einem Tweet vor den Folgen der Serie für psychisch labile Menschen gewarnt und diskutiert nun seit Stunden über ihre Twitterseite mit anderen, auch teilweise betroffenen Usern, ob die Serie eher hilft oder schadet.


Hauptdarstellerin Katherine Langford (20) sagte dazu im Interview mit "SpotOn": "Die Probleme wurden mit großem Respekt und großer Sensibilität umgesetzt. Es wird nicht als wunderschöne Tragödie dargestellt, oder als eine Fantasie oder etwas Romantisches. Es ist konfrontierend und grausam und es tut fast weh, hinzusehen.“ Tut es vielleicht zu weh?

Die australische Gesundheitsbehörde "headspace" warnt auf ihrer Seite vor dem "gefährlichen Inhalt" der Serie. Zumindest ist nun eine Debatte darüber entbrannt, ob es in Ordnung ist, dieses mögliche Risiko zu Unterhaltungszwecken einzugehen. (mia)

Geht die Serie zu verantwortungslos mit dem Thema um?
  • A
    Ja
  • B
    Nein
  • C
    Darüber habe ich noch nie nachgedacht

Wenn Sie mit Depressionen oder Suizidgedanken zu kämpfen haben, wenden Sie sich bitte an eine Seelsorge, entweder im Netz oder unter kostenlosen Hotlines wie 0800 1110111 oder 0800 1110222116123.



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