In "Wer wird Millionär?" vom Montag war von magischer Stimmung recht wenig zu spüren: Der Magier Jérôme Adjallé hätte 125.000 Euro gewinnen können, wenn er nicht auf seinen Publikumsjoker vertraut hätte. Am Ende ging er mit 500 Euro nach Hause.

Der blinde Jeffrey Norris beeindruckte bei "Wer wird Millionär" und gewann 64.000 Euro. Erstaunlich ist auch, was der Nürnberger mit seinem Gewinn nun vor hat: Er möchte nach Hawaii reisen, um dort am "Iron Man"-Triathlon teilzunehmen.

Kandidat Jérôme Adjallé legte einen relativ mühelosen Start bei "Wer wird Millionär?" hin und beantwortete die ersten 10 Fragen ohne Hilfe. Man hätte schon denken können, der 32-Jährige Zauberer setze seine "magischen Fähigkeiten" ein. Doch bei Frage 13 nahm das Schicksal seinen Lauf und alle Zauberei war dahin. Jérôme hatte sich im Vorfeld für die Risikovariante entschieden - er spielte also ohne die Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro. Das sollte ein teurer Fehler werden ...

Die 125.000-Euro-Frage lautete: "Wer auf der 'Tribüne' Platz nimmt, tut dies der Wortherkunft zufolge eigentlich, um...? A: gekrönt zu werden, B: Recht zu sprechen, C: Orgien zu feiern oder D: Almosen zu verteilen"

Adjallé war sich nicht sicher und setzte den Telefonjoker, um seinen ehemaligen Deutsch- und Lateinlehrer um Rat zu fragen. Dieser tippte auf Antwort B, war sich jedoch nicht zu hundert Prozent sicher. Jauch versuchte natürlich, seinen Kandidaten vom Zusatzjoker zu überzeugen. Adjallé war allerdings der Ansicht: "Wenn ich jetzt noch einen aus dem Publikum nehme, dann ist es ja sinnlos, außer er weiß es." Dieser treffsicheren Aussage stimmte auch das Publikum amüsiert zu.

Aus den Zuschauerreihen wählte der Berliner schließlich die 19-Jährige Jura-Studentin Isabel, die ihm zur richtigen Antwort verhelfen sollte. Die Auserwählte gab sich siegessicher und berief sich auf ihr großes Latinum: Antwort B sei es definitiv nicht, sondern eher D. "Ich hatte dieses Jahr römische Rechtsgeschichte und wenn der Tribun was mit Recht zu tun gehabt hätte, würde ich es wissen", begründete die Studentin äußerst selbstsicher ihren Tipp.

Aus der Zauber

Vereinzelt waren im Publikum hier bereits verzweifelte Gesichtsausdrücke zu erkennen und auch die Freundin des Kandidaten wusste schon, dass die Studentin komplett daneben lag. Jérôme Adjallé vertraute aber auf die Erklärungen der Studentin und übernahm ihre Antwort. Um den Spannungsbogen noch etwas zu dehnen, verabschiedete sich RTL erst mal in die Werbepause. Danach löste ein etwas zerknirscht wirkender Jauch die Frage auf: Antwort B wäre richtig gewesen.

Das Resultat: Enttäuschung bei Jérôme Adjallé und große Augen bei der Studentin. 124.500 Euro gingen flöten und der Magier-Kandidat fiel auf schlappe 500 Euro zurück. Hätte der Kandidat mal lieber auf seinen alten Lehrer vertraut. Aber wie heißt es so schön: "Pech im Spiel ..."