Der Eurovision Song Contest geht am Samstag in die letzte Runde. Im Finale des beliebten Musikwettbewerbs treten Künstler aus 26 Ländern gegeneinander an. Seit Jahren ist die Show ein Sammelbecken interessanter und kurioser Acts. Mit wem haben wir es dieses Mal zu tun?

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Auftritte von Künstlern wie der maskierten Metal-Band Lordi oder der Dragqueen-Kunstfigur Conchita Wurst gingen in die Geschichte des ESC ein. Schon lange versammelt der Musikwettbewerb schrille Charaktere und schillernde Persönlichkeiten. Doch wie sieht es in diesem Jahr aus? Welcher Act hat das Potenzial, seinen kuriosen Vorgängern das Wasser zu reichen?

Sloweniens pinke Rapperin

Bereits zum dritten Mal steht Lea Sirk auf der Bühne des ESC. 2014 und 2016 nahm die Slowenin als Backgroundsängerin teil, sie unterstützte Tinkara Kovac und ManuElla bei ihren Auftritten. Dieses Mal sind alle Augen auf sie gerichtet. In ihrem Song "Hvala, ne" (zu deutsch: "Danke, nein"), einer rhythmischen Tanznummer mit Hip-Hop-Elementen, singt und rappt die 28-Jährige abwechselnd.

Übrigens: Die Künstlerin mit der rosanen Haarpracht ist studierte Musikerin und hat sogar einen Masterabschluss - und zwar in Konzertflöte. Kein Wunder also, dass sie im slowenischen Vorentscheid der Fach-Jury die vollen zwölf Punkte absahnte.

Metal made in Ungarn

"Jeder braucht 'ne Punkerjugend", dachten sich wohl die Jungs von "AWS" aus Ungarn und rocken die Bühne mit ihrem Song "Viszlát nyár" (zu deutsch: "Auf Wiedersehen, Sommer"). Dass die Budapester schon Mitte zwanzig sind, stört dabei keinen.

Optisch bleiben die Fünf ihrem Genre treu: Mit rasierten Sidecuts und dem ein oder anderen Tattoo sind sie ganz klar in die Rocker- bzw. Metal-Schiene einzuordnen.

Nicht ganz stilecht: Die Rockmusiker treten barfuß auf. Ob das genug Rock'n'Roll-Rebellion ist, um auch beim Song Contest abzuräumen?

Das Beyoncé-Double aus Zypern

In einem Glitzer-Catsuit tritt Eleni Foureira auf die Bühne des diesjährigen ESC. Ihre Lockenpracht ruft bei manch einem Zuschauer Assoziationen zu US-Sängerin Beyoncé hervor.

Mit ihren Tanzeinlagen, der Lockenpracht und dem hautengen Catsuit erinnert Eleni Foureira an US-Sängerin Beyoncé.

Stimmlich kommt die 31-Jährige aber bei weitem nicht an ihr großes Vorbild heran. Bei der Performance ihres Ethno-Popsongs "Fuego" (zu deutsch: "Feuer") beeindruckt sie eher durch die perfekt abgestimmte Choreographie und das top sitzende Outfit als durch stimmliche Gewalt.

Trotzdem wird die Sängerin, die für Zypern antritt, seit dem Auftritt beim Halbfinale als eine der Favoritinnen gehandelt.

Israel - Die Ausgefallene

Bunt und außergewöhnlich inszeniert Netta die Performance ihres Songs "Toy" (zu deutsch: "Spielzeug"). Die 25-Jährige aus Tel Aviv sticht mit dem Titel und ihrem Look aus der Masse hervor. Mit einer Farbkombination, über die Modezaren wie Karl Lagerfeld wohl die Nase rümpfen würden (rot und pink - wie kann sie nur!), und ihrer eigenwilligen Frisur (zwei große, runde Dutts) galt sie gleich zu Beginn als Favoritin der Buchmacher.

Der Song passt zu ihrem Erscheinungsbild: Musikalisch nicht wirklich in ein Genre einzuordnen, ist er von der aktuellen #MeToo-Debatte inspiriert.

Über ihren Erfolg ist Netta selbst überrascht. Im Interview mit dem "Tagesspiegel" sagt die Sängerin: "Mit der Explosion, die dieser Song überall auf der Welt ausgelöst hat, habe ich nicht gerechnet."

Das Finale des Eurovision Song Contest können Sie am Samstag, 12. Mai um 20:15 im Ersten oder online im Livestream mitverfolgen.

(dar)

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