Der Drops ist gelutscht, die Wiese ist gemäht, "Bachelorette" Jessica Paszka hat sich für David Friedrich als neuen Medienabschnittsgefährten entschieden. Im gestrigen Finale setzt sich der verliebte Musiker gegen seinen härtesten Konkurrenten Johannes durch und bekommt von Jessica die letzte Rose. Doch die wollte er am Ende dann gar nicht.

Christian Vock
Eine Glosse
von Christian Vock, Freier Autor

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Der Arbeitsmarkt ändert sich rasant. Konnte man vor einigen Jahrzehnten noch sein Geld als Kannengießer oder Bürstenbinder verdienen, sieht es auf dem ersten Arbeitsmarkt heute schlecht damit aus. Büchsenmacher, Milchmädchen oder Schiffsheizer sind 2017 eher auf dem absteigenden Ast.

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Auf der anderen Seite entstehen auch viele neue Berufe. Wer hätte zum Beispiel, sagen wir einmal 1956, gedacht, dass man einmal als Youtube-Star sein Geld verdienen kann? Auch für Jessica Paszka sind die Möglichkeiten, die der neue Arbeitsmarkt bietet, ein Segen, denn Jessica Paszka ist von Beruf Mitmacherin.

1956 hätte Mitmacherin noch direkt in die Arbeitslosigkeit geführt, 2017 boomt Paszkas Beruf hingegen und hat sie schon zu vielen interessanten Stationen geführt. Zuerst ging es für Jessica Paszka zum "Bachelor". Da kommt man oft auch ohne Berufserfahrung rein und erreicht gleich einen Promi-Status.

Jessica muss zu den Dream-Dates

Den braucht es als Mitmacherin auch irgendwann, denn man muss ja noch zu einigen anderen TV-Produktionen. "Promi Dinner", "Promi Big Brother" - Jessica hat mitgemacht. Und nun also "Die Bachelorette". Doch wer jetzt denkt: "Mitmacherin – das kann ich doch auch!", der sei gewarnt, denn als Mitmacherin, der Name sagt es, muss man auch Einiges mitmachen.

Beim gestrigen Finale muss sich die arme Jessica zum Beispiel nach mürbe machenden Wochen des Aussortierens noch einmal mit den drei Restkandidaten zu "Dream-Dates" treffen, selbst wenn sie hier vielleicht schon entschieden haben sollte, dass es für keinen der Kandidaten in ihr Herz reicht.

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Trotzdem trifft sich die tapfere Jessica auf Mauritius mit dem "Hey-Mega"-Johannes. Schon zur Begrüßung umgarnt der eloquente Johannes seine Jessica mit seinem Signature-Sprech: "Hey, hier im Paradies. Mega."

Kurz darauf müssen die beiden wieder los zum Mit-Fisch-Phobie-unter-Wasser-Laufen-mit-lustigen-Taucherhelmen-die-den Kopf-kleiner-aussehen-lassen. Ja, es hat keiner gesagt, dass Mitmacherin kein anstrengender Beruf ist.

Kandidat Niklas geht auf's Ganze

Erholen kann sich die Jessica aber nicht, denn schon muss sie nach Südafrika zum Safari-Selfies-machen mit dem David. Auch für Niklas, dem Dritten im Bunde, findet sich in Südafrika noch ein offenes Zeitfenster und man trifft sich unverbindlich zum Sand-Boarding auf einer Düne vor Kapstadt und ja, das klingt spannender als es im Fernsehen dann aussieht.

Doch Niklas ist ohnehin nicht zum Sandrutschen da, sondern wegen der Liebe und deshalb verschriftlicht er während der gemeinsamen Nacht seine Gefühle, wie der Off-Sprecher erklärt: "Mit einem sehr persönlichen Brief will er ihr das zeigen." So persönlich, dass die Jessica den Brief gleich mal den Zuschauern vorliest.

Er bekommt offenbar doch noch mal die Lizenz zum Töten.

Jetzt müssen Jessicas Eltern ran

Wer sich bereits mit dem Beruf des Mitmachers auseinandergesetzt hat, der weiß, dass hier mitunter auch die Familie involviert ist. Bei der "Bachelorette" beispielsweise kommt den Eltern in der Finalfolge eine Schlüsselrolle zu. Nachdem Jessica in der Nacht der Rosen als erstes dem Niklas erklärt hat, dass er von nun an nicht mehr mitmachen darf ("Ich ziehe meine Schlüsse daraus"), dürfen ihre Eltern die verbliebenen Kandidaten Johannes und David unter die Lupe nehmen.

Mama Beata will von David dabei erst einmal Auskünfte über seine Wohnsituation: "Wie alt bist du?" - "27." - "Wohnst du schon alleine?"

Papa Dariusz geht die Sache nicht weniger offensiv an und fragt David gerade heraus: "Wie findest du meine Tochter?" In diesem Stadium eine durchaus berechtigte Frage. Berechtigter wäre zwar die Frage gewesen, seit wann man wieder seine Sakkoärmel hochkrempelt und warum, aber 1980er-Mode-Trends scheinen dem Vater in diesem Moment offenbar weniger wichtig.

David sticht Johannes aus

Ob das Sakko am Ende ausschlaggebend war oder die Tatsache, dass Jessica kein "Hey mega" mehr hören wollte, ist Spekulation. Fakt ist, dass Johannes nur Zweitbester wurde, was ihm offenbar zusetzt: "Es ist das größte Problem, die Jessi aus dem Kopf zu bekommen", erzählt Johannes während der Rückfahrt. "Das wird 'ne lange Prozedur."

So lange wurde die Prozedur dann doch nicht, will man jüngsten Medienberichten Glauben schenken, die den Johannes noch vor Ablauf der RTL-Zurückhaltungsverpflichtung mit einer "GNTM"-Mitmacherin gesehen haben wollen.

Für David hingegen hätte der Abend nicht besser laufen können. Er hat "Die Bachelorette" bis zum Schluss durchgespielt und auch noch Endgegner Johannes besiegt. Das verführt schon mal zum Übermut. Als Jessica ihm am Ende die letzte Rose gibt, schmeisst er sie einfach weg und jubelt: "Ich brauch sie nicht mehr, ich habe jetzt dich." Ja, das muss die arme Jessica wohl jetzt auch noch mitmachen.