Unser Autor hätte nie gedacht, dass es so weit kommt, aber: Er vermisst Casting-Choleriker Detlef D! Soost. Denn "Die Band" ist so dröges Trash-Fernsehen, dass es nur noch einer retten kann - der Christian Grey der Tanzertüchtigung.

Detlef, du fehlst. Du Tanzgott mit dem Doppel-D. Nicht nur im Namen, auch im Herzen. Der Grund für dieses unverhoffte Geständnis? Ich habe zum zweiten Mal "Popstars" gesehen. Pardon, "Die Band", wie es jetzt heißt. Deine alte Show, in der du unbedarfte, zukünftige Schulabbrecher so lange tight gemacht hast, bis sie burnen. Hach, wat war dat schön! Natürlich nicht für die Betreffenden, aber so ist eben Fernsehen. Der Casting-Kandidat geht so lange zum Choreografen, bis er bricht. Das ist süße Vergangenheit. "Popstars" läuft wieder auf RTL2, du machst Dicke auf Sat.1 sexy. Und "Popstars" heißt jetzt eben "Die Band". "Die Band", wie das schon klingt. Auf jeden Fall mindestens genauso langweilig wie die Show.

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Gut, auf den ersten Blick sieht alles ziemlich ähnlich aus. Da sitzen junge Menschen in einer Villa, sie singen und musizieren, und Coaches, die dir früher nicht einmal den Proteinshake hätten reichen dürfen, stehen vor der Kamera. Warum die Kandidaten jetzt auf einmal Instrumente spielen sollen, verstehe ich allerdings nicht so ganz. Wie sollen die denn dann Tanzchoreografien ausführen? Pam, pam, pam? Eben. Schlichtweg unmöglich. Das ist das erste Problem.

Pam! Pam! Pam!

Einem Kandidaten scheint das in der zweiten Folge auch aufgegangen zu sein. Sebastian. Der ist auf einmal weg. Einfach so. Kein Wort, keine Erklärung, kein Abschied. Bei "Popstars" hätte es das nicht gegeben. Unter dir, Detlef, hätte es das nicht gegeben. Da wäre der Betreffende zurück vor die Kamera gezerrt worden, hätte geheult, eine Geschichte von seiner krebskranken Mutter erzählt, noch mal geheult, die Koffer gepackt, um dann doch zu bleiben. Natürlich tränenbenetzt wie in einem Christina-Aguilera-Video. So geht Fernsehen! Pam Pam Pam!

Stattdessen ist da jetzt dieser Finne. Samu Haber, dein Ersatz. Der sagt Sätze wie: "Es ist wie 18 Hunde in der Park. Geil, voll geil!" Verdammt, was soll denn das heißen? Was meint der nur? Die Show? Die Kandidaten? Oder einfach 18 Hunde in der Park? Das versteht doch kein Mensch!

Stargäste gibt es übrigens auch. In der zweiten Folge Tommy Lee. Ja genau, der den "aus Versehen" an die Öffentlichkeit gelangten Promi-Porno erfunden hat. Stichwort Kinderarm. Pamela Anderson. Du weißt schon. Ja, der macht auch Musik. Doch, wirklich! Damals mit Mötley Crüe. Die waren ziemlich erfolgreich. Nun gut, nie so wirklich bei uns. Und ja, da waren noch nicht einmal die Eltern der Zuschauer geboren.

Also, der war zu Gast. Die Kandidaten taten so, als würden sie ihn nicht nur von Youporn kennen und er tat so, als würde er das alles nicht nur machen, weil seine Band im Herbst auf Abschiedstournee in Deutschland ist. Die spielten dann ein bisschen Schlagzeug und das wars. Fertig. Kein Heulen, kein Drama. Kein gar nichts. Ich weiß, bei dir hätte es das nicht gegeben. Richtig, du hättest sie so tight gemacht, bis sie burnen.

Alle sind super, super, super

Aber am Schluss, daran hättest auch du deinen Spaß gehabt, Detlef. Die vier Bassisten mussten mit einem Auto in den Pool fahren. Genau, weil man das als Musiker eben so macht. Bei den ersten beiden klappte das noch reibungslos. Nummer drei und vier hatten so ihre Probleme. Einer kam nicht mehr heraus. Die Taucher mussten ihn aus dem hüfthohen Pool herausholen. Er dachte "es geht zu Ende". Und der Finne: "Nächste Woche wir machen etwas easier, ja, okay?" Ja, okay, von wegen! Gerade da wurde es doch erst interessant! Detlef, du hättest sie nicht nur in einer 30 Meter tiefen Schlucht versenkt, sie hätten auf dem Weg nach unten auch noch Michael Jacksons Choreografie aus "Bad" performen müssen! Und womit? Mit Recht!

Aber leider ist das nicht mehr deine Show. Es ist nicht mehr dasselbe. Ja, auch am Ende der zweiten Folge fliegen wieder Kandidaten raus. Aber das ist mehr so eine Gruppentreffen der musikalischen Antialkoholiker. Alle sitzen an einem Tisch und sagen: "Mir geht es schlecht dabei." Der Finne stammelt: "Alle sind super, super, super auf der Bühne." Klar, der weiß natürlich auch, dass das super, super, super gelogen ist. Aber was soll's! Das Schlimmste ist, dass diese Popstars - pardon, Bandstars - sich selbst beim Nominieren rausreden. Es gehe ihnen nicht ums Menschliche oder Musikalische, nein, sondern ums Stilistische, deswegen müsse der andere gehen. Bullshit. Du und ich Detlef, wir wissen beide, dass sowieso keiner dieser Casting-Bagage am Ende entscheidet, was er für Musik macht. Aber irgendwie ist das ja auch egal. "Popstars" ist tot. Es sterbe "Die Band". Wir sehen uns bald bei RTL2. Bitte, das bist du uns schuldig.