"Was soll ich damit machen?" - "Bares für Rares"-Händler ratlos

Für heitere "Aha"-Momente sorgte Experte Albert Maier am Montag bei "Bares für Rares". Leider bekamen die Händler davon wenig mit. Sie waren angesichts eines seltenen Pastorenornats doch etwas ratlos.

Einen heiteren "Aha"-Moment bescherte Experte Albert Maier (links) bei "Bares für Rares" dem Moderator Horst Lichter (Mitte), vermutlich einem Großteil der Zuschauer und dem Verkäufer Klaus Teichler: Der hatte das Pastorenornat seines Vaters in die ZDF-Show gebracht und dort nun erfahren, wozu dieser imposante Kragen eigentlich gut sein sollte.
Die evangelischen Kirchgänger unter den Zuschauern, die sich möglicherweise fragten, warum der Pastor ihrer eigenen Gemeinde doch ganz anders gekleidet ist, klärte der Verkäufer selbst auf: Ab 1962 war sein Vater als Pastor in Hamburg tätig - und nur dort sei dieses Ornat gebräuchlich.
Eine andere Frage stellte Experte Albert Maier: Welchen Sinn und Zweck erfüllten eigentlich diese massiven Halskrausen? Sechs Meter Stoff, Leinen übrigens, gefaltet um den Hals gelegt. Zunächst hatte Horst Lichter die Lacher auf seiner Seite mit der Antwort: "Damit einen niemand am Hals packt?"
Amüsant fanden die Herren aber auch die Lösung des Rätsels durch den Experten Maier: Als die Pastoren noch Perücken trugen, die gepudert wurden, sollte der prächtige Kragen verhindern, dass das weiße Pulver auf den schwarzen Talar rieselte. Alles schön und gut. Aber würde es einen Abnehmer dafür geben?
Der Verkäufer hatte keine hohen Gewinnerwartungen: "Ich hoffe, dass er aus meinem Schrank an den Hals eines anderen kommt, der ihn mal tragen kann." Dennoch beschwor ihn Albert Maier: Für 50 Euro dürfe der Verkäufer das Ornat nicht abgeben. "Da ist zu viel Geschichte dahinter!" Das sei doch mindestens 250 bis 300 Euro wert.
Wer sollte das nun kaufen? Händler Fabian Kahl war schon mal sichtlich fasziniert von dem angebotenen Objekt.
Sollte das Ornat Kahls Kragenweite sein? Kollege Julian Schmitz-Avila (Mitte) war aber wohl nicht der Einizge im Händlerraum, der sich fragte: "Was soll ich damit machen?"
Auf diese Frage wusste auch Walter Lehnertz keine Antwort. Dennoch stieg er mit dem üblichen Waldi-Gebot von 80 Euro ein, einzig und allein überboten von: sich selbst.
Einen "Hunni" bot Lehnertz dem Verkäufer schließlich an - und die Zusicherung, das Gewand komme in gute Hände. Damit ging dessen Wunsch in Erfüllung.
Zwei Schwestern hatten eine Bekannte davon abgehalten, diese Schätze einschmelzen zu lassen: Ein Zigarettenetui, ein Täschchen – beides Silber – sowie einen goldenen Bleistifthalter, entstanden zwischen 1904 und den 20er Jahren. David Suppes ersteigerte alles für insgesamt 500 Euro.
Wie sich herausstellte, stammte dieses Mitbringsel aus Kanada größtenteils aus Deutschland, aus der Zeit zwischen 20er Jahre und späte 40er. Aus Parfumflakon, Zahnputzbecher, Schnapsgläschen und Thermoskanne hatte jemand ein Reiseset zusammengestellt. Verkauft für 50 Euro an Susanne Steiger.
Noch einmal fragte Albert Maier Wissen ab: Welche Burgen sind auf den beiden Eisenguss-Bildern (1905-1910) zu sehen? Die Wartburg und das Heidelberger Schloss gingen für insgesamt 130 Euro an Walter Lehnertz.
"Schön und selten", freute sich Susanne Steiger über das Paar Ohrringe mit Altschliff-Diamanten (um 1900) und erwarb es für 3.200 Euro.
Den Perückenkopf aus Wachs mit Glasaugen fand Susanne Steiger eher "schaurig schön" und überließ das Feld Walter Lehnertz und Fabian Kahl. Letzterer entschied das Bietergefecht für sich und legte 400 Euro für die schaurige Schönheit aus den 20er Jahren hin.