"Bares für Rares": Verkannter Flohmarktfund begeistert bei Horst Lichter

Horst Lichter gefiel, was er sah - ganz im Gegenteil zum persönlichen Umfeld des Verkäufers einer Glasvase. Die Händler ließen dafür auch ordentlich was springen.

Verkäufer Sebastian Klingner (r.) erzählte: "Ich habe die vor 20 Jahren auf dem Trödelmarkt gekauft, für 20 Mark. Ich wollte die eigentlich verschenken. Aber dann haben meine Bekannten gesagt, so was kann ich nicht verschenken. Weil es so hässlich sei." Dem fügte sich der Kraftfahrer aus Zechow: "Dann hab ich die einfach in den Schrank gestellt."
"Hässlich?" Horst Lichter war außer sich. "Ich finde die nicht hässlich!"
"Ist das Silber?", fragte Lichter Detlev Kümmel, den Experten an seiner Seite. "Nein. Es ist Gold!", legte der sogar noch einen drauf.
Im Ätzverfahren wurde das kunstvolle antike Motiv in den 1920er-Jahren gemacht und danach vergoldet. Hersteller war die bekannte Firma Moser. Zu sehen waren Bacchantinnen. Kümmel übersetzte: "Damen, die feiernd um die Vase herumtanzen."
Horst Lichter tanzte ebenfalls fast vor Freude: "Ach, hör auf! Dann ist das ganz schön alt, und das ist ein aufwendiges Verfahren gewesen." Der Schätzpreis lag immerhin bei 250 bis 300 Euro.
Herr Klingner wollte auch für weniger verkaufen: "Ich bin einfach nur froh, wenn sie nicht mehr im Schrank steht." Die Bescheidenheit sollte sich gleich bezahlt machen, denn die Händler fanden die Vase ebenfalls schön!
Vor allem David Suppes verliebte sich direkt in das lilafarbene Kunstwerk: "Das ist was ganz Außergewöhnliches." Das unterschätzte Schätzchen war ihm 600 Euro wert.
400 Euro zahlten die Händler für ein französisches Kneipen-Wurfspiel aus den 1930er- bis 1950er-Jahren.
Dass eine Schmuckschatulle aus Silber aus dem Jahr 1903 satte 300 Euro einbrachte, überraschte selbst den Verkäufer. Denn das Kästchen war ebenfalls ein Flohmarktkauf.
Für einen Biedermeier-Spiegel, der etwa aus dem Jahr 1830 stammte, gab es 150 Euro.
120 Euro erzielte ein Schuco-Rennwagen von 1968 bis 1971, der Horst Lichter besonders gut gefiel.
Und umwerfende 2.500 Euro erzielten ein Armband und eine Kette aus Gold aus den 1960er- oder 70er-Jahren.