Dieser Zufallsfund ließ zwei "Bares für Rares"-Händler an die Schmerzgrenze gehen

"Ich ärgere mich, wenn ich dich nicht überbiete!" - Wirklich rational nachzuvollziehen war es nicht, warum zwei der "Bares für Rares"-Händler den Preis für ein Ölgemälde immer weiter in die Höhe trieben. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Eine steife Brise fegte am Freitag durch das Trödel-Paradies von Horst Lichter: "Was für ein schönes, lebendiges Bild." Sehr lebendig sollten auch gleich zwei seiner Händler werden, im Kampf um die perfekte Welle.
Laut Signatur wurde das Bild vermutlich von Carl Kenzler gemalt und musste demnach aus den 1940er Jahren sein. Der Experte schätzte einen Wert von 1.500 bis 1.800 Euro. Der Knaller: Das Verkäuferpaar hatte dafür nicht einen Cent ausgegeben.
"Das ist eine ganz kuriose Geschichte", die Ann Christin Artel und Andreas Schmitz den Händlern erzählten. Als sie in Essen durch die Straßen fuhren, stand das Bild am Straßenrand und wartete auf den Müllcontainer. Der Besitzer erlaubte ihnen, das ausrangierte Kunstwerk mitzunehmen.
"Wir wussten auch gar nicht, dass das so wertvoll ist", war Herr Schmitz gespannt, was sein Zufallsfund bringen würde. Ludwig Hofmaier (rechts) startet mit 100 Euro.
Es waren Julian Schmitz-Avila (links) und Fabian Kahl, die sich in kleinen Schritten zum Duell herausforderten. Schmitz-Avila ahnte, dass dieser Deal kein leichter werden würde: "Jetzt fängt der wieder an mit seiner Spielerei." Kahl grinste ihn von der Seite an und erhöhte in den Tausenderbereich: "Wir beide kennen uns zu gut."
Derweil amüsierten sich Walter Lehnertz und Susanne Steiger (Bild) bestens über die Sturheit ihrer Kollegen.
Die Schmerzgrenze kam für beide immer näher und wurde überschritten. Trotzdem wollte Kahl nicht aufgeben: "Ich ärgere mich, wenn ich dich nicht überbiete." Schmitz-Avila schwankte ebenfalls zwischen Kampfgeist und Vernunft: "Ich bin fast schon umgefallen."
Schmitz-Avila wagte einen letzten Versuch: "Bleibt mir nichts anderes übrig, als 1.550 Euro zu sagen." Damit gehörte das Meer ganz ihm, denn Kahl gab sich endlich geschlagen: "Da bin ich raus."
Den Verkäufern gab Julian Schmitz-Avila noch einen guten Wunsch mit auf den Heimweg: "Fahren Sie weiter so aufmerksam durch die Gegend!"
Außerdem wurde am Freitag ein Wildschwein aus Bronze von Alfred Dubucand aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für 300 Euro verkauft.
Für 250 Euro gab es einen Veilchenstrauß in Form einer Brosche aus Gold mit Diamanten aus den 1950er oder 60er Jahren.
Für 130 Euro wechselten zwei Hocker Modell "Efebo" und "Efebino" von Designerin Stacy Dukes aus den Jahren 1966 und 1970 den Besitzer.
Und 300 Euro gab es für zwei alte Spielzeugautos mit Beschädigung von Mitte der 1950er Jahre.