"Bares für Rares": "Akt zu Pferde" macht Horst Lichter verlegen

Sex sells: Das gilt - salopp formuliert - auch für antike Bronzen. Zumindest wenn sie so formschön modelliert sind wie die Amazonen, die bei "Bares für Rares" für Begeisterung und klingelnde Kassen sorgten.

Horst Lichter tat in seiner Funktion als seriöser "Bares für Rares"-Moderator so, als würde er nur das anmutige Pferd begutachten: "Ohhh, eine sehr schöne Bronze!" Doch es ließ sich einfach nicht vermeiden, dass sein Blick auch auf die nackten Damen fiel ...
Gerald Kammerer wollte die ansprechende Bronzeskulptur trotzdem an den Händler respektive die Händlerin bringen: "Das steht daheim rum." Sein Stiefvater hatte die Damen mit Pferd einst aus dem Schwarzwald mitgebracht.
Horst Lichter hatte sich wieder im Griff und machte professionell weiter: "Also: Das hier ist ein Akt?" Der Experte Schulte-Goltz bestätigte: "Ein Akt zu Pferde."
Und zwar ein sehr wertvoller vom bekannten Künstler Hermann Otto Haase-Ilsenburg, der 1903 seinen "Abschied der Amazone" in Bronze gießen ließ. Ein Stempel der Gießerei bestätigte das Alter der Skulptur.
"Es ist das berühmteste Stück", fuhr der Experte fort. "Der Bildhauer Haase-Ilsenburg war dafür bekannt, dass er ständig unbekleidete Frauen auf irgendwelche Reittiere gesetzt hat."
Leider hatte die reitende Amazone ihren Speer im Lauf der Zeit verloren. Trotzdem war die Bronzefigur noch 1.800 bis 2.200 Euro wert.
Daniel Meyer (links) wagte einen genauen Blick auf die unverhüllte Kriegerin: "Wunderschöne, alte Patina. Alt is sie auf jeden Fall." David Suppes (rechts) zeigte für 500 Euro Kaufinteresse: "Pferdemotive laufen ja tatsächlich ganz gut."
Susanne Steiger sprach aus, was sich die Männer nicht trauten: "Akte auch!" Sie setzte 1.000 Euro auf das Pferd, was ihre Kollegen weiter zum Bieten animierte.
Am Ende hatte die Pferdeliebhaberin mit 2.200 Euro die Nase vorne und holte sich das schöne Stück. Tierliebe ging eben doch vor Erotik.
Beachtliche 550 Euro brachten auch drei Goldringe aus den 50er-Jahren mit unterschiedlichen Steinen ein.
Mit 210 Euro gingen die Verkäuferinnen einer Saliere von Georg Jensen aus dem Jahr 1945 nach Hause.
Und eine "Mikifex"-Maus von Schuco von 1945 bis 1949 ging den Händlern für 40 Euro in die Falle.