"Bares für Rares": Begeisterung, Enttäuschung, Skepsis - Wechselbad der Gefühle bei Horst Lichter

Horst Lichter flippt mal wieder fast aus vor Begeisterung. Einen "ganzen Optikerladen" glaubte der "Bares für Rares"-Moderator zu erkennen. Die Sammlung antiker Sehhilfen sorgte für viel Freude - aber auch für Enttäuschung und Skepsis.

"Aber die nennt man nicht Brillen - oder, Sven?", fragte der Moderator. Fröhlich Brillen testend antwortete Sven Deutschmanek: "Nein, sogenannte Sehhilfen gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert. Hier haben wir Nasenkneifer, die man mit einem Bändchen am Ohr fixiert oder Lorgnons, entsprechend der heutigen Lesebrille", so der Experte.
Nachdem Deutschmanek alle Sehhilfen anprobiert hatte, meinte er bei einem Expemplar: "Ich seh' zum ersten Mal richtig scharf!" Lichter vermutete einen Scherz, aber "Nein, jetzt ehrlich. Die ist richtig gut", so Deutschmanek, als er versuchte die Brille verschwinden zu lassen.
Der Experte erklärte, dass der Großteil der Sehhilfen zwischen 1860 und 1920 entstanden sei. Leider hagelte es auch Kritik: Denn bei vielen fehlten die Gläser und leider war keine, wie früher doch üblich, aus Echtgold.
Auch seien die Sehhilfen keine Seltenheit, sondern recht häufig auf Floh- und Antikmärkten zu finden. Mit der Vermutung, dass der Verkäufer doch recht viel über die lange Sammelzeit für seine Brillen ausgegeben hatte, fragte er zaghaft: "Welche Summe stellst du dir vor, wenn alles auf einen Schlag weg ist?" Paul Krückels wollte 1.000 Euro.
Doch Experte Sven Deutschmanek war nicht so optimistisch: "Diese Brillen findet man häufiger bei Haushaltsauflösungen oder Antikmärkten. Ich würde den Betrag dritteln und maximal 300 bis 350 Euro ansetzen - und dann ist die Sammlung wirklich gut bezahlt." Der Verkäufer konnte seine Enttäuschung nicht verstecken ...
Nach kurzer Verschnaufpause stimmte der Verkäufer dennoch zu - und so gab es von Horst Lichter die Händlerkarte. "Die Herren und Damen im anderen Raum können ja noch bieten ... aber im allerschlimmsten Fall gebe ich die Brillen auch für 300 Euro ab."
Erst mal war gute Stimmung im Händlerraum. Alle hatten großen Spaß am Testen der Brillen. Walter Lehnertz (Bild) fand gleich eine passende, die ihn klar sehen ließ: "Ey, die ist wirklich gut ..."
Fabian Kahl (M.) und Ludwig Hofmaier (r.) hatten zwar auch schon eine Lieblingssehhilfe gefunden, doch reichte das für ein erstes Gebot? Hofmaier fand Gefallen an der Sammlung: "Die lassen sich auch gut verkaufen, denn es gibt sehr viele Brillensammler. Oder auch gut für einen Optiker. Einwandfrei!" Doch mit einem Gebot hielt er sich zurück.
Daniel Meyer (l.) stellte die spannende Frage, ob auch goldene Brillen dabei wären? Das musste der Verkäufer leider verneinen. Dennoch bot Meyer zum Start 250 Euro. Bei dem Preis war Walter Lehnertz raus, denn: "Da sind nur ein paar Gute dabei." Auch Fabian Kahl musste passen.
Zu 250 Euro schüttelte der Verkäufer den Kopf und meinte: "Ich will das Doppelte!" Nach zähen Verhandlungen einigten sich Verkäufer und Händler auf 450 Euro. Mit gemischten Gefühlen verabschiedete sich Herr Krückels von seinen Brillen, und auch Meyer war skeptisch: "Das ist schon sehr speziell ..."
Mit mehr Freude ging ein Herren-Fahrrad von "Vaterland" über den Händlertisch. Das Rad aus den 1950er-Jahren wurde für 150 Euro an Walter Lehnertz verkauft.
Eine Skulptur des Bronzegießers Albert-Ernest Carrier-Belleuse aus dem Ende des 19. Jahrhunderts erregte viel Aufsehen. Colmar Schulte-Goltz taxierte das wertvolle Stück auf 1.500 bis 1.700 Euro, Fabian Kahl zahlte immerhin 1.200 Euro.