"Bares für Rares": Eisentruhe entpuppt sich als wahre Schatzkiste

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In der Mittwochsausgabe von "Bares für Rares" brachte ein Verkäufer eine Eisentruhe mit - die sich als deutlich wertvoller entpuppte, als er es sich erhofft hatte.

Der 69-jährige Verkäufer hielt sein Objekt für ebenfalls etwa 70 Jahre alt. 1948 hatten seine Eltern die Truhe zur Hochzeit von einem befreundeten Schmied geschenkt bekommen - mit eingravierten Initialen und dem Hochzeitsdatum.
"Ich kann Ihre Geschichte nicht ganz nachvollziehen", steigerte Experte Albert Maier (l.) die Spannung, um dann zu verkünden: "Es sind einige Teile ergänzt worden. Alles andere ist, meiner Meinung nach, authentisch aus der Zeit um 1720." Der Kandidat war baff: "Das wusste keiner!"
Anhand der Details erklärte Albert Maier seine Expertise: Die Seitengriffe habe man wohl nachträglich ergänzt.
Das Schloss an der Vorderseite sei eine Attrappe und typisch für derartige Truhen aus dem frühen 18. Jahrhundert, ebenso ...
... wie das drehbare Springschloss, das "Geheimschloss", auf dem Deckel.
Von Hand geschmiedete Nägel - das machte Mitte des 20. Jahrhunderts wohl keiner mehr.
Eindeutig für die Entstehungszeit um 1720 spreche das barocke Deckblatt auf dem Schloss.
"Hundertprozentig" sicher war sich Albert Maier und setzte als Schätzwert für die Eisentruhe mindestens 1.000 Euro an. "1.500 Euro sollte sie bringen!"
Händler Fabian Kahl ließ sich zunächst von den nachträglich angebrachten Griffen in die Irre leiten: "Die ist nicht so alt", vermutete er.
Anders lautete das Urteil von Lucki Hofmaier, der das Deckblatt inspiziert hatte: "Das ist alles alt! Das ist Mitte 18. Jahrhundert!"
Kandidat Hajo Kaiser berichtete der Händlerrunde, was er selbst bis vor Kurzem noch nicht gewusst hatte: Um 1720 wurde die Truhe angefertigt, 1948 ein wenig überarbeitet. Das überzeugte Fabian Kahl: "Dann ist die richtig schön!"
Zunächst ließ Kahl (M.) aber die anderen bieten. Die 500 Euro von Walter Lehnertz (verdoppelte Lucki Hofmaier (r.) gleich und bot 1.000 Euro. "Du schockst mich ein bisschen", gab Wolfgang Pauritsch (l.) zu.
Fabian Kahl legte schließlich noch 100 Euro drauf ("Ich vertraue den Experten") und erwarb die Eisentruhe für 1.100 Euro.
Verkäufer Hajo hatte auch schon eine Idee, was er mit dem unverhofft hohen Erlös für seine Eisentruhe anstellen wollte: Beim anstehenden Familienwochenende "wird das richtig schön verprasst"!
Ein Nadelkissen, das Mitte des 18. Jahrhunderts in Augsburg angefertigt worden war, brachte Verkäuferin Elke Velten 410 Euro.
Auch hier schlug Elke Velten zu: Für ihren Enkel erwarb sie ein elektronisches Blechspielzeug-Auto der japanischen Firma Daiya aus den 60er-Jahren. 100 Euro bezahlte sie dafür.
"Die Badende", eine von Paul Schley entworfene Porzellanfigur von 1917 aus der Königlichen Porzellan Manufaktur, kaufte Fabian Kahl für 520 Euro.
Eine vermutlich in den 80er-Jahren nach Friedensreich Hundertwasser gestaltete Brosche aus 585er-Gold wurde von Elke Velten für 500 Euro erworben.
Eine mit viel Liebe zum Detail handgemachte Spieluhr unter dem Glassturz einer französischen Uhr, vermutlich in den 30er-Jahren gebastelt, kaufte Walter Lehnertz für 210 Euro.