"Bares für Rares": Diese Gemälde entpuppten sich als Fälschung

Bares für Bilder? Horst Lichter hatte bereits eine dunkle Vorahnung, als Experte Colmar Schultze-Goltz sehr ausführlich über zwei angebliche Kunstschätze referierte ...

Die Verkäuferin hört auf den Spitznamen "Bäumchen", das fand Moderator Horst Lichter schon mal "schnuckelig". Sie hatte zwei Bilder dabei und wollte vom Erlös gerne nach Dubai reisen. Experte Colmar Schulte-Goltz nahm die Werke unter die Lupe. Wie würde sein Urteil ausfallen?
... zwei nach der neuesten Mode gekleidete Frauen auf dem anderen.
Auch über die Namen in den beiden Signaturen hatte der Experte einiges zu erzählen: Jozef Israëls war ein niederländischer Maler des 19. Jahrhunderts und Mitbegründer der Haager Schule, Isaac Israëls sein Sohn, mit dem er intensiv zusammengearbeitet habe.
Doch dann kam Colmar Schulte-Goltz zum ersten Aber: "Wenn man sich diese beiden Bilder so anschaut, kann man zwischen Vater und Sohn in der Handschrift kaum unterscheiden." Sie wirkten sehr "gleichartig". Darüber hinaus hätten die Israëls vor allem in Öl auf Leinwand gearbeitet ...
Gleich mehrfach ließ der Experte das Wort "ungewöhnlich" fallen. Das machte Hort Lichter misstrauisch: "Wenn du so erzählst, höre ich da irgendwie Skepsis raus."
In der Tat wies Schulte-Goltz in höflichen, aber eindeutigen Formulierungen auf weitere Merkwürdigkeiten hin: das "I" in Isaac zum Beispiel. Es "wurde einmal vorgezeichnet, dann wieder wegradiert". "Meine eigene Signatur kann ich immer", gab der Experte zu bedenken. "Die eines anderen müsste ich üben."
Zusammen mit seinem Eindruck von den Signaturen generell und auch der Art der Rahmung kam Schulte-Goltz zu dem Schluss, "dass man hier in der Art eines Künstlers tätig war, und beide sind sehr gekonnt angelehnt an die Originale". Und: "Es ist gut gemeint, aber beides nicht original." Im nicht so höflichen Klartext: alles fake!
Die Verkäuferin konnte nicht viel mehr sagen als "Mhm", "Aha" und "bin geplättet". Horst Lichter machte es ihr vielleicht ein bisschen leichter, indem er sie mit einem rheinisch-herzlichen "Komm ma' her, mein Schatz, dat tut mich leid!" an sich drückte. Händlerkarte gab's keine, Ticket nach Dubai auch nicht, aber viel Mitgefühl vom Horst.
Mehr Erfolg hatte der Verkäufer der Porzellanfigur "Die Schauende" aus den 40er Jahren, entworfen von Rudolf Kaesbach. Erst mit 500 Euro konnte Daniel Meyer seine Mitstreiter überbieten. Die Expertise hatte bei 280 bis 320 Euro gelegen.
Gut lief's auch für die Verkäuferinnen der (aktuell nicht mehr leuchtenden) Leuchtreklame für "4711" aus den 70er Jahren. Steffen "Steve" Mandel kaufte sie für 160 Euro.
Für das amerikanische Diamantarmband aus Platin aus den 20er bis 30er Jahren zahlte Elke Velten 1.400 Euro. Der Verkäufer hatte gut verhandelt.
Unter dem Wert der Expertise, 400 bis 450 Euro, blieb der Kaufpreis für Zuckerschale und Sahnekännchen aus englischem Silber von 1909. Für 250 Euro ging das Set an Julian Schmitz-Avila.
Hingerissen war Ludwig "Lucki" Hofmaier von dem russischen Blechspielzeug aus den 80ern. 50 Euro zahlte er für die Autobahn und dazu noch fünf Euro für das Lächeln der Verkäuferin.