"Bares für Rares": Kurioses Gerät sorgt für Rätselraten - und dann für Heiterkeit

Einmal mehr sorgte eine Kuriosität bei "Bares für Rares" für fragende Gesichter. Als Horst Lichter dann aber über den Zweck des Gegenstands aufklärt wurde, ließ er seinem Frohsinn freien Lauf ...

"Wäre der Sockel nicht, würde ich sagen, das gehört auf eine Dampfmaschine", überlegte Lichter laut. "Es könnte aus einem Labor stammen oder aus einem Laden, in dem die sich treffen, um diese Pfeifen zu rauchen."
Sven Deutschmanek konnte das Rätsel lösen: Bei dem Gerät, das wohl aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt, handelte es sich um ein Ebullioskop. Damit lässt sich der Alkoholgehalt von Flüssigkeiten messen. Zu diesem Zweck wird diese erhitzt und je höher der Alkoholgehalt liegt, umso niedriger der Siedepunkt.
Der Alkoholgehalt wird auf einer Skala bis 20 angezeigt. Um Schummeleien auszuschließen, wurde diese Anzeige verplombt. Wie Sven Deutschmanek erklärte, wurde das Ebullioskop von Winzern benutzt. Das Exemplar auf dem Tisch erschien ihm eher unbenutzt. Deshalb und weil es "recht nett anzuschauen" ist, lag die Expertise bei 150 bis 200 Euro.
Der Verkäufer hätte 100 Euro "auch okay" gefunden. Er hatte das Teil ja auf dem Dachboden gefunden. Dazu fiel Horst Lichter noch was ein: Wahrscheinlich habe die Familie mal den Alkoholgehalt des Weines von der Oma überprüfen wollen ... "Weil jedes Mal, wenn die zwei Gläser trinkt, läuft die wieder wie jung!" Klar war: "Ich find dat Dingen jeck!"
Auch die Händler waren fasziniert. Noch nicht einmal "Lucki" Hofmaier (r.) hatte schon mal ein Ebullioskop gesehen und freute sich über das "kuriose Teil." Jan Cizek (M.) fand es ebenfalls "verrückt" und bot gleich mit, nachdem Hofmaier mit 100 Euro vorgelegt hatte.
Susanne Steiger ließ die Herren mal machen. "Museal", schwärmte neben ihr Thorsden Schlößner.
Julian Schmitz-Avila (l.) bot auch nicht mit. Er wolle den Wein weniger vermessen, sondern lieber trinken ...
Für 150 Euro erwarb schließlich Thorsden Schlößner das Messgerät. Die wollte Verkäufer Josef Rauch den Enkeln zugutekommen lassen.
Ein Armband aus 750er-Gold und Brillanten (Italien, 60er-Jahre) gefiel Susanne Steiger so gut, dass sie gleich mit 1.500 Euro, dem Wert der Expertise, in die Verhandlungen einstieg. Die Verkäuferin pokerte ein bisschen, sodass am Ende sogar 1.600 Euro dabei herauskamen.
Die Stabbrosche aus 585er-Gold, Platin und Diamanten (20er-Jahre) erwarb "Lucki" Hofmaier für 350 Euro.
Das Wachsreliefbild aus der Zeit um 1787 von dem Gelehrten Dr. J.H. Jung-Stilling bezeichnete Experte Colmar Schulte-Goltz als "museumswürdig" und schätzte den Wert auf 600 bis 700 Euro. Doch die Händler befanden dessen Verkauf für schwierig und boten nur 200 Euro. Zu wenig für die Verkäufer.
Die Verkäuferin wünschte sich 4.000 Euro für die italienische Espressomaschine Tipo America von Gaggia (ab 1957), die ihr zur Dekoration gedient hatte. Experte Sven Deutschmanek halbierte diese Erwartungen, denn "da muss jemand viel Geld reinstecken", um sie zum Laufen zu bringen. Am Ende investierte Jan Cizek 1.050 Euro in das Teil samt Mühle.
Um die Tänzerin aus Bronze von Hans Parzinger (um 1910) kämpften Susanne Steiger und Jan Cizek. Bei 910 Euro gab er auf, die Schmuckexpertin frohlockte: "Die bekommt jetzt eine schöne Kette um den Hals."